Trainer-Diskussion in Düsseldorf: Was für und was gegen Ende spricht
Konnte Alexander Ende seinen Kopf durch den Last-Minute-Sieg in Münster unter der Woche noch aus der Schlinge ziehen, wird nach der 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken nun wieder über die Zukunft des 47-Jährigen diskutiert. liga3-online.de analysiert, was für und was gegen Ende spricht.
Was für Ende spricht
Entwicklung erkennbar: Zwar ist der ganz große Erfolg bislang ausgeblieben, doch die Entwicklung gegenüber den ersten Saisonspielen ist erkennbar. Gegen den SC Verl dominierte Fortuna phasenweise und ging zweimal in Führung, verspielte den Vorsprung aber. In Münster war das frühe Pressing deutlicher zu sehen: Düsseldorf setzte Preußen beim Spielaufbau unter Druck und zwang den Gegner zu Fehlern. Auch nach dem Rückstand blieb die Mannschaft dran und belohnte sich spät mit dem Siegtreffer.
Bilanz seit dem 3. Spieltag: Klammert man die ersten beiden Spieltage mit Niederlagen in Mannheim und gegen Stuttgart II aus, steht die Fortuna gar nicht so schlecht da. 14 Punkte aus acht Spielen bedeuten im Liga-Vergleich den vierten Platz, nur Duisburg, Viktoria Köln und Rot-Weiss Essen holten in diesem Zeitraum mehr Zähler. Rechnet man den Punkteschnitt von 1,75 auf die komplette Saison hoch, ergibt sich eine Gesamtpunktzahl von 67. Eine Ausbeute, mit der F95 in der Saison 2023/24 direkt aufgestiegen und 2024/25 den Einzug in die Relegation geschafft hätte.
Defensive: Auch wenn die Fortuna im Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken erstmals in dieser Saison drei Gegentore hinnehmen musste, zählt die Defensive zu den besten der Liga. Nur bei Fortuna Köln und dem MSV Duisburg (beide elf Gegentore) schlug es bislang seltener ein. Vor dem Spieltag stellte Düsseldorf zusammen mit Fortuna Köln gar die beste Abwehr der Liga.
Was gegen Ende spricht
Offensive: So stark sich die Defensive bislang präsentierte, so schwach ist gleichzeitig die Offensive – und das, obwohl Ende eigentlich auf Offensivfußball setzt. Mit nur elf Toren stellt F95 gemeinsam mit dem SV Meppen den zweitharmlosesten Angriff der Liga, einzig Fortuna Köln traf noch seltener (achtmal). Knackpunkt ist vor allem die Chancenverwertung. Nur 6,3 Prozent der Schüsse landeten im Tor. Damit liegt die Fortuna deutlich unter dem Liga-Schnitt von 9,5 Prozent. Auch gegen Saarbrücken ließ sie am Samstag eine ganze Reihe von Möglichkeiten aus, sodass Ende die Niederlage ratlos zurückließ.
Gesamtbilanz: Seit Ende im März von Markus Anfang übernommen hatte, saß er in 15 Spielen der 2. und 3. Liga auf der Bank. Dabei konnte er mit den Rot-Weißen lediglich sechs Spiele gewinnen und zwei Unentschieden holen. Das 1:3 gegen Saarbrücken war bereits die siebte Niederlage. So steht ein Punkteschnitt von lediglich 1,33. Zum Vergleich: Für Friedhelm Funkel war im Januar 2020 bei einem Punkteschnitt von 1,45 Schluss.
Ambitionen: Die jüngste Bilanz ist ordentlich, doch sie ändert nichts daran, dass die Fortuna nach zehn Spieltagen ihren Aufstiegsansprüchen hinterherläuft. Nach dem Abstieg war F95 als einer der großen Aufstiegsfavoriten in die Saison gestartet, liegt nun aber bereits fünf Zähler hinter einem direkten Aufstiegsplatz. Und sollte Viktoria Köln am Sonntag das Topspiel beim MSV Duisburg gewinnen, wären es bereits acht Zähler Rückstand. "Es ist klar zu sehen, dass die Jungs es versuchen – und alles raushauen. Die Mannschaft gibt Gas. Trotzdem sind wir als Gruppe noch nicht da, wo wir gerne wären", sagte Sportvorstand Samir Arabi am Samstag gegenüber der "Rheinischen Post".
Fazit
Unterm Strich sprechen sowohl die erkennbare Entwicklung als auch die gute Defensivarbeit für Alexander Ende. Die Zahlen seit dem 3. Spieltag zeigen zudem, dass die Fortuna durchaus auf einem Niveau punkten kann, das mit den Aufstiegsambitionen vereinbar wäre. Doch all das bringt wenig, wenn sich die Mannschaft durch schwächere Phasen in den Spielen immer wieder um den Lohn ihrer Arbeit bringt. Gegen Verl verspielte Düsseldorf zweimal eine Führung, gegen Saarbrücken folgte auf eine ordentliche erste Hälfte ein Einbruch nach der Pause.
Die Englische Woche mit lediglich vier von neun möglichen Punkten verdeutlicht, dass die Fortschritte bislang nicht konstant genug in Ergebnisse münden. Für Ende wird es deshalb entscheidend sein, dass seine Mannschaft ihre guten Ansätze über 90 Minuten auf den Platz bringt. Denn gemessen an den eigenen Ansprüchen zählen am Ende nicht allein erkennbare Fortschritte, sondern vor allem die Punkte.