Große Enttäuschung bei RWE nach Pokal-Aus: "Tut ein bisschen weh"

Fast 70 Minuten lang durfte Rot-Weiss Essen nach einer frühen Führung von der Pokal-Sensation gegen RB Leipzig träumen, ehe der Champions-League-Teilnehmer die Partie spät binnen vier Zeigerumdrehungen drehte. Entsprechend überwog bei RWE nicht der Stolz auf eine starke Leistung, sondern die Enttäuschung, das Achtelfinale knapp verpasst zu haben.

"Wenn du so dicht dran bist …"

Er war beste Werbung für die 3. Liga und RWE, der kämpferische und leidenschaftliche Auftritt der Essener. Vor allem im ersten Durchgang war es RWE gelungen, dem großen Favoriten seinen Hafenstraßen-Fußball aufzudrücken und den Bundesliga-Fünften nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Allein: Am Ende stand dennoch das Aus, nachdem RB die Partie mit einem Doppelschlag (78. / 82.) drehte. Trainer Uwe Koschinat war geknickt: "Ich bin nicht angetreten, um nur stolz zu sein, sondern wir wollten auch erfolgreich sein", sagte er bei "Sky". Es sei zwar "schön", die Fans wieder "unfassbar stolz gemacht" zu haben. "Aber ehrlicherweise, wenn du so dicht dran bist, dann tut es eher ein bisschen weh."

Auch Lucas Brumme machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Es war einfach drin, es hätte heute funktionieren können oder vielleicht auch müssen. Wir waren auf jeden Fall nah dran." Zumal RWE ab der 44. Minute in Überzahl war. "Das hat uns natürlich in die Karten gespielt. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir es nicht mehr geschafft, den Zugriff zu bekommen." Auch, weil die Leipziger den Druck deutlich erhöht hatten. "Dann kassieren wir ein dummes Gegentor", verwies Brumme auf den Ausgleichstreffer, der RWE letztlich aus der Bahn warf.

Brumme als Neuner

Zuvor hatte Brumme die Essener bereits nach acht Minuten in Führung gebracht und dabei von einem Patzer des Leipziger Keepers Nyland profitiert. "Ich habe gesehen, dass er ausgerutscht ist. Ich komme an den Ball, gehe an ihm vorbei und habe ein bisschen Glück, denn der Schuss war ein bisschen lasch. Aber Gott sei Dank ist er reingegangen." Das Besondere: Brumme lief dabei nicht auf seiner gewohnten Position als Linksaußen, sondern im Sturm auf. Zu dieser Maßnahme hatte sich Koschinat entschieden, da mit Semir Telalovic, Marek Janssen und Jaka Cuber Potocnik alle etatmäßigen Angreifer ausgefallen waren.

Wie Brumme berichtet, habe Essens Coach ihm seine Idee "beiläufig" erzählt. Im Endeffekt sei es aber auch nicht viel anders. "Du musst in die Zweikämpfe und Kopfballduelle. Aber das hat heute alles gepasst." Ob seine neue Rolle eine Option für die nächsten Wochen sein könnte, vermochte Brumme nicht zu bewerten, geht aber ohnehin davon aus, dass Janssen bis Sonntag wieder fit wird. Dann gastiert RWE bei der SG Sonnenhof Großaspach – und will wieder als Sieger vom Platz gehen.

 

   

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