Im Dezember: DFB-Bundestag soll Regionalliga-Reform beschließen
Nachdem die Regionalliga-Reform Ende Juni zunächst geplatzt war, nimmt sie nun wieder Fahrt – und soll noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Dafür hat der DFB für den 18. Dezember einen außerordentlichen DFB-Bundestag einberufen.
Entscheidung über Kompassmodell
Grundlage der dort geplanten Abstimmung ist das sogenannte Kompassmodell. Dieses sieht vor, die bislang fünf Regionalliga-Staffeln auf vier Ligen mit jeweils 20 Mannschaften zu reduzieren. Die Einteilung soll künftig nach geografischen Gesichtspunkten erfolgen und regelmäßig angepasst werden. Die Saison 2027/28 wäre als Übergangsjahr vorgesehen, ehe das neue System zur Spielzeit 2028/29 in Kraft treten könnte. Zudem würde die Trägerschaft der Regionalliga auf den DFB übergehen, während die Staffeln bislang von den Regionalverbänden organisiert werden.
Bereits im Frühjahr hatte sich die Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform nach intensiven Beratungen für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen und zwei Modelle vorgestellt. In anschließenden Abstimmungen mit Vereinen aus der 3. Liga, den Regionalligen und teilweise auch den Oberligen erhielt das Kompassmodell bundesweit mit 50,6 Prozent die meisten Stimmen. Eine einheitliche Lösung kam dennoch nicht zustande, weil nicht in allen fünf Regionen eine Mehrheit für dasselbe Modell zustande kam.
So wurde im Südwesten das sogenannte Regionenmodell favorisiert. Bei diesem Modell würden die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Staffeln zusammengelegt, während der Westen und Südwesten unangetastet bleiben würden. In Bayern sprachen sich die Klubs mehrheitlich für die Ausarbeitung weiterer Alternativen aus. Dazu zählt auch die Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit fünf Absteigern, sodass es bei fünf Regionalligen bleiben könnte. Dieses Modell lehnen der DFB und auch die 20 Drittligisten jedoch schon seit Jahren ab, sodass die Umsetzung als ausgeschlossen gilt.
"Aufstiegsregelung muss jetzt gelöst werden"
Um eine Lösung des seit Jahren schwelenden Konflikts herbeizuführen, soll nun der DFB-Bundestag als höchstes Organ des Verbandes die Entscheidung treffen und den Weg für eine neue Aufstiegsregelung ebnen. "Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga beschäftigt den deutschen Fußball seit Jahren. Sie muss jetzt gelöst werden. Es ist für die Vereine, Spieler und Fans kaum nachvollziehbar, dass es fünf Meister gibt, aber nicht alle den Aufstieg in die 3. Liga schaffen können", macht DFB-Präsident Bernd Neuendorf deutlich.
Dabei wirbt er für das Kompassmodell. Zumal dieses die Chance auf eine Leistungsverdichtung und somit eine stärkere Talententwicklung biete. "Deshalb bereiten wir die Entscheidung des Außerordentlichen Bundestages sorgfältig vor. Dort sollen die Delegierten verbindlich darüber entscheiden, wie wir zu einer dauerhaft tragfähigen und fairen Regelung kommen", so Neuendorf.