"Manchmal mit zweierlei Maß gemessen": Hirsch mit Schiri-Kritik
Zuhause bleibt der MSV Duisburg nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln zwar weiterhin ungeschlagen, ging aber erstmals in dieser Saison nicht als Gewinner aus einem Heimspiel hervor und verpasste zudem den fünften Sieg in Folge. Dennoch konnten die Zebras mit dem Remis leben – mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen dagegen weniger.
Wieder steht der Pfosten im Weg
Es sind diese Geschichten, die wohl nur der Fußball schreibt: Wie schon beim letzten Heimspiel gegen Viktoria Köln im vergangenen Mai, als die Zebras den Einzug in die Relegation verpassten, traf der MSV in der Nachspielzeit in Person von Remmert den Pfosten und ließ damit die große Chancen auf den Last-Minute-Sieg liegen. "Es passt natürlich, dass es ausgerechnet der Pfosten ist", war Trainer Dietmar Hirsch im Interview mit "MagentaSport" etwas niedergeschlagen.
"Man hat hintenraus gesehen, dass wir gewinnen wollen – auch wenn es vielleicht ein bisschen zu viel des Guten und wieder Hollywood gewesen wäre." Doch zum Abschluss einer anstrengenden Englischen Woche schwanden die Kräfte. Entsprechend zeigte sich der MSV-Coach nach einem "intensiven Topspiel" mit dem Punkt "zufrieden" und betonte, dass auch die Leistung des Gegners respektiert werden müsse. Und die war an diesem Sonntagnachmittag ansehnlich und eines Topspiels würdig.
Ärger über Freistoß vor 1:1
Mit der Leistung des Schiedsrichters war Hirsch dagegen weniger einverstanden, wenngleich er betonte, "dass der Unparteiische nicht dafür verantwortlich ist, dass es 1:1 ausgegangen ist". Doch nach Ansicht des 54-Jährigen hätte es den Freistoß, der zum 1:1 führte, nicht geben dürfen, nachdem Jakob gegen Safi zu Fall gegangen war. "Für mich ist das kein Foul", war Hirsch verärgert. "Der Spieler hat selber zu Safi gesagt, dass er wegrutscht sei." Entsprechend beschrieb Duisburgs Coach die Entstehung des Treffers als "ärgerlich", wenngleich er auch einräumte, dass der Freistoß nicht gut verteidigt wurde. "Wir stehen in der Situation zu tief und nehmen unserem Torhüter dadurch die Sicht." So konnte Braune den Ball nur noch vorne abwehren, was letztlich zum Gegentor führte.
Doch nicht nur aufgrund des Gegentreffers übte Hirsch etwas Kritik am Unparteiischen, sondern auch aufgrund der Zweikampfbewertung. "Es hat ein bisschen die Linie gefehlt. Tyger (Lobinger; d. Red.) hat sich sehr aufgerieben vorne und wurde schon hart angegangen. Da wurde vielleicht manchmal mit zweierlei Maß gemessen", vermisste Hirsch die eine oder andere gelbe Karte in den Aktionen gegen den Stürmer.
Kritik auch am Rasen
Kritische Worte fand der MSV-Coach darüber hinaus auch zum wiederholten Male für den Rasen, der an vielen Stellen arg in Mitleidenschaft gezogen war. "Er kostet Kraft und Spielfluss. Wir wollen Fußball spielen, aber das ist sehr schwierig, weil der Platz sehr seifig ist." Zwar werde daran seitens der Stadt gearbeitet, wie Hirsch berichtete, "aber im Moment ist der Rasen nicht optimal".
Connor Noß machten die schwierigen Platzbedingungen nach 28 Minuten nichts aus, als er den Ball per Innenseite und unter Mithilfe des Innenpfostens im Kasten unterbrachte. "Es klingt blöd, aber ich wollte ihn genauso machen. Ich habe ihn schön über den rechten Fuß abrutschen lassen. Dass er dann so reingeht, ist natürlich wunderschön", sagt der Torschütze. Das Remis bezeichnete er indes als "gerecht" und meinte: "Am Ende ist es natürlich bitter, dass wir den Lucky Punch nicht machen. Aber ich denke, dass wir schon von einem Punktgewinn sprechen können."
Schon sieben Zähler vor RWE
Zumal die Zebras zum einen den Fünf-Punkte-Vorsprung auf die Viktoria gewahrt haben und zum anderen den Abstand auf Rot-Weiss Essen um einen Zähler auf jetzt sieben Zähler ausbauen konnten. "Jetzt schnaufen wir einmal durch und fahren nach Ingolstadt", blickte Hirsch voraus. Beim FCI sollen am kommenden Samstag dann aber wieder drei Zähler her.