"Dann höre ich auf": Mota bricht Interview nach Niederlage ab

Mit zwei Siegen in Folge war der SV Waldhof Mannheim zuletzt bis auf Platz sechs vorgerückt, musste im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am Mittwochabend nun aber eine bittere 0:3-Pleite hinnehmen. Trainer Rui Mota machte auch einige Entscheidungen des Schiedsrichters dafür verantwortlich – und brach nach Spielende ein Interview ab.

"Ich muss ihnen dazu gratulieren"

Ohrenbetäubend laut waren sie, die Pfiffe nach Spielende, als das Schiedsrichter-Team um Timon Schulz von Schirmen geschützt den Platz verließ. Keine Frage: Die Unparteiischen hatten bei den Fans im Carl-Benz-Stadion aufgrund einiger umstrittener Entscheidungen keinen leichten Stand. Und auch Trainer Rui Mota war nicht gut auf die Referees zu sprechen.

Unter anderem aufgrund der Gegentreffer zum 0:1 und 0:3, weil diesen womöglich eine Abseitsposition vorausgegangen war. "Ich verstehe nicht, wie man das nicht sehen kann", echauffierte sich der Portugiese bei "MagentaSport" und sprach davon, dass gerade das erste – aus seiner Sicht irreguläre Gegentor – "einen großen Einfluss" auf das Spiel gehabt habe.

"Es tut mir sehr leid für meine Jungs, weil sie wirklich hart gearbeitet haben. Doch wir sind heute sehr vom Schiedsrichter-Team bestraft worden. Ich muss ihnen dazu gratulieren", sagte Mota süffisant, zumal er in der 76. Minute noch einen Elfmeter für sein Team forderte. Die TV-Bilder zeigten jedoch, dass Ingolstadts Yannick Deichmann den Ball von Goncalo Gregorio nicht an den Arm, sondern ins Gesicht bekam.

Uneinigkeit um rote Karte

Groß war die Aufregung bei Mota auch über die rote Karte gegen Thalhammer nach bereits 14 Minuten, habe diese sein Team doch "komplett aus der Partie genommen". Der Mittelfeldspieler war bei einem Zweikampf mit Kanuric weggerutscht, hatte seinen Gegenspieler dann aber mit gestreckten Beinen und offener Sohle unglücklich am Schienbein getroffen. "Für mich ist das eine gelbe Karte, aber keine Rote, weil er ihn nicht verletzten wollte und es nur ein leichter Kontakt ist", sagte Mota.

Auch Thalhammer selbst äußerte sich zunächst ähnlich und verwies darauf, dass er Kanuric "nicht oberhalb des Knöchels" habe. "Es sieht schon hart aus, aber es ist Dunkelgelb, würde ich sagen." Anschließend auf seine offene Sohle bei der Aktion angesprochen, schwenkte der 29-Jährige jedoch etwas um und meinte: "Dann darf ich mich auf keinen Fall beschweren. Dann kann man die rote Karte schon geben."

"Wenn Sie über das Spiel sprechen wollen …"

Als Mota von Moderator Kevin Gerwin mit der Aussage Thalhammers konfrontiert wurde, entgegnete er: "Ich bin nicht derselben Meinung und ich weiß, dass er das nicht gesehen hat." Gerwin erklärte ihm daraufhin, dass Thalhammer die Szene zuvor gezeigt worden war. Das besänftigte Mota allerdings nicht – im Gegenteil: "Wenn Sie über das Spiel sprechen wollen, mache ich weiter. Wenn Sie über den Schiedsrichter sprechen wollen, dann höre ich auf. Okay?"

Danach brach der Waldhof-Coach das Interview jedoch ab und ging, ohne dass Gerwin weitere Fragen zum Spiel stellen konnte. Durch die vierte Niederlage in dieser Saison rutschen die Buwe in der Tabelle auf Platz 8 ab. Zum Abschluss der Englischen Woche geht es am Samstag nach Würzburg – dann jedoch ohne Thalhammer.

   

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