Bulut im Interview: "Wird Zeit, dass wir in Fahrt kommen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Onur Bulut von Schlusslicht Eintracht Braunschweig über den Fehlstart des Zweitliga-Absteigers, das kurzfristige Ziel der Eintracht, Dinge, die besser werden müssen, und das kommende Spiel gegen den FC Carl Zeiss Jena.

"Haben zu passiv agiert"

liga3-online.de: Noch ohne Sieg rangiert Eintracht Braunschweig auf dem letzten Tabellenplatz. Wie erklären Sie sich diesen Fehlstart, Herr Bulut?

Onur Bulut: Nach den ersten vier Spielen konnten wir uns kaum etwas vorwerfen. Wir haben ordentliche Leistungen gezeigt und hätten beispielsweise beim SV Wehen Wiesbaden gewinnen müssen. Wenn man bis zur 86. Minute 3:1 führt, sollte man das Duell auch für sich entscheiden und nicht noch 3:3 spielen. Die vergangenen beiden Partien gegen Fortuna Köln (0:2, Anm. d. Red.) und bei der SpVgg Unterhaching (0:3, Anm. d. Red.) waren dagegen sehr schwach von uns. Wir haben zu passiv agiert und sind nicht als Einheit aufgetreten. Das muss schnell wieder besser werden.

Als Zweitliga-Absteiger gehörte Braunschweig zu den großen Aufstiegsfavoriten. Der Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze beträgt schon jetzt elf Punkte. Ist es dennoch der Anspruch der Eintracht, oben mitzuspielen?

Über die vorderen Tabellenplätze machen wir uns aktuell keine Gedanken. Es geht für uns erst einmal darum, so schnell wie möglich den Negativlauf zu beenden und den ersten Sieg zu holen. Den Rückstand auf die Tabellenspitze halte ich aber nicht für allzu groß. Es sind noch 32 Partien zu spielen.

Auch andere hoch gehandelte Teams wie der 1. FC Kaiserslautern, der Karlsruher SC und der SV Wehen Wiesbaden stecken unten drin. Was sagt das über die 3. Liga aus?

Einiges! Wir sind ein Teil der stärksten 3. Liga, die es jemals gab. Jeder kann jeden schlagen und es ist schwer zu prognostizieren, wer am Ende ganz oben stehen wird.

 

"Haben begriffen, dass wir nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen"

Glauben Sie, dass sich das Tabellenbild in den kommenden Monaten noch deutlich verändern wird?

Definitiv. Die Saison ist noch jung und in der Anfangsphase haben bereits eingespielte Mannschaften einen Vorteil. Dass Teams wie wir, die mit vielen Neuzugängen gespickt sind, etwas länger brauchen, um sich in einer neuen Liga zurechtzufinden, ist nicht ungewöhnlich. Ich bin davon überzeugt, dass einige Mannschaften, die aktuell noch in der unteren Tabellenhälfte rangieren, schon bald Serien starten und viele Plätze klettern werden.

Wie wollen Sie es schaffen, das Ruder herumzureißen?

Wir tun gut daran, uns an den guten Auftritten zum Saisonstart zu orientieren und aus unseren Fehlern zu lernen, um uns weiterentwickeln zu können. Ansonsten müssen wir die Begegnungen gegen Fortuna Köln und in Unterhaching abhaken und uns gegen Jena neu beweisen. Wir müssen insgesamt wieder mehr als Mannschaft auftreten und in der Offensive kaltschnäuziger werden.

Nächste Woche Freitag hat Braunschweig den FC Carl Zeiss Jena zu Gast. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Bulut: Jena hat schon zehn Punkte geholt und reist sicher mit Selbstvertrauen zu uns. Aber ganz ehrlich? Es ist ganz egal, gegen wir in den kommenden Wochen spielen. Wir müssen uns auf unser eigenes Spiel konzentrieren und auf unsere Qualitäten vertrauen. Es wird Zeit, dass wir in Fahrt kommen.

Warum platzt gegen Jena der Knoten?

Weil wir endlich begriffen haben, dass wir nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen, sondern in der 3. Liga angekommen sind. In der 3. Liga kommt man nicht nur über das Spielerische zum Erfolg, sondern vor allem durch unermüdlichen Einsatz und Kampf.

   

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