"Hilft uns natürlich nicht": Breitereiter moniert Pfiffe
Herber Stimmungsdämpfer statt Aufbruchsstimmung: Beim Heimdebüt von Trainer André Breitenreiter musste sich der F.C. Hansa Rostock am Dienstagabend mit 0:2 gegen den SV Meppen geschlagen geben, was nach Spielende zu Pfiffen von den Rängen führte – zum Unmut von Breitenreiter.
Großer Frust bei den Fans
Sie waren nach Spielende nicht zu überhören, die Pfiffe von den Rängen des Ostseestadions. Der Unmut der über 24.000 Zuschauer war wenig überraschend groß, schließlich war ein Sieg gegen den seit fünf Spielen sieglosen Aufsteiger fest eingeplant gewesen. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass der FCH bislang erst eine Partie vor heimischem Publikum gewinnen konnte. "Die Unzufriedenheit ist natürlich immer da, wenn man ein Spiel zu Hause nicht gewinnt", hatte Trainer André Breitenreiter im Interview mit "MagentaSport" durchaus Verständnis für den Frust der Fans, nicht aber für die Pfiffe: "Die helfen uns natürlich nicht, denn wir sind alle noch in der Kennenlernphase."
Als Ausrede für die erste Heimniederlage in dieser Saison wollte der 53-Jährige diesen Aspekt aber nicht verwenden, stattdessen räumte er ein, "dass wir uns das natürlich ganz anders vorgestellt haben". Im ersten Heimspiel unter Breitenreiter wollte Hansa mit dem zweiten Sieg in Folge und einem überzeugenden Auftritt für Aufbruchsstimmung sorgen, doch stattdessen gab es einen herben Stimmungsdämpfer. Der gebürtige Niedersachsen sprach von einem "glücklichen" Sieg des Emsländer, ordnete diesen Aufgrund des Auftritts aber als "vielleicht auch gerecht" ein.
"Nicht wirklich zwingend geworden"
Ausschlaggebend für die Niederlage war vor allem die Ideenlosigkeit in der Offensive. "Wir haben das ganze Spiel auf ein Tor gespielt, sind aber nicht wirklich zwingend geworden und waren viel zu ungenau im letzten Drittel", monierte Breitenreiter, der nach dem Aus von Daniel Brinkmann eigentlich für mehr Torgefahr aus dem Spiel heraus sorgen wollte. Und wenn dann selbst die bislang starken Standards verpuffen, auf der anderen Seite aber beide Gegentore nach Eckbällen fallen, "ist das natürlich besonders ärgerlich. Da haben wir sehr schlecht verteidigt. Das war viel zu einfach für den Gegner." Beim 0:2 sah auch Torhüter Unbehaun nicht gut aus, als er den Ball nicht richtig abwehren konnte.
Abgesehen von der fehlenden Durchschlagskraft wollte Breitenreiter seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen: "Ich finde, dass die Jungs alles gegeben haben. Sie haben versucht, sehr intensiv zu spielen." Jedoch ohne das abzurufen, "was uns am vergangenen Wochenende ausgezeichnet hat". Nämlich Bissigkeit und Entschlossenheit. Es gelte nun, "die richtigen Schlüsse" daraus zu ziehen. "Wir müssen noch mehr als in den letzten 14 Tagen an Abläufen arbeiten, um torgefährlicher zu werden. Gerade auch gegen tiefstehende Gegner." Benno Dietze sah das ähnlich: "Wir müssen mehr Zug nach vorne entwickeln, noch zwingender werden, uns noch mehr Aktionen im gegnerischen Strafraum erspielen und die Dinger dann auch reinmachen."
Am Samstag in Aachen
Die nächste Chance dazu gibt es schon am Samstag beim Auswärtsspiel in Aachen. Dass die Partie in der Fremde stattfindet, ist eine gute Nachricht für die Kogge, ist sie nach dem MSV Duisburg doch die zweitbeste Auswärtsmannschaft. In der Heimtabelle steht dagegen nur Platz 13 zu Buche – zu wenig für ein Team, das aufsteigen will.