MSV vor Stuttgart II: "Wissen nicht, was auf uns zukommt“
Vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II sieht MSV-Trainer Dietmar Hirsch eine besondere Herausforderung. Neben der schwer vorhersehbaren Aufstellung des Gegners beschäftigt ihn auch die aktuelle Standardschwäche.
"Da spielt die Vergangenheit keine Rolle"
An den VfB Stuttgart II dürfte der MSV Duisburg ganz besondere Erinnerungen haben. Am 2. August 2025 feierten die Zebras gegen die Zweitvertretung ihr Comeback in der 3. Liga – und läuteten zugleich den "Wahnsinn von der Wedau" ein. Der 2:1-Sieg markierte nicht nur den Auftakt zu einem furiosen Saisonstart, sondern auch zu einer fulminanten Spielzeit, die beinahe im Aufstieg in die 2. Bundesliga mündete.
Weit mehr als ein Jahr später kommt es erneut zum Aufeinandertreffen in der Schauinsland-Reisen-Arena. Groß zurückblicken auf damals möchte MSV-Cheftrainer Dietmar Hirsch allerdings nicht, wie er im Mediengespräch vor der Partie klarstellte: "Egal, was letztes Jahr war: Wir sind anders, der Gegner ist anders. Wir beschäftigen uns mit der Ist-Situation. Da spielt die Vergangenheit keine Rolle." Und die bietet derzeit ohnehin genügend Gesprächsstoff.
"Letztlich haben wir blöde Fehler gemacht"
Da wäre zum einen die zweite Saisonniederlage beim FC Ingolstadt. Dass die Zebras trotz Überzahl nicht gewinnen konnten, ärgerte Hirsch weniger als das Verhalten bei den Gegentoren: "Wir wollten mehr machen und kassieren dann einen frühen Treffer. Dann laufen wir natürlich hinterher. Letztlich haben wir blöde Fehler gemacht und deshalb das Spiel verloren." Den Ausgleich kassierte der MSV nach einer Ecke. Insgesamt fielen sechs der 14 Gegentore nach ruhenden Bällen.
Für Hirsch ist das vor allem eine Frage der Einstellung. Zwar könne man defensive Standards trainieren, allerdings sei das ähnlich schwierig wie beim Elfmeterschießen. "Es sind Momente, die anders sind als im Spiel. Im Training fehlt die Dynamik, die besondere Situation." Zudem könne man zwar "Varianten trainieren, aber im Spiel weiß man nie genau, was der Gegner macht". Letztlich hofft Hirsch, dass seine Spieler ein Gefühl für solche Situationen entwickeln. Ihm sei es sogar lieber, "wenn mein Spieler einen Gegner hält, der zu Boden geht und es Strafstoß gibt, als wenn er ihn laufen lässt".
"Das ist immer das größte Problem"
Ebenfalls Teil der herausfordernden Ist-Situation ist die mögliche Aufstellung des VfB Stuttgart II. Denn an den ersten elf Spieltagen lief die Zweitvertretung mit elf unterschiedlichen Startformationen auf. "Das ist immer das größte Problem. Das ist halt bei zweiten Mannschaften so", erklärte Hirsch und fügte an: "Hinzu kommt, dass die Profis zeitgleich im Einsatz sind. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt."
Anders sieht es bei der Spielweise aus. Die Stuttgarter zeichnen sich durch ihre Spielstärke aus. Deshalb gilt für Hirsch: "Nicht spielen lassen, sondern selbst Initiative ergreifen." Gegen den Ball erwartet er, "dass wir eine vernünftige Höhe haben und den Gegner daraus stressen". Personell muss der MSV-Trainer weiterhin auf Christian Viet verzichten. Dennoch geht er davon aus, dass Viet "zeitnah wiederkommt". Auch Dennis Borkowski macht zwar Fortschritte, ist für das Heimspiel am Samstag aber noch keine Alternative.