RWE verliert nach Führung gegen Leipzig, Aspach unterliegt dem FCA
In der zweiten Runde des DFB-Pokals mussten mit Rot-Weiss Essen und der SG Sonnenhof Großaspach trotz starker Vorstellungen die letzten beiden Vertreter der 3. Liga die Segel streichen. RWE lag gegen Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig lange Zeit in Führung, ehe die Sachsen die Partie in der Schlussphase trotz Unterzahl mit einem Doppelschlag drehten und sich mit 2:1 durchsetzten. Großaspach konnte gegen den FC Augsburg einen 0:2-Rückstand zwischenzeitlich egalisieren, kassierte anschließend aber zwei weitere Gegentreffer und musste sich letztlich mit 2:4 geschlagen geben.
Rot-Weiss Essen 1:2 RB Leipzig
Aushilfsstürmer Brumme bringt die Hafenstraße zum Beben
Vor dem Highlight-Spiel gegen den Bundesliga-Fünften RB Leipzig musste RWE-Coach Uwe Koschinat im Vergleich zum jüngsten 1:0-Sieg gegen Regensburg mit Janssen und Potocnik zwei weitere Ausfälle in der ohnehin schon ausgedünnten Offensive verkraften. Daher beorderte Koschinat überraschend den eigentlichen Flügelspieler Brumme ins Sturmzentrum. Zudem rückten Hofmann, Reisig und Bouebari in die erste Elf, während Celebi auf der Bank Platz nahm. Auf der Gegenseite rotierte RB-Trainer Martin Demichelis nach dem 4:0 gegen Elversberg auf fünf Positionen. Auf dem Platz erwischten die von ihren frenetischen Fans angetriebenen Essener den besseren Start – und belohnten sich mit der frühen Führung: Nach einem zu kurzen Rückpass von Lukeba rutschte Leipzigs Keeper Nyland weg, sodass Brumme an die Kugel kam, den Keeper umrundete und zum 1:0 einschieben konnte (9.)!
Auch in der Folge präsentierten sich die Gastgeber hochengagiert und machten den Leipzigern mit ihrer aggressiven Zweikampfführung das Leben schwer. Die Gäste fanden offensiv kaum Lösungen und kamen im gesamten ersten Durchgang zu keiner nennenswerten Torchance. Stattdessen wäre Brumme mit einem frech an der Mauer vorbeigeschossenen Freistoß beinahe das 2:0 gelungen, doch der Ball landete am Außennetz (25.). Kurz vor der Pause kam es für den Favoriten noch dicker: Der bereits verwarnte Seiwald trat Reisig auf den Fuß und sah folgerichtig die Gelb-Rote Karte (44.). So ging Essen mit einer verdienten 1:0-Führung und in Überzahl in die Kabinen.
Leipziger Doppelschlag in der Schlussphase
Trotz der Führung im Rücken startete RWE engagiert in den zweiten Durchgang, während sich die Gäste aus Sachsen, bei denen Demichelis zur Pause einen Doppelwechsel vorgenommen hatte, weiterhin schwertaten. Erst kurz vor der Stundenmarke gelang es RB, den Druck merklich zu erhöhen. Der auffällige Gomis sorgte gleich zweimal für Gefahr, traf zunächst aber nur Mitspieler Romulo (55.) und scheiterte anschließend an RWE-Keeper Golz (59.). Die Essener hielten mit großem Einsatz dagegen, gerieten nun aber zunehmend unter Druck. Die nächste Großchance hatte der gerade eingewechselte Baumgartner, der eine Flanke von Raum über das Tor köpfte (63.). Wenig später brachte auch Orban den Ball nach einem Freistoß aus kurzer Distanz nicht aufs Tor (67.).
Die Kräfte der Gastgeber schwanden nun zunehmend, während Leipzig trotz Unterzahl weiter auf den Ausgleich drängte. In der 78. Minute war es schließlich so weit: Nusa setzte sich auf der linken Seite stark gegen zwei Essener durch und bediente anschließend Baumgartner, der im Zentrum nur noch den Fuß reinhalten musste, um für den Ausgleich zu sorgen. Doch damit nicht genug: Nur vier Minuten später war der Österreicher erneut zur Stelle und köpfte eine Freistoßflanke von Raum zur 2:1-Führung für die Gäste ein (82.). Spiel gedreht innerhalb von nur vier Minuten! In der Schlussphase warf RWE noch einmal alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzwingen. Doch auch in der vierminütigen Nachspielzeit gelang dieser nicht mehr, sodass die Ruhrpottler trotz großen Kampfes das Aus hinnehmen mussten. Am Sonntagnachmittag steht für Essen dann die nächste Partie auf dem Programm – auswärts in Großaspach.
Sonnenhof Großaspach 2:4 FC Augsburg
Pollex antwortet auf den doppelten Ribeiro
Im Duell gegen den Bundesliga-Neunten FC Augsburg vertraute Großaspach-Coach Pascal Reinhardt derselben Startelf wie bei der jüngsten 1:7-Klatsche in Wiesbaden. Der Bundesligist, der im Vergleich zum Remis gegen Union Berlin mit fünf neuen Spielern startete, übernahm von Beginn an das Kommando. Mit seiner ersten Torchance schlug der Favorit dann auch gleich zu: Nach einer Kopfballablage von Fellhauer traf Ribeiro aus der Drehung zum 1:0 (13.). Wenig später verhinderte SGS-Keeper Reule gegen Fellhauer den nächsten Gegentreffer (19.). Kurz darauf wurde es turbulent: Zunächst traf Kunde mit einem sehenswerten Fernschuss nur den Pfosten, ehe Ribeiro im unmittelbaren Gegenzug einen langen Ball von Behrens aufnahm und in Mittelstürmermanier zum 2:0 verwertete (21.).
Doch die SGS antwortete postwendend: Molinari traf nach Vorarbeit von Pollex zum Anschluss. Der Treffer wurde zunächst wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt, nach VAR-Überprüfung jedoch gegeben (23.). In der Folge fanden die Gastgeber deutlich besser in die Partie, erarbeiteten sich einige längere Ballbesitzphasen und kamen zu weiteren Abschlüssen – darunter ein gefährlicher Schuss von Kunde in der 45. Minute, den Dahmen gerade noch entschärfen konnte. So ging es mit einer knappen 2:1-Führung für den Bundesligisten in die Kabinen.
Aspacher Ausgleich reicht nicht
Unmittelbar nach Wiederanpfiff brachte der Drittligist das ausverkaufte Stadion zum Beben: Nach einer zunächst geklärten Ecke brachte Molinari den Ball von links gefühlvoll in die Mitte, wo Celiktas zum 2:2-Ausgeich einnickte (47.)! Die Hausherren spielten in der Folge euphorisiert weiter nach vorne, während Augsburg einige Minuten brauchte, um sich wieder zu sammeln. Zwar übernahm der Bundesligist nun zunehmend die Spielkontrolle, gegen die gut organisierte SGS-Defensive fanden die Gäste zunächst aber kaum Lösungen. Gefährlich wurde es nur durch Rieder, dessen Abschluss gerade noch von Aidonis geblockt werden konnte (60.).
In der 70. Minute schlug der Favorit dann aber eiskalt zu: Der gerade eingewechselte Ibrahimovic zog aus dem Rückraum ab und versenkte den Ball sehenswert im rechten unteren Eck – die erneute Führung für den Bundesligisten! Und nur vier Minuten später machten die Schwaben den Sack zu: Diesmal traf der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Kade mit einem trockenen Linksschuss zum 4:2 für den FCA (74.). In der Schlussphase kämpfte Großaspach weiter wacker, doch Augsburg war dem fünften Treffer deutlich näher als die SGS dem Anschlusstreffer. Letztlich blieb es beim 4:2 für den Bundesligisten. Weiter geht es für Großaspach am Sonntagnachmittag gegen Rot-Weiss Essen.