"Mag ich wirklich nicht": Langeneke will nur nach vorne schauen
Sechs Tage nach seiner Beförderung zum Cheftrainer feiert Jens Langeneke am Samstag beim Auswärtsspiel in Rostock sein Debüt – sowohl für die Fortuna als auch in der 3. Liga. Eine gewisse Anspannung ist beim Ex-Profi dabei vorhanden, in die Vergangenheit schauen will er aber nicht.
Alte Anekdoten spielen keine Rolle
Ein Ex-Profi als Trainer? Da liegt der Verdacht nahe, dass er seiner neuen Mannschaft zunächst von seiner Zeit als Spieler berichtet, um das Team abzuholen. Doch dem war im Falle von Langeneke nicht so, wie er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag berichtete. "Ich mag es wirklich nicht, aus der Vergangenheit als Spieler irgendwelche Anekdoten zu erzählen." Stattdessen will der 49-Jährige nur nach vorne schauen. Zwar gebe es Charaktereigenschaften, "die ich auf die Mannschaft übertragen werde und will, aber das hat nichts mehr mit meiner Vergangenheit oder Vita zu tun". Dass er mehr als früher im Fokus stehen wird, sei ihm bewusst, sagte der neue Fortuna-Coach, nimmt das aber in Kauf, um die Trendwende einzuleiten zu können.
In den ersten Tagen als Chefcoach standen zunächst "sehr viele Gespräche" an, berichtete der gebürtige Lippstädter. Der Austausch mit der Mannschaft sei dabei "wirklich gut" gewesen, "gefühlt sind alle mit 110 Prozent dabei". In der Arbeit mit den Spielern sei es dann nicht darum gegangen, alles zu verändern. Zumal auch unter Vorgänger Alexander Ende "nicht alles schlecht war", wie Langeneke betonte. Einen Schwerpunkt setzt Langeneke angesichts von erst elf Toren im Offensivbereich. Außerdem sei es darum gegangen, der Mannschaft bestimmte Grundtugenden mit auf den Weg zu geben. Diesbezüglich liege er mit dem Team aber auf einer Linie. Und letztlich stünden ohnehin die Spieler in der Pflicht, "dass sie das auf dem Platz auch zeigen und Situationen alleine lösen können.".
"Wird schon ganz schön kribbeln"
Während der 90 Minuten sei seine Einflussnahme begrenzt, nicht zuletzt wegen der Lautstärke, die im Ostseestadion von über 25.000 Zuschauern – darunter 1.300 Fortuna-Fans – herrschen wird. Auch Hansa steht nach zuletzt zwei Niederlagen unter Druck. "Sie wollen zuhause sicherlich die Trendwende einleiten. Daher müssen wir uns darauf einstellen, dass da eine gewisse Wucht auf uns zukommt", stimmte Langeneke seine Mannschaft ein. "Vermutlich werden sie hoch attackieren und auch bei Ballbesitz unter Druck setzen. Aber da werden wir gegenhalten, unsere Mittel auch auf den Platz bringen und vielleicht auch mal einen einfachen Ball spielen."
Nicht mitreisen werden Felix Meiser (Meniskusverletzung), Lukas Eixler (Sehnenreizung), Dominik Heinz (Oberschenkelprobleme) sowie Elias Egouli, dessen krankheitsbedingter Ausfall besonders schmerzt. "Er ist natürlich ein wichtiger Spieler, das steht außer Frage", sagte der Fortuna-Coach. "Aber wir haben einen großen Kader und werden ihn ersetzt bekommen." Lukas Bornschein dürfte dafür infrage kommen. Für Langeneke wird es indes das erste Spiel als Trainer im Profibereich, entsprechend erwartet er, dass es "ganz schön kribbeln wird. Aber ich weiß auch: Wenn der Schiedsrichter anpfeift, alles gut ist. Dann geht es um Fußball und meine Aufgaben, die ich mit der Mannschaft zu erledigen habe. Und dann wird das funktionieren." Ob dem tatsächlich so ist, wird sich dann am Samstag zeigen.