Hansa Rostock zieht Einspruch gegen Dirkner-Sperre zurück
Für zwei Spiele war Rostocks Jonas Dirkner nach seiner roten Karte in der Partie bei Alemannia Aachen vor eineinhalb Wochen gesperrt worden. Das wollte die Kogge aber nicht hinnehmen und legte daher Einspruch ein. Diesen hat Hansa allerdings wieder zurückgezogen, sodass es bei der Sperre von zwei Partien bleibt.
DFB lehnte Hansa-Anträge ab
Eigentlich sollte am Mittwochnachmittag um 14 Uhr bei einer mündlichen Verhandlung am DFB-Campus in Frankfurt über den Einspruch verhandelt werden. Dazu kam es allerdings nicht, nachdem der FCH den Einspruch zurückgezogen hatte. Den Grund für diese Entscheidung erklärt der Klub so: "Wir hatten beantragt, die Verhandlung auf den Wochenanfang vorzuverlegen oder Jonas – wie nicht unüblich – am Mittwoch digital von der Pflicht zum persönlichen Erscheinen zu entbinden." Beide Anträge seien jedoch abgelehnt worden, der DFB hielt am Verhandlungstermin am Mittwoch mit einer persönlichen Anwesenheit des 24-Jährigen fest.
Weil Dirkner dadurch jedoch zwei Trainingstage in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim SSV Jahn verpasst hätte, "haben wir nach sportlicher Abwägung entschieden, den Einspruch zurückzuziehen", teilte der FCH mit. Damit bleibt Dirkner gesperrt und verpasst nach der Partie gegen Düsseldorf auch das Auswärtsspiel in Regensburg am Samstag. Erst am 7. November, wenn die Kogge auf die SG Sonnenhof Großaspach trifft, ist der Mittelfeldspieler wieder dabei.
Rafati stufte Platzverweis als Fehlentscheidung ein
Gesehen hatte Dirkner die rote Karte bei der Partie in Aachen in der fünften Minute der Nachspielzeit im Anschluss an einen Ellenbogeneinsatz gegen Kacper Koscierski. Schiedsrichter Eric Weisbach wertete die Szene als Tätlichkeit, was aus Sicht von liga3-online.de-Experte Babak Rafati jedoch eine Fehlentscheidung war.
"Dass ein Foulspiel vorliegt, ist unstrittig. Dirkner lässt seinen Gegenspieler Koscierski in den Rücken auflaufen, sodass es sich um ein rücksichtsloses Foulspiel, nicht aber um einen rüden Einsatz oder eine Tätlichkeit handelt. Auch wenn der Ellenbogen im Einsatz ist, wird dieser nicht zum Schlag eingesetzt. Außerdem ist die Intensität des Ellenbogens nicht hoch und er landet am Ende auch nicht im Gesicht des Aacheners. Ein entsprechendes Trefferbild für eine rote Karte ist ebenfalls nicht vorhanden, sodass es in dieser Szene die gelbe, anstatt einer roten Karte hätte geben müssen", so Rafati. In einer ähnlichen Art und Weise dürfte auch Hansa den Einspruch begründet haben, um eine Reduzierung der Sperre zu erwirken. Daraus wurde allerdings nichts.