"Ende raus"-Rufe in Düsseldorf: "Keiner hört so etwas gerne"
Zweimal ging Fortuna Düsseldorf im Heimspiel gegen den SC Verl in Führung, dennoch reichte es nur zu einem Remis, das für Frust auf den Rängen sorgte. Schon in der Schlussphase waren "Ende raus"-Rufe zu hören.
"Angenehm ist es nicht"
Die Fortuna hatte gerade einen Eckball des SC Verl geklärt, gab den Ballbesitz aber wieder her, als es zu den "Ende raus"-Rufen von den Rängen kam. Zunächst noch etwas zaghaft, dann lauter, sodass sie auch über die TV-Mikrofone deutlich zu vernehmen waren. Nach der Partie von der "Rheinischen Post" darauf angesprochen, gab der 47-Jährige an, die Rufe "gar nicht wahrgenommen" zu haben. Gleichwohl räumte er ein: "Angenehm ist es nicht, keiner hört so etwas gerne. Wir sind ein ambitionierter Klub, und in dieser Phase ist die Enttäuschung vielleicht bei einigen da. Wenn Enttäuschung kommt, dann gibt es manchmal dieses Ventil."
Doch nicht nur die Fans, sondern auch Ende selbst war nach dem 2:2 gegen Verl "enttäuscht" und alles andere als zufrieden. "Bis zur Führung müssen wir schon ein, zwei Tore geschossen haben", sagte der Coach bei "MagentaSport" und sprach von einer "richtig guten" ersten Halbzeit. "Wenn es zur Pause 3:0 steht, kann sich Verl nicht beschweren." Doch letztlich brachte nur Oberdorf den Ball nach 38 Minuten im Tor unter, ehe der Sportclub noch vor der Pause zum Ausgleich kam (45.). "Mit dem Tor gehen wir in die Passivität rein, das ist nicht verständlich", haderte Ende. "Wir kommen ins Abwarten, das hat uns nicht gutgetan." Dasselbe Bild bot sich auch nach dem Seitenwechsel, als Hendrix zunächst für die erneute Führung sorgte (46.), Verl aber erneut schnell ausgleichen konnte (55.). In der Schlussphase ließen die Rheinländer dann eine ganze Reihe von Chancen liegen – darunter ein Pfostentreffer.
"Bei der Effektivität müssen wir draufpacken"
"Die Anzahl an Hochkarätern reicht, um dieses Spiel zu gewinnen", meinte Ende und forderte angesichts von 21 Torschüssen: "Bei der Effektivität müssen wir draufpacken. Es gibt nur ein oder zwei Mannschaften, die noch mehr liegengelassen haben. Es sind alles enge Spiele, da musst du mehr Ertrag rausziehen. Es ist definitiv noch nicht das Maximum." Da half es auch nichts, dass in der ersten Halbzeit "vieles von dem umgesetzt wurde, was wir uns vorgenommen hatten. Wir hatten im Anlaufen eine gute Aktivität und viele Balleroberungen. Zusätzlich haben wir immer wieder die Tiefe bespielt und Räume im Rücken des Gegners gefunden. Das hat uns gutgetan und wir hatten einige Aktionen, die zu Chancen geführt haben".
Mit dem Remis bleibt die Fortuna auf Platz 10 hängen und muss aufpassen, den Kontakt zu den Spitzenplätzen nicht zu verlieren. Zum Relegationsplatz fehlen zwar nur vier Zähler, zu einem direkten Aufstiegsplatz sind es allerdings schon sieben Punkte. Zwar seien die Abläufe schon "viel besser" geworden, wie Oberdorf festhielt. "Man hat in den letzten Wochen gesehen, dass wir Schritte nach vorne machen." Doch jetzt müssen auch Ergebnisse her. Am besten schon am Mittwochabend beim Auswärtsspiel in Münster. Sollte es bei Endes Ex-Klub wieder nicht zu drei Punkten reichen, dürften die Forderungen der Fans nach einem Trainerwechsel noch lauter werden.