Mota reagiert auf Fan-Kritik: "Trotzdem entscheide immer ich"
Der SV Waldhof Mannheim sucht nach Konstanz – und Trainer Rui Mota nach der richtigen Mischung. Im Mediengespräch vor dem Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim II äußert sich der Portugiese zur Fan-Kritik an seinen Aufstellungen, den jüngsten Rückschlägen und den Fortschritten im Training.
Prozess "dauert länger, als ich gedacht hätte"
Eigentlich hatte die Englische Woche für den SV Waldhof Mannheim gut begonnen. Mit 5:1 feierten die Buwe einen eindrucksvollen Auswärtssieg bei der SG Sonnenhof Großaspach. Danach folgten jedoch eine 0:3-Niederlage beim FC Ingolstadt und ein 0:2 bei den Würzburger Kickers. Was den Mannheimern in dieser Saison bislang fehlt, ist die Konstanz – eine Einschätzung, die auch Cheftrainer Rui Mota teilt: "Wir brauchen das auf jeden Fall. Es dauert, ehrlich gesagt, länger, als ich gedacht hätte, denn normalerweise sind meine Mannschaften konstanter." Dennoch sei es "nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, dass eine neue Mannschaft mit neuen Trainern und Spielern etwas mehr Zeit braucht". Zuversichtlich bleibt der Portugiese trotzdem: "Ich kann Ihnen sagen, dass ich das Gefühl habe, dass wir nah dran sind an diesen Situationen."
Warum die Konstanz fehlt, haben die Fans bereits ausgemacht: die häufigen Wechsel in der Startelf. Mit Blick auf das jüngste Auswärtsspiel kritisierten die Anhänger zudem, dass Mota den besten Mannheimer Torschützen Julian Ulbricht erst als letzten Stürmer einwechselte. Für den 47-Jährigen sei die Kritik zwar verständlich, treffe aber nicht zu. "Wenn es mal nicht läuft, dann schaut man als Fan darauf. Es ist wichtig, dass jeder seine Meinung öffentlich äußern darf. Trotzdem entscheide immer ich, wie es am besten für die Mannschaft ist. Manche Sachen funktionieren dann, manche eben nicht." Sowohl Boyd als auch Ulbricht hätten nach ihrer Einwechslung Chancen auf einen Treffer gehabt. Generell verfüge man über verschiedene Stürmertypen und vertraue ihnen allen.
Waldhof will Reaktion auf den Platz bringen
Im Duell mit den Kraichgauern ist also durchaus Druck auf dem Kessel. Immerhin scheinen offensivstarke Mannschaften dem Waldhof in dieser Spielzeit eher zu liegen, da diese mehr Räume anbieten. Trotzdem "müssen wir bei solchen Gegnern vor allem darauf achten, dass wir sehr fokussiert in der Rückwärtsbewegung sind". Darauf sei seine Mannschaft eingestellt und habe im Training bereits eine Reaktion auf die jüngste Negativserie gezeigt. Diese "gilt es nun auf den Platz zu transportieren".
Wenn es am späten Sonntagabend auf den Rasen geht, erwartet die Waldhöfer allerdings ein ungewöhnliches Umfeld. Aufgrund des Zuschauer-Teilausschlusses werden nur rund 4.500 Zuschauer im Stadion sein, davon nach aktuellem Stand etwa 100 im Gästebereich. Personell muss der Waldhof auf Joey Müller verzichten. Beim ehemaligen Schalker sei noch unklar, welche Verletzung vorliege. In der Woche vor dem Spiel in Aspach hatte er nach dem Training über Schmerzen geklagt. Untersuchungen hätten zwar keine muskuläre Ursache ergeben, die Beschwerden seien jedoch geblieben. Deshalb wolle man kein Risiko eingehen.