"Fußballspielen ein bisschen eingestellt": TSV verschenkt Sieg

Eine 2:0-Führung, lange Überzahl und am Ende nur ein Punkt: Schlusslicht TSV Havelse hat beim 2:2 im Kellerduell gegen die Würzburger Kickers einen wichtigen Sieg aus der Hand gegeben. Trainer Samir Ferchichi bemängelte vor allem den Kontrollverlust nach der Pause und machte die eigene Mannschaft für den verschenkten Dreier verantwortlich.

Ferchichi sucht Schuld nicht beim Schiedsrichter

"Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft": So deutlich fiel Ferchichis Bewertung der ersten Halbzeit bei "MagentaSport" aus. Unabhängig vom Platzverweis gegen Würzburg sei seine Mannschaft in allen Belangen überlegen gewesen. Doch nach dem Seitenwechsel verloren die Niedersachsen zunehmend den Zugriff. "In der zweiten Halbzeit muss man dann sagen, haben wir das Fußballspielen so ein bisschen eingestellt", haderte der Coach.

Statt den Vorsprung souverän auszuspielen, operierte Havelse zunehmend mit langen Bällen und ließ sich auf 50:50-Duelle ein. Damit machten die Gastgeber die Kickers selbst wieder stark. Besonders ärgerte sich Ferchichi über die ausgelassenen Umschaltmöglichkeiten. "Wir haben es nicht geschafft, den Sack zuzumachen", stellte der Trainer fest. Trotz weiterer Gelegenheiten blieb die Vorentscheidung aus.

Zwar sorgten die beiden Strafstöße für Diskussionen, doch Ferchichi wollte die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen. Den ersten Elfmeter hielt er wegen eines Trikotziehens für berechtigt, bei der Entscheidung in der Nachspielzeit war ihm zunächst nicht klar, was gepfiffen worden war. "Er (der Schiedsrichter, d. Red.) hat gesagt: Sorry, wenn ich einen Fehler gemacht habe, tut es mir leid. Da habe ich gesagt: Du musst sehen, was du gepfiffen hast. Ich weiß es nicht." Für ihn lag die Ursache jedoch woanders: "So haben wir heute hier meines Erachtens zwei Punkte verschenkt."

"Am Ende liegt der Punktverlust nur bei uns"

Auch Doppeltorschütze Kwasi Okyere Wriedt ging mit seiner Mannschaft hart ins Gericht. "Wir haben das Spiel eigentlich schon in der Hand", sagte der Angreifer bei "MagentaSport". Doch statt die Würzburger endgültig zu bestrafen, ließen die Gastgeber ihre Chancen liegen und hielten den Gegner damit am Leben. "Es reicht aber nicht, wenn eine Halbzeit nur gut ist. Da müssen beide Halbzeiten gut sein!, betonte Wriedt. Gerade nach der Pause habe Havelse seine Konter nicht konsequent ausgespielt. Die Möglichkeit, mit weiteren Treffern alles klarzumachen, blieb ungenutzt.

Den umstrittenen Ausgleich per Elfmeter wollte der Stürmer deshalb nicht als Ausrede gelten lassen. "Da ist dann auch egal, ob das am Ende Elfmeter ist oder nicht", stellte er klar. Die Verantwortung für den verpassten Sieg liege allein bei der eigenen Mannschaft. Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt nicht. In der Englischen Woche gastiert Havelse bereits am Sonntag beim SV Meppen. Dort bietet sich den Niedersachsen die nächste Gelegenheit, im Abstiegskampf endlich wieder einen Dreier einzufahren.

 

   

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