"Davon gehe ich definitiv nicht aus": Ende vermutet Aachener Finte
Fortuna Düsseldorf ist in der 3. Liga angekommen und nimmt Fahrt auf. Gelingt die perfekte Englische Woche? Nach den beiden knappen Siegen gegen Duisburg (2:1) und Regensburg (2:1) folgt der nächste Härtetest auf dem Tivoli. Gegen Alemannia Aachen (Samstag, 14 Uhr) rechnet Cheftrainer Alexander Ende mit weiteren Entwicklungsschritten – und vermutet eine Finte beim Gegner.
"Vor zwei Wochen so noch nicht gefallen"
Einen Angriff im eigenen Strafraum aufgebaut, auf der rechten Seite brach Steven van der Sloot durch, in der Mitte verwandelte Erik Wekesser freistehend und mühelos zum zwischenzeitlichen Ausgleich in Regensburg. F95-Coach Alexander Ende war sich sicher: "Vor zwei Wochen wäre das Tor so noch nicht gefallen." Die Fortuna, sie findet Stück für Stück zusammen. Auf die beiden Auftaktniederlagen folgten zehn Punkte aus vier Spielen, in denen Düsseldorf sein Comeback feierte – und zwar im Sinne des Wortlauts, denn die Rheinländer drehten die letzten beiden Spiele gegen Duisburg und Regensburg nach Rückstand.
"Das sind die Prozesse, die jetzt im Gange sind. Das ist der Weg, den wir in diesen Wochen gehen", freute sich Ende, dass die gemeinsame Arbeit mehr und mehr Früchte trägt. Denn der Cheftrainer betonte: "Ich könnte aus dem Spiel gegen Fortuna Köln sehr, sehr viele Szenen zeigen, wo wir genau an denselben Stellen waren, wo wir auch freie Leute in der Mitte hatten. Aber dieses Mal kam die Flanke perfekt." Der schmale Grat zwischen Erfolg und Misserfolg hat sich zugunsten der Düsseldorfer entwickelt. Und trotzdem hob Ende hervor: "Einmal kommt die Flanke, dann sagen alle 'Wow, cool'. Und einmal kommt sie nicht, dann fragen alle: 'Was spielst du da?'." Der Lernprozess bei der Fortuna hält entsprechend weiter an.
"Nehmen dem Gegner die Luft zum Atmen"
Jetzt gegen Alemannia Aachen. "Wir hatten jetzt zwei Spiele, in denen wir 120 Kilometer gelaufen sind. Wir haben sehr, sehr viel investiert, aber am Ende der Englischen Woche kommt jetzt wahrscheinlich, was die reine Intensität betrifft, die härteste Nuss", fand Ende. Das lauf- und körperbetonte Spiel der Alemannia wird am Tivoli sicherlich wieder in den Vordergrund rücken. Dessen war sich der F95-Coach sicher: "Sie sind in der Lage, dem Gegner wirklich die Luft zum Atmen zu nehmen. Das ist so." Doch genau diese Spielweisen würde auch für ein gewisses Risiko sorgen, das die Fortuna für sich ausnutzen will. Von etwaigen Finten von Alemannia-Trainer Mersad Selimbegovic wollte sich Ende jedenfalls nicht ködern lassen.
"Ich habe da natürlich ein bisschen hereingehört, was auf der anderen Seite zum Spiel gesagt wurde. Der Trainerkollege habe kein Problem damit, uns auch mal den Ball zu überlassen. Davon gehe ich definitiv nicht aus", legte sich Ende fest. "Ich gehe davon aus, dass sie auf die Jagd gehen werden im eigenen Stadion und sich nicht zurückziehen. Körperlich, mental und fußballerisch wird uns die Partie alles abverlangen." Ohne Dominique Heintz, Felix Meiser, Hamza Anhari, Jordi Paulina sowie Nachwuchskeeper Milán Czakó (Meniskusriss) gehen die Fortunen ins Spiel. Danach sehnt sich Düsseldorf nach der Länderspielpause, obwohl die Rheinländer in ihrem guten Lauf unterbrochen werden. "Auf der anderen Seite weiß ich auch, was so Allgemeines dranhängt", so Ende mit Blick auf den Alltag abseits des Rasens. "Es gibt Jungs, die teilweise ihre Umzüge noch finalisieren müssen. Da tut es gut, einfach mal zwei Tage am Stück frei zu haben." Müdigkeit im Spiel sei hingegen kein Thema gewesen.