"Alles in allem zu wenig": SSV Jahn bleibt im Tabellenkeller stecken
Anstatt den leichten Aufwärtstrend der letzten Spiele fortzusetzen, musste der SSV Jahn Regensburg durch die 0:1-Niederlage in Essen einen erneuten Rückschlag hinnehmen und bleibt dadurch im Tabellenkeller stecken. Trainer Sascha Hildmann kritisierte im Nachgang vor allem die Einstellung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit.
Fight nicht angenommen
In der 80. Minute war sie nochmal da, die große Chance auf den Ausgleich, als Hermes von Boujellab bedient wurde, aus spitzem Winkel dann aber über das Tor zog. Auch kurz vor der Pause hatte Philipp den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte jedoch an Golz. Das waren allerdings auch schon die einzigen beiden nennenswerten Möglichkeiten des SSV Jahn, der insgesamt viel zu harmlos war. Die Niederlage machte Trainer Sascha Hildmann aber weniger an der Offensive, sondern vielmehr an der Einstellung fest. "Wenn du in Essen spielst, musst du von Anfang an den Fight annehmen. Das haben wir vermissen lassen", sagte er bei "MagentaSport". Stattdessen habe sich seine Mannschaft selbst in schwierige Situationen gebracht und das Spiel dadurch unnötig schnell und hektisch gemacht.
So auch beim Gegentreffer in der 15. Minute, als die Hintermannschaft den Ball mehrmals nicht geklärt bekam und ihn immer wieder herschenkte. "Du darfst am eigenen Sechzehner nicht rumdribbeln und die Bälle verlieren", monierte Hildmann und sprach von einer "Verkettung von Fehlern, die nicht passieren dürfen. Das waren drei, vier extreme Schnitzer". Seine Mannschaft habe "alles spielerisch" lösen wollen, was gegen das "extreme Pressing" der Essener jedoch nicht funktioniert habe. "Da hätte ich mir mehr Härte und mehr Verantwortungsgefühl für die Situation gewünscht. Da haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht." Am Ende konnte sich der Jahn sogar noch glücklich schätzen, nur ein Gegentor kassiert zu haben.
"Müssen über unser Limit hinausgehen"
"Alles in allem war das zu wenig heute", befand auch Lukas Mühl. In der zweiten Halbzeit steigerte sich die Jahnelf zwar, nachdem Hildmann die Fünferkette in der Defensive aufgelöst und auf Doppelspitze umgestellt hatte. "Aber wenn du über 90 Minuten nicht konsequent bist, gewinnst du in Essen nicht", so der SSV-Coach. Durch die fünfte Niederlage in dieser Saison bleibt der Jahn nach nur einem Sieg aus den letzten zehn Spielen unter dem Strich hängen und könnte am Sonntag sogar auf den vorletzten Platz abrutschen, falls Fortuna Köln in Münster gewinnen sollte.
Im Heimspiel gegen Hansa Rostock sollen am kommenden Samstag daher unbedingt drei Punkte her. Damit das gelingt, "müssen wir uns mehr auf unsere Stärken besinnen und standhafter sein", blickte Mühl voraus. "Zudem müssen wir die Zweikämpfe und die Körperlichkeit mehr annehmen." Und auch "mehr Zweikämpfe gewinnen", wie Hildmann betonte. "Wir müssen von Anfang an über unser Limit hinausgehen."