"Die Regel ist ein völliger Witz": Wieder Schiri-Ärger bei Hirsch

Frühe Führung, lange Überzahl und trotzdem keine Punkte: Der MSV Duisburg hat beim 1:2 in Ingolstadt die zweite Niederlage in dieser Saison kassiert. Trainer Dietmar Hirsch bemängelte fehlende Kontrolle, unpräzise Flanken – und haderte wie schon vor einer Woche nach dem 1:1 gegen Viktoria Köln mit dem Schiedsrichter. 

"Nicht so viel reden, sondern eher machen"

Groß war sie, die Enttäuschung beim MSV nach der Niederlage beim FCI. "Wir haben vier Minuten gut Fußball gespielt, gehen in Führung, dann war schon ein Bruch drin", sagte Hirsch im Interview gegenüber "MagentaSport". Auch der Platzverweis gegen Georgios Antzoulas brachte keine Wende. Der Ingolstädter sah nach einer Notbremse gegen Lobinger Rot, die Gastgeber spielten ab der 34. Minute in Unterzahl. Duisburg nutzte die Gelegenheit nicht. "Das war heute einfach sehr enttäuschend und nicht gut genug, um überhaupt einen Punkt mitzunehmen, und deswegen hat Ingolstadt verdient gewonnen. So fair muss man sein. Es war einfach zu wenig", urteilte Hirsch.

Auf der anschließenden Pressekonferenz bemängelte er die schnellen Ballverluste und zahlreichen zugelassenen Standards. Der Ausgleich fiel nach einer Ecke am zweiten Pfosten – genau vor diesem Muster hatte das Trainerteam gewarnt. "Genau so ist es gekommen, das haben wir ganz schlecht verteidigt." Im Überzahlspiel habe Duisburg teilweise schnell um den Abwehrblock gespielt und die Außen freibekommen. Anschließend fehlte die Präzision: "Der letzte Pass, in dem Fall dann Flanken, die waren nicht gut." Auf die Frage, ob die Niederlage die Sinne schärfen könne, antwortete Hirsch: "Wäre ganz gut. Nicht so viel reden, sondern eher machen."

Ärger über Fünf-Sekunden-Countdown

Auch die Umsetzung des Fünf-Sekunden-Countdowns bei verzögerten Abstößen beschäftigte Hirsch auf der Pressekonferenz. Er bemängelte den aus seiner Sicht verspäteten Beginn und die Dauer des Countdowns. Dazu passten auch die lediglich drei Minuten Nachspielzeit nicht. "Fünf Sekunden sind fünf Sekunden und nicht 15. Das kam bestimmt 15 Mal vor. Dann musst du zehn Minuten nachspielen lassen und keine drei. Die Regel ist ein völliger Witz und heute komplett nicht umgesetzt worden", schimpfte Hirsch, der unmittelbar nach dem Spiel den Weg zum Unparteiischen gesucht hatte. "Er meinte, dass ich erstmal runterkommen soll und dann nochmal reinkommen könnte (in die Schiedsrichter-Kabine; d. Red.). Aber wieso soll ich reinkommen? Es hat ja jeder gesehen."

Bereits bei einer Trainertagung vier Wochen zuvor habe er das Problem angesprochen. Hirsch plädierte dafür, die Regel abzuschaffen und die Nachspielzeit wieder dem Ermessen des Schiedsrichters zu überlassen. Ingolstadts Torwart machte er dabei keinen Vorwurf: Wer merke, dass Verzögerungen ohne Sanktionen blieben, nutze das aus. "Der Schiedsrichter ist dazu da, die Regeln einzuhalten. Das hat er nicht gemacht, ganz einfach", sagte Hirsch, betonte aber gleich mehrfach: "Der Schiedsrichter hat gar nichts damit zu tun, dass wir das Spiel verloren haben. Das ist mir ganz wichtig."

"Dann musst du einfach das Spiel an dich reißen"

Lobinger machte im Interview gegenüber "MagentaSport" die fehlende Haltung dafür verantwortlich: Der Anspruch müsse sein, "als Tabellenführer hierherzufahren und mit einer anderen Mentalität und Leidenschaft aufzutreten". Nach Führung und Platzverweis sei die Aufgabe klar gewesen: "Dann musst du einfach das Spiel an dich reißen. Und das haben wir heute nicht geschafft." Ingolstadt habe die langen Bälle und Flanken mit seiner Körperlichkeit gut verteidigt. "Wir haben es halt nicht geschafft, irgendwie anders Ingolstadt wehzutun."

Die zweite Niederlage in dieser Saison ändert zwar nichts daran, dass die Zebras weiterhin von der Tabellenspitze grüßen, allerdings beträgt der Vorsprung auf Viktoria Köln nur noch zwei Punkte, zu Rot-Weiss Essen sind es vier Zähler. Im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II am kommenden Samstag (31. Oktober, 14 Uhr) will der MSV nach dem Rückschlag wieder punkten.

 

   

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