"Katastrophe, was gepfiffen wurde": FCH hadert auch mit dem Schiri

Anstatt direkt eine Reaktion auf die Niederlage gegen den SV Meppen zu zeigen, kassierte Hansa Rostock bei Alemannia Aachen die zweite Pleite in Folge, was in es in der kompletten Vorsaison nicht gegeben hatte. Nach Spielende haderten die Beteiligten mit sich – aber auch mit dem Schiedsrichter.

"Also bei allem Respekt"

Nein, die erneute Niederlage am Unparteiischen festmachen wollte Maximilian Krauß keinesfalls, wie er im Interview mit "MagentaSport" klarstellte. "Wir haben nicht aufgrund des Schiedsrichters verloren, dafür sind wir allein verantwortlich. Aber was am Ende gepfiffen wurde, war eine Katastrophe", fand der 29-Jährige deutliche Worte. Worauf Krauß anspielte: Erst sah Bagkalianis für ein Foulspiel gegen Holten nicht die gelbe Karte (87.), was zu Gelb-Rot geführt hätte, dann bekam Dirkner für einen vermeintlichen Ellenbogenschlag gegen Koscierski glatt Rot (90.+3).

Krauß verstand die Welt nicht mehr: "Das ist doch kein Ellenbogenschlag, sondern ein Foul. Da gibt man Gelb und dann ist es gut. Wie das Rot sein kann und das davor nicht mal Gelb, also bei allem Respekt. Das ist unbegreiflich." Auch Alemannia-Coach Mersad Selimbegovic gestand ein, dass es durchaus die gelbe Karte gegen Bagkalianis hätte geben können. Schon zuvor hatte Hansa Pech, dass nach 54 Minuten nicht auf Elfmeter entschieden wurde, nachdem Köster den Ball auf der Linie an den Arm bekommen hatte.

"Natürlich ist es Handspiel auf der Linie mit einer roten Karte, Elfmeter und vielleicht auch das Tor für uns“, sagte Trainer André Breitenreiter. "Das ist ein klarer Elfmeter, das ist so eindeutig gewesen, das hat jeder von draußen gesehen, das haben die Videos bestätigt, das muss man einfach auch sehen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es in der hitzigen Atmosphäre auf dem Platz für den einen oder anderen zu viel war." Worte, die wohl an den Schiedsrichter gerichtet waren. Doch zu sehr am Referee abarbeiten wollte sich der Hansa-Coach nicht. "Wir wollen den Blick auf uns selber richten." Auch Krauß meinte: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen und schauen, dass wir die Vorgaben des Trainers so langsam auf dem Platz umsetzen." Das gelang erneut nur bedingt.

"Das darf nicht passieren"

Vor allem die Nachlässigkeiten in der Defensive ziehen sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison. Bereits 19 Gegentore sind zu viel für einen Aufstiegskandidaten, auch in Aachen schlug es wieder zweimal ein. "Wir dürfen die Gegentore nicht so einfach herschenken", monierte Breitenreiter. "Das darf nicht passieren." Während es beim 0:1 ein "zu billiger" Ballverlust im Mittelfeld war, (8.), sah Torhüter Luca Unbehaun – wie schon gegen Meppen – beim 0:2 nicht gut aus, als er einen Freistoß aus 25 Metern nicht abgewehrt bekam (26.). "Natürlich ist das ein Ball, den er halten kann oder muss", betonte auch der Hansa-Coach. "Aber ich werde keine Kritik an einzelnen Spielern äußern."

Zumal danach noch genügend Zeit gewesen sei, die Partie zu drehen. Dass das nicht gelang, lag an der zweiten großen Baustelle der Kogge in dieser Saison: der Chancenverwertung. "Wir haben viele freie Füße gehabt im gegnerischen Sechzehner, bestimmt fünf, sechs, sieben freie Abschussmöglichkeiten. Da hat einfach die letzte Präzision gefehlt, den Ball aufs Tor oder im besten Fall noch ins Tor unterzubringen", haderte Breitenreiter.

So blieb die Kogge schon zum zweiten Mal in Folge torlos. "Wir brauchen mehr Gier, Biss und Präzision im Abschluss. Daran müssen wir in den nächsten Spielen arbeiten, damit es besser wird." Nach der erneuten Pleite steht Hansa am nächsten Samstag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf bereits unter Druck, den Kontakt zu den Spitzenplätzen nicht abreißen zu lassen. Als Fünfter liegt der FCH derzeit vier Punkte hinter Rang 2. Sollte Viktoria Köln am Sonntag gegen Duisburg gewinnen, wären es schon sieben Zähler Rückstand. Breitenreiter betonte aber, dass er "weit davon entfernt" sei, "auf die Mannschaft einzuknüppeln". Zumal die Reaktion auf das 0:2 gut gewesen sei und das Team alles gegeben habe. "Es ist nicht alles schlecht, in vielen Bereichen sind wir auf einem guten Weg. Aber am Ende zählen natürlich die Ergebnisse. Die haben wir in den letzten beiden Partien nicht geholt."

 

   

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