Für wen die Englische Woche besonders wichtig wird
Die längste Länderspielpause der Drittliga-Historie neigt sich langsam dem Ende, und direkt geht es in eine Englische Woche. liga3-online.de analysiert, für wen diese besonders wichtig wird.

Nein, in einer Krise befindet sich der F.C. Hansa Rostock angesichts von zwölf Punkten aus sieben Spielen zwar nicht, läuft seinen ambitionierten Zielen aber dennoch ein Stück weit hinterher. Für Abhilfe soll nun André Breitenreiter sorgen, der die Nachfolge von Daniel Brinkmann angetreten hat. In den anstehenden Spielen der Englische Woche gegen Würzburg, Meppen und Aachen wird es nicht nur um die Ergebnisse gehen, sondern auch um erste Schritte in der erhofften Entwicklung, die unter Brinkmann zuletzt ausgeblieben war.
Konkret soll die Abwehr nach bislang schon 15 Gegentoren deutlich stabilisiert werden, darüber hinaus will sich die Kogge mehr Chancen aus dem Spiel heraus erarbeiten und nicht allein auf die starken Standards angewiesen sein. Im Optimalfall befindet sich der FCH nach der Englischen Woche in direkten Kontakt zu den Spitzenplätzen. Derzeit fehlen drei Zähler zum zweiten Tabellenplatz.

Mit zehn Punkten aus vier Spielen war die Fortuna nach dem verpatzten Saisonstart auf dem richtigen Weg, ehe es vor der Länderspielpause beim 0:1 in Aachen einen Dämpfer gab. In der Englischen Woche soll es nun zurück in die Spur und weiter Richtung Aufstiegsplätze gehen. Um den Anschluss nicht zu verlieren – derzeit fehlen fünf Zähler zu Rang 2 – sind mindestens sieben Punkte aus den Partien gegen Verl, Münster und Saarbrücken eigentlich Pflicht.
Selbstvertrauen sammelte der Zweitliga-Absteiger zuletzt mit zwei Kantersiegen (12:0 und 10:0) gegen unterklassige Gegner im Landespokal. Diese positive Energie muss Trainer Alexander Ende nun in den Liga-Alltag transportiert bekommen – andernfalls wären neue Unruhen vorprogrammiert. Auch um den 47-Jährigen selbst.

Knapp zwei Wochen ist es her, dass der FC Ingolstadt mit der Entlassung von Trainerin Sabrina Wittmann die Reißleine zog und damit auf den enttäuschenden Saisonstart reagierte. Die Wende soll nun Achim Beierlorzer einleiten, für den die Schanzer die erste Trainerstation seit sechs Jahren sind. Eine lange Eingewöhnungszeit wird es für den 58-Jährigen angesichts der Englischen Woche allerdings nicht geben.
Nach bislang nur zwei Siegen aus sieben Partien müssen in den Duellen gegen Wiesbaden, Mannheim und Essen unbedingt weitere Zähler her, um nicht noch weiter abzurutschen. Lediglich zwei Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Dazu muss vor allem die bisher lahme Offensive (erst sieben Tore) angekurbelt werden.

Vier Niederlagen in Folge haben den SV Meppen vor der Länderspielpause auf einen Abstiegsplatz abrutschen lassen. Umso wichtiger wird es in der bevorstehenden Englischen Woche nun, in den Partien gegen Stuttgart II, Rostock und Havelse die Trendwende einzuleiten, um nicht unter dem Strich hängen zu bleiben.
Die Mannschaft müsse nun schnell lernen und sich an das Niveau der Liga anpassen, hatte Sportchef Olufemi Smith zuletzt gesagt und klargemacht: "Die Schonfrist ist vorbei", so Smith. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, welche Anforderungen die 3. Liga stelle und welche Fehler sofort bestraft würden. Insbesondere Unkonzentriertheiten dürften sich die Meppener künftig nicht mehr erlauben.

Seit sechs Spielen sieglos und vor der Länderspielpause selbst nach einer 3:0-Führung nicht gewonnen: Es läuft derzeit nicht beim SSV Jahn Regensburg. Dabei sind die Leistungen oft ansprechend, die Ergebnisse stimmen allerdings nicht. Knackpunkt ist vor allem die schwache Defensive. Schon 17 Mal schlug es bei der Jahnelf ein – und damit so häufig wie bei keinem anderen Klub.
In den Partien gegen Havelse, Verl und Wiesbaden wird Trainer Sascha Hildmann daher gefordert sein, die Abwehr zu stabilisieren. Sollte das jedoch selbst gegen bislang eher harmlose Offensivreihen nicht gelingen, könnte es womöglich auch für Hildmann allmählich eng werden. Denn mit fünf Zählern nach sieben Partien laufen die Oberpfälzer ihren Ansprüchen derzeit deutlich hinterher.

In seiner ersten Trainerstation im Profifußball soll es nun Jochen Seitz beim SV Wehen Wiesbaden richten. Ansetzen wird der frühere Bundesliga-Profi vor allem bei der Chancenverwertung, stellt der SVWW mit bislang erst fünf Toren doch den schwächsten Angriff der Liga. Dabei waren nach der Qualität der Chancen mehr als doppelt so viele Treffer erwartet worden – und damit auch doppelt so viele Punkte.
Wie Seitz spielen lassen und auf welches Personal er dabei setzen wird, ist vor dem Auftakt gegen den FC Ingolstadt am Sonntag noch ungewiss. Anschließend warten noch Aachen und Regensburg. Um in dieser Saison noch wie erhofft ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, sollten möglichst alle drei Spiele gewonnen werden. Die Qualität dazu dürfte der Kader hergeben, jetzt muss sie auch abgerufen werden.