"Wir waren da, wir waren hellwach": Aachen stoppt Negativserie
Nach zwei deutlichen Niederlagen mit insgesamt acht Gegentoren hat Alemannia Aachen die erhoffte Reaktion gezeigt. Mit dem 2:0 gegen F.C. Hansa Rostock schlossen die Schwarz-Gelben die schwierige Englische Woche versöhnlich ab. Trainer Mersad Selimbegović warb trotz des Erfolgs um Geduld mit seiner jungen Mannschaft, während Lukas Scepanik mit seinem sechsten Saisontreffer erneut seine außergewöhnliche Torgefahr unter Beweis stellte.
"Das braucht einfach Zeit"
Vollständig zufrieden war Selimbegovic trotz des Erfolgs nicht. "Wir waren da, wir waren hellwach, wir waren aber nicht sauber erste Halbzeit", erklärte der Trainer gegenüber "MagentaSport". Drei bis vier aussichtsreiche Umschaltmomente habe seine Mannschaft nicht konsequent genug ausgespielt, um die Partie frühzeitig zu entscheiden. Nach den Rückschlägen gegen Viktoria Köln (2:5) und den SV Wehen Wiesbaden (0:3) warb der Coach zugleich um Geduld. "Das braucht einfach Zeit", betonte Selimbegović mit Blick auf die Entwicklung seiner junge Mannschaft.
"Die werden besser", zeigte er sich überzeugt. Entscheidend sei, den Spielern Vertrauen und Unterstützung zu geben, statt nach Niederlagen alles infrage zu stellen. Auch weitere Rückschläge seien nicht ausgeschlossen. Der Trainer wolle deshalb am eingeschlagenen Weg festhalten, anstatt sich nur auf kurzfristig notwendige Maßnahmen zu konzentrieren. "Es war heute ein Kraftakt, deswegen ein Riesenlob an die Jungs, was sie heute rausgehauen haben."
Wie groß die Erleichterung nach dem Erfolg war, machte Scepanik deutlich. "Es war Druck heute auf dem Kessel“, beschrieb der 32-Jährige gegenüber "MagentaSport" die Ausgangslage. In den beiden vorherigen Partien habe Aachen jeweils die erste gute Möglichkeit vergeben und anschließend selbst ein Gegentor kassiert. Gegen Rostock nutzte Louis Köster dagegen bereits nach acht Minuten die Chance zur Führung.
Scepanik wartete auf die Sonne
Mit seinem direkt verwandelten Freistoß zum 2:0 (26.) erhöhte Scepanik sein Torkonto auf sechs Treffer. Damit gehört der Defensivspieler zu den erfolgreichsten Torschützen der Liga. Bei seinem Treffer half nach eigener Aussage auch die Sonne. "Ich habe einfach gesehen, wie unangenehm diese Sonne war für den Keeper", verriet Scepanik. Vor der Ausführung habe er gehofft, dass die zwischenzeitlich hinter einer Wolke verschwundene Sonne rechtzeitig wieder hervorkommen würde. Diesen Moment habe er anschließend abgewartet.
In der anschließenden Pressekonferenz kritisierte Selimbegović die defensive Absicherung nach der Pause. "Wir haben zu viele Flanken zugelassen", bemängelte der Coach. Auf den Außenbahnen habe seine Mannschaft nicht mehr konsequent genug gedoppelt. Dass Rostock daraus keinen Treffer erzielte, sei teilweise auch dem nötigen Glück geschuldet gewesen.
Ein Sonderlob erhielt dagegen Dylan Leonard. Den erst 19-jährigen Innenverteidiger habe man bewusst behutsam herangeführt, um ihn nicht zu früh zu "verbrennen". Nun überzeuge er mit Ruhe, Klarheit und taktisch klugen Entscheidungen am Ball. Am kommenden Samstag beim VfB Stuttgart II soll die positive Reaktion bestätigt werden.