"Habe keinen Bock, denen Zeit einzuräumen": RWE erlebt Debakel

Was für ein Debakel für Rot-Weiss Essen zum Saisonstart. Trotz 2:0-Führung musste sich RWE in Saarbrücken mit 2:5 geschlagen geben und ließ dabei vor allem im zweiten Durchgang vieles vermissen. Trainer Uwe Koschinat fand klare Worte – und machte eine Ansage an die jungen Neuzugänge.

"Standardsituationen haben uns gekillt"

Nach 30 Minuten war sie noch in Ordnung, die Welt von Rot-Weiss Essen, nachdem Hüning (10.) und Telalovic (30.) für eine 2:0-Führung gesorgt hatten. Doch nur drei Zeigerumdrehungen später kam der FCS zum Anschluss (33.) und noch vor der Pause zum Ausgleich (45.). Im zweiten Durchgang musste RWE dann noch drei weitere Gegentreffer hinnehmen (74. / 89. / 90.+6) und zeigte dabei eine schwache Leistung. Trainer Uwe Koschinat sprach bei "MagentaSport" von einem "enttäuschenden Ergebnis mit vielen Phasen, die nicht so gelaufen sind, wie wir uns das vorgestellt haben".

Dabei hätte RWE mit seiner neu formierten Mannschaft zu Beginn "nicht souveräner auftreten können, als wir es getan haben". Jedoch sei Essen in vielen Spielsituationen gedanklich nicht schnell genug gewesen. Vor allem bei Standards wackelte RWE gleich mehrfach und bekam die ruhenden Bälle vor dem 2:2 und 2:4 nicht geklärt. "Die Standardsituationen haben uns gekillt", hielt Koschinat fest und musste zudem anerkennen, "dass uns die Wucht des Gegners erdrückt hat". So blieb RWE zum fünften Mal in Folge beim Drittliga-Auftakt sieglos.

Koschinats Ansage an die jungen Neuzugänge

Doch nicht nur beim Verteidigen von Standards sah der 54-Jährige noch Verbesserungspotenzial. Neben den läuferischen Aspekten müsse sich seine Mannschaft auch taktisch sicherer auf dem Platz bewegen. "Eine 2:0-Führung muss dafür sorgen, dass wir den Gegner deutlich stärker dominieren." Zudem verwies Koschinat auf die Eigenschaften, die bei den Neuverpflichtungen bewusst im Fokus gestanden hätten. Geschwindigkeit, hohe Intensität sowie die Fähigkeit, permanent durchzuschieben und sich gegenseitig abzusichern, seien Faktoren, die künftig noch stärker sichtbar werden müssten.

Hier habe sein Team "mit Sicherheit noch Schritte zu gehen", was er auch darauf zurückführte, dass viele junge Spieler zuletzt nicht regelmäßig Spielpraxis gesammelt hätten. Gleichzeitig stellte er klar: "Ich habe keinen Bock, denen Zeit einzuräumen." Gerade bei Traditionsvereinen gebe es diesen Faktor im Fußball nicht. Die Spieler müssten schnell Anschluss finden und die richtigen Lehren aus solchen Partien ziehen. "Heute haben sie mal gesehen, was Drittliga-Fußball in einem Auswärtsspiel ausmachen kann. Wir müssen ein bisschen männlicher werden und unsere Jungs, die neu dazugekommen sind, müssen einfach schnallen, was in der 3. Liga gefordert ist."

Haben "richtig, richtig starke Jungs"

Insgesamt zeigte sich Koschinat vom Kader aber überzeugt. Man habe "eine unfassbar hohe Zahl an richtig, richtig starken Jungs", betonte er und zeigte sich sicher, dass die Spieler ihren Weg gehen werden. Dazu gehört auch Telalovic, der betonte, sich als Führungsspieler zu sehen und vorangehen zu wollen. "In der Mannschaft steckt so viel Potenzial. Wir müssen es auf den Platz bringen." Nun gelte es, das Spiel zu analysieren. "Nächste Woche geht es weiter." Dann gastiert der TSV Havelse an der Hafenstraße. Einen derart schwachen Auftritt wie im zweiten Durchgang dürfen sich die Essener dann nicht erlauben. Ansonsten droht das von Koschinat ausgerufene Etappenziel, 20 Punkte aus den ersten zwölf Spielen zu holen, früh in weite Ferne zu rücken.

   

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