Mannheim wacht zu spät auf: Kickers gewinnen mit 2:0
Am späten Samstagnachmittag konnten die Würzburger Kickers gegen den SV Waldhof Mannheim mit 2:0 gewinnen. Der Führungstreffer fiel in der ersten Halbzeit mehr oder weniger aus dem Nichts. Die Mannheimer wachten im zweiten Durchgang zu spät auf und schafften den Ausgleich nicht mehr – stattdessen sorgte Bonga sehenswert für die Entscheidung. Während die Buwe damit die zweite Pleite kassierte, verlässt Würzburg mit dem dritten Saisonsieg die Abstiegsplätze.
Kiefersauer aus dem Nichts
So richtig in Fahrt kommen die Würzburger Kickers in dieser Saison bislang nicht: Mit neun Punkten standen sie vor der Partie auf dem vorletzten Tabellenplatz. Immerhin bewiesen sie zuletzt beim TSV Havelse Moral und kamen zu einem 2:2. Auf der Gegenseite kassierte der SV Waldhof Mannheim unter der Woche nach zwei Siegen in Folge gegen den FC Ingolstadt eine deutliche 0:3-Niederlage. Im Vergleich zu dieser Partie nahm Waldhofs Trainer Mota vier Änderungen vor: Klünter, Thalhammer, Mickels und Ullbricht wichen für Okeke, Michel, Polte und Goncalo Gregorio. Schiele veränderte seine Startelf nach dem 2:2 in Havelse auf drei Positionen. Für Kastanaras, Kinsombi und Farahnak begannen Kraus, Embaye und Omore.
Würzburg kam gut in die Partie und verzeichnete bereits nach fünf Minuten die erste Großchance. Franjic visierte mit einem direkten Freistoß aus rund 22 Metern von halblinks das lange Eck an. Nijhuis lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte (5.). Die Waldhöfer versuchten zunehmend, ins Spiel zu finden und kamen ebenfalls zu ersten Chancen. Michels wuchtiger Schuss vom linken Strafraumeck zischte knapp am Pfosten vorbei (12.). Zu Beginn hatte Mannheim Schwierigkeiten, in die Tiefe zu kommen, deutete aber zugleich an, wie es funktionieren könnte – allen voran mit Tempo über Okeke. Nach einem Pass von Bierschenk kam der Angreifer im Fünfmeterraum an den Ball. Im letzten Moment konnten Breunig und Rajkovacic dazwischengehen (17.).
Beide waren auch an der nächsten Mannheimer Chance beteiligt. Thill flankte von links scharf vor das Tor. Auf Höhe des linken Fünfmeterraumecks grätschte Breunig in die Hereingabe, doch Rajkovacic reagierte gedankenschnell und riss den rechten Arm hoch (26.). Anschließend plätscherte die Partie etwas vor sich hin, ehe es zehn Minuten vor der Pause noch einmal strittig wurde. Im Mannheimer Strafraum schob sich Kraus vor Polte und wurde dabei wohl leicht am Fuß getroffen. Schiedsrichter Sager entschied jedoch, nicht auf den Punkt zu zeigen (35.). Fast alles deutete auf ein torloses Remis zur Pause hin, doch mehr oder weniger aus dem Nichts gingen die Kickers in Führung. Ogbemudia wollte einen Doppelpass per Grätsche unterbinden, konnte die Situation aber nicht klären. Stattdessen spielte Franjic den Ball in die Mitte. Dort klärte Polte unzureichend direkt vor die Füße von Kiefersauer, der aus zentraler Position im Strafraum einschob (44.)
Motas Maßnahmen greifen zu spät
Auf die schwache erste Halbzeit reagierte Mota mit zwei Wechseln: Masca und Muteba N’Tumba kamen für Bierschenk und Michel. Wirklich besser fand Mannheim allerdings nicht in die Partie. Weiterhin fehlte dem Waldhof im letzten Drittel das gewisse Etwas. Das eröffnete den Kickers Räume, um auf den zweiten Treffer zu gehen, der nach knapp einer Stunde hätte fallen müssen. Kiefersauer versuchte es aus der zweiten Reihe, Nijhuis ließ den Ball nach vorne abklatschen. Kraus setzte zum Nachschuss an, scheiterte aber am sich breitmachenden Mannheimer Schlussmann.
Mota reagierte prompt mit der nächsten Maßnahme: Er nahm Ogbemudia vom Feld und brachte dafür Boyd. Weg von der Dreierkette in der Abwehr – hin zur Doppelspitze im Sturm. Die Idee hinter dem Wechsel wurde sofort ersichtlich: Muteba N’Tumba flankte von links in den Strafraum, wo Boyd zum Kopfball hochstieg. Allerdings brachte er nicht genügend Druck hinter den Ball, sodass Rajkovacic sicher zupacken konnte (64.).
Immer wieder setzten die Kickers Nadelstiche, so auch in der 68. Minute. Kraus zog aus halbrechter Position ab. Der Ball wurde noch abgefälscht, sodass Nijhuis bereits geschlagen war, ging aber knapp am Tor vorbei. Nun wurde die Partie deutlich chancenreicher: Masca steckte auf Ulbricht durch, der jedoch am erneut stark reagierenden Rajkovacic scheiterte (70.). Der Würzburger Schlussmann musste wenig später erneut eingreifen. Eine Hereingabe von der rechten Seite rutschte bis zum zweiten Pfosten durch, wo Boyd völlig frei stand. Der Angreifer zog sofort ab, doch Rajkovacic tauchte ab und parierte zur Ecke. Gelegenheiten für die Mannheimer gab es nun fast im Minutentakt. Würzburg ließ sich immer tiefer in die eigene Hälfte drängen, konnte sich aber auf seinen Schlussmann verlassen. Thill zog einen Freistoß von der Seitenauslinie schlitzohrig direkt aufs Tor, doch Rajkovacic war wachsam (74.).
Weil der Waldhof nun mehr riskierte, ergaben sich für Würzburg Konterchancen. So setzte Bonga in der 76. Minute Kinsombi in Szene, der aus zentraler Position an der Strafraumgrenze jedoch deutlich verzog. Wie es besser geht, zeigte Bonga in der 89. Minute: Auf halblinker Position war der Angreifer durch und jagte den Ball zur Entscheidung unter die Latte. Durch den dritten Heimsieg im fünften Spiel klettert Würzburg auf den 16. Platz. Der Waldhof ist nach der zweiten Pleite in Folge Elfter. Für die Kickers kommt es am kommenden Samstag zum Duell zweier Aufsteiger – gegen den SV Meppen (14 Uhr). Mannheim empfängt tags darauf die TSG 1899 Hoffenheim II zum Abschluss des elften Spieltages. (19:30 Uhr)