Hirsch über Duisburgs Entwicklung: "Wir sind kompletter geworden"

Viele Trainer halten angeblich wenig davon, früh auf die Tabelle zu schauen. Dietmar Hirsch sieht das anders. Im Mediengespräch vor dem Duell mit dem FC Ingolstadt erklärte der MSV-Coach, warum die Platzierung für ihn schon Aussagekraft besitzt – und woran Duisburg spielerisch noch arbeiten muss.

Leichtigkeit gut, "solange wir alles richtig einordnen können"

Zwischendurch mal ein Blick auf die Tabelle? Für viele Trainer offenbar ein Tabu. Nicht für Dietmar Hirsch: "Für mich ist sie seit dem ersten Spieltag aussagekräftig. Und nach dem Zehnten umso mehr." Klar ist aber auch: Derzeit schaut wohl jeder MSV-Fan gerne auf die Platzierungen – schließlich sind die Zebras Spitzenreiter. Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Dritten. Entsprechend habe zwar eine gewisse Leichtigkeit Einzug gehalten, doch das sei sogar gut, "solange wir alles richtig einordnen können. Wenn Leichtigkeit mit Fleiß und Ernst einhergeht", sei sie eine gute Ergänzung.

Dass der MSV Duisburg nicht nur nach dem 10. oder 20. Spieltag oben stehen, sondern auch nach dem 38. Spieltag dort zu finden sein soll, dafür sieht Hirsch bereits Fortschritte. Der MSV sei kompletter geworden: "Früher hat man uns immer nur mit Mentalität und Konter verbunden. Aber wir spielen seltener den langen Ball und sind im Ballbesitz besser geworden." In diesem Bereich gebe es zwar weiterhin Verbesserungsbedarf, allerdings sei es auch schwierig, die entsprechenden Abläufe zu trainieren: "Es ist oft so, dass der Schlagabtausch gar nicht mehr im Mittelfeld stattfindet. Mittlerweile ist es fast wie im Handball. Eine Mannschaft greift an und die andere verteidigt tief ihr Tor. Und dann muss man Lösungen finden."

Viet fehlt weiterhin – Haddou wieder bei den Profis

Fleiß und Leichtigkeit sind am Samstag auch gegen den FC Ingolstadt gefragt. Die Schanzer befinden sich seit dem Trainerwechsel im Aufwind. In drei Partien unter ihrem neuen Coach holte der FCI sechs Punkte. Die beiden jüngsten Siege gelangen sogar ohne Gegentor. "Er hat die Mannschaft stabilisiert. Sie verteidigen im kompakten Block, wenn sie mal tiefer stehen. Ansonsten haben sie mit Lokotsch auch einen Zielspieler." Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Rot-Weiss Essen am vergangenen Wochenende gegen die Schanzer überlegen war. "RWE hätte in Führung gehen können, aber auch später ausgleichen können."

Personell hat Hirsch keine neuen Ausfälle zu beklagen. Das heißt auch, dass er weiterhin auf die Rückkehr von Christian Viet warten muss. "Christian war sehr gut drauf und hat schon gefehlt", sagte Hirsch. Der Trainer hofft, dass Viet zeitnah wieder eine Option wird. U19-Nachwuchsspieler Reda Haddou wird daher erneut zum Profikader gehören, um mit einem vollständigen Aufgebot anreisen zu können. Der Verteidiger hatte unter der Woche bereits mit der Mannschaft trainiert. Das Spiel in Köln hatte er wegen einer Partie seiner A-Junioren gegen Schalke noch verpasst.

   

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