FCS schlägt F95, Essens Serie reißt, Hansa verliert erneut
Am Samstagnachmittag sammelte der 1. FC Saarbrücken wichtige Punkte im Aufstiegsrennen: Die Saarländer gewannen nach Rückstand mit 3:1 in Düsseldorf. Ganz anders lief es für Preußen Münster, das eine 2:0-Führung gegen die SG Sonnenhof Großaspach noch aus der Hand gab und mit 2:3 verlor. Auch Hansa Rostock und Rot-Weiss Essen mussten Federn lassen. Hansa unterlag in Aachen mit 0:2, RWE verlor trotz zahlreicher Torchancen mit 0:1 in Ingolstadt und kassierte damit die erste Niederlage nach acht Spielen. Der SSV Jahn Regensburg und SV Wehen Wiesbaden trennten sich torlos.
Düsseldorf 1:3 Saarbrücken: FCS jubelt vor 5.000 mitgereisten Fans
Sechster gegen Fünfter – wer kommt den Aufstiegsplätzen näher? Düsseldorf war mit Anpfiff tonangebend und hatte nach sieben Minuten die erste Großchance. Consbruch legte quer auf Hendrix, der aus vollem Lauf abzog, das Tor aber knapp verfehlte (7.). Drei Minuten später war der Bann gebrochen: Paulina knallte das Leder aus halblinker Position im Strafraum unter die Latte. Lange währte die Freude der Rheinländer allerdings nicht. Brünker nahm eine Flanke von halbrechts im Sechzehner mit der Brust an und versenkte den Ball volley im langen Eck (13.). Mit dem Ausgleich kippte das Momentum, der FCS war nun besser im Spiel. Nach einer unzureichend geklärten Flanke zog Gürpüz aus dem Rückraum ab. Lord riss die Arme hoch und lenkte den Ball über die Querlatte (20.). Nur wenig später flankte Owusu scharf an den ersten Pfosten. Dort wollte Arden klären, bugsierte den Ball dabei aber knapp über den eigenen Kasten. Da fehlte nicht viel zum Eigentor (26.).
Was sich im ersten Durchgang angedeutet hatte, wurde in der zweiten Halbzeit Realität. Owusu tanzte im Strafraum zwei Gegenspieler aus und vollendete ins lange Eck (50.). Düsseldorf arbeitete jedoch prompt am Ausgleich. Hendrix versuchte es per Volley aus 18 Metern, setzte den Ball aber knapp neben das Gehäuse (57.). Anschließend prüfte er Bignetti bei einem Konter mit einem wuchtigen Schuss aus der zweiten Reihe (64.). Danach plätscherte die Partie etwas vor sich hin, ehe Lee nach einem Hackentrick aus spitzem Winkel eine gute Chance hatte. Sein Abschluss flog jedoch am langen Pfosten vorbei (75.). Die Fortuna drückte, kam aber nur selten zu klaren Möglichkeiten. Bornschein versuchte es nach einer Ecke mit dem Kopf, setzte den Ball aber knapp neben das Tor (85.). Für die Entscheidung sorgte schließlich Staff: Caliskaner fand die Leihgabe aus Frankfurt, die Lord aus kurzer Distanz keine Chance ließ (90.). Saarbrücken klettert auf Platz vier und hat auf Essen nur noch einen Punkt Rückstand. Die Fortuna fällt auf Rang neun zurück.
Aachen 2:0 Rostock: Abwehrsorgen auch unter Breitenreiter
Bei Alemannia Aachen stockte zuletzt der Motor – nur eine der vergangenen fünf Partien konnte gewonnen werden. Rostock dagegen wollte im dritten Spiel unter Breitenreiter den zweiten Sieg einfahren. Doch auch unter dem neuen Coach blieben alte Probleme bestehen. Mit dem ersten Torschuss ging Aachen in Führung: Schroers steckte zum richtigen Zeitpunkt auf Köster durch, der Unbehaun tunnelte (7.). Rostock versuchte zwar, auf den Ausgleich zu drängen, doch stattdessen traf Aachen ein zweites Mal. Scepanik schoss einen Freistoß aus 25 Metern direkt aufs Tor. Unbehaun ließ den Aufsetzer ins Netz springen (26.). Aachen hatte sogar den dritten Treffer auf dem Fuß. Zunächst wurde Ermolaevs missglückter Schuss zur Vorlage für Schroers, der den Ball im Fünfmeterraum knapp verfehlte (31.). Anschließend war es umgekehrt: Schroers legte für Ermolaev auf, der aus spitzem Winkel das Außennetz traf (36.).
Mit Wiederanpfiff blieb Aachen zunächst am Drücker. Ein unzureichend geklärter Freistoß wurde noch einmal scharf gemacht, im Sechzehner kam Leonard mit der Fußspitze an den Ball. Sein Abschluss strich hauchzart am Pfosten vorbei (46.). Danach wachte Rostock jedoch auf. Kölle kam im Rückraum völlig unbedrängt zum Abschluss, doch Riemann kratzte den flachen Schuss mit dem Fuß von der Linie (51.). Drei Minuten später legte Holten für Copacz ab, der aus zehn Metern knapp über das Tor schoss (54.). Aachen kämpfte sich anschließend zurück. Bagkalianis setzte sich nach einer Hereingabe im Kopfballduell durch, scheiterte aber an Unbehaun (64.). In der Schlussphase wurde der Rostocker Schlussmann erneut von Starodin geprüft. Mit einer starken Flugeinlage verhinderte er jedoch das mögliche Traumtor (82.). Den Schlusspunkt setzte Dirkner: Dessen Schlag nach hinten wertete der Unparteiische als Tätlichkeit (90.+5.). Somit beendete Aachen die Englische Woche noch mit drei Punkten und ist nun Siebter. Rostock fällt nach der zweiten Pleite in Folge auf Platz fünf.
Ingolstadt 1:0 Essen: FCI bestraft Chancenwucher
Seit dem ersten Spieltag hat Essen nicht mehr verloren. Hält die Serie auch gegen Ingolstadt? Nach elf Minuten schien Essen einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht zu haben. Nach drei Versuchen landete der Ball zwar im Tor, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Der Kopfball von Pesch beim ersten Versuch hätte gezählt, doch Klein parierte stark (11.). Essen erhöhte stetig den Druck. Janssen versuchte, eine Hereingabe artistisch im Sprung mit der Hacke aufs Tor zu bringen – Klein tauchte ab und hielt (23.). Die Gastgeber kamen erst nach 38 Minuten zu ihrer ersten Chance. Plath hatte freie Schussbahn, setzte den Abschluss aber deutlich über das Tor (38.).
Ingolstadt kam deutlich verbessert aus der Kabine und hatte durch Lokotsch direkt die Chance zur Führung. Die anschließende Ecke köpfte Scholz aufs Tor. Den eher harmlosen Versuch ließ Golz jedoch ins Netz rutschen (47.). Die Reaktion der Gäste ließ nicht lange auf sich warten: Abiama jagte einen Distanzschuss aufs Tor, doch Klein verhinderte den Ausgleich (49.). Auf der Gegenseite zog Kanuric aus 17 Metern ab, Golz lenkte den Ball über die Latte (52.). Im Vergleich zur ersten Halbzeit bot sich nun ein völlig anderes Bild. Lokotsch köpfte eine Halbfeldflanke aus fünf Metern knapp am Pfosten vorbei (60.). Essen lief zunehmend die Zeit davon. Auch Telalovic konnte die Niederlage nicht mehr abwenden: Sein Kopfball nach einer Halbfeldflanke aus spitzem Winkel ging knapp am Tor vorbei (88.). RWE musste erstmals seit dem ersten Spieltag wieder eine Niederlage hinnehmen, bleibt dennoch Dritter. Der FCI verbessert sich durch den zweiten Sieg in Folge auf Platz 8.
Regensburg 0:0 Wiesbaden: Müde zweite Halbzeit im Jahnstadion
Drei Spiele ohne Niederlage treffen auf zwei Siege in Folge. Wer kann in der Tabelle weiter klettern? Die Gastgeber starteten stark in die Partie. Nach vier Minuten visierte Philipp vom linken Fünfmeterraumeck das lange Eck an, doch Stritzel lenkte den Ball zur Ecke. Regensburg blieb in der Anfangsphase am Drücker. Mühl zog aus 20 Metern unbedrängt ab, Wiesbadens Keeper verhinderte mit einer starken Parade jedoch das mögliche Traumtor (7.). Auf der Gegenseite brachte Massimo eine Ecke flach an den Elfmeterpunkt. Janitzek kam frei zum Abschluss, setzte den Ball aber am Tor vorbei (12.). Nach einer kurzen Verschnaufpause hatte Boujellab das 1:0 auf dem Fuß. Aus halbrechter Position kam er zum Abschluss, schoss jedoch knapp am langen Eck vorbei (30.).
Auch im zweiten Durchgang präsentierten sich die Oberpfälzer offensivstark. Eine Flanke rutschte bis zu Oliveira durch, der knapp am Tor vorbeischoss (51.). Wenig später gab es aus sieben Metern einen indirekten Freistoß. May legte für Schleimer ab, doch Boujellab klärte auf der Linie. Hübner setzte den Nachschuss anschließend neben das Tor (54.). Nach dem schwungvollen Auftakt in die zweite Halbzeit wurde die Partie zunehmend zerfahren. Der Jahn blieb zwar die etwas bessere Mannschaft, tat sich offensiv aber mehr und mehr schwer. Nennenswerte Chancen gab es bis zum Schlusspfiff nicht mehr. Das torlose Remis hilft keinem so wirklich. Dennoch kletterte Regensburg auf den zehnten Platz, Wiesbaden fällt auf Platz 14 zurück.
Großaspach 3:2 Münster: Preußen verspielen 2:0
Nach der Last-Minute-Niederlage gegen Düsseldorf war Münster bemüht, den Anschluss an die oberen Tabellenplätze nicht zu verlieren. Die Zielsetzung beim Auswärtsspiel in Großaspach war also klar. Entsprechend präsentierten sich die Preußen und gingen nach 16 Minuten in Führung. Paetow steckte auf Higl durch, der Reule mit einem abgefälschten Schuss überwand. In der Schlussphase der ersten Halbzeit wurde es dann wilder. Für die Gastgeber hatte Pollex den Ausgleich auf dem Kopf. Von der Sechzehnerkante aus wuchtete er den Ball Richtung Winkel, doch Behrens verhinderte den Einschlag mit einer starken Parade (33.). Wenig später konterte Münster über Mees, der im Rückwärtslaufen versuchte, den Ball ins lange Eck zu köpfen. Dieser hoppelte jedoch knapp rechts vorbei (40.). Münster verstand die Chance der Gastgeber als Warnschuss und arbeitete intensiv am 2:0. Higl verpasste dieses zunächst, weil sein Schuss von der Sechzehnerkante zu zentral geriet (43.). In der Nachspielzeit war es dann aber so weit: Reule parierte noch Paetows Kopfball, doch Higl musste den Abpraller aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken (45.+2.).
Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde Großaspach deutlich stärker und kam zum Anschlusstreffer. Maier steckte gedankenschnell auf Rossmann durch. Der herangrätschende Zeller fälschte den Ball noch ab, sodass dieser Behrens unglücklich durch die Beine rutschte (61.). Die Gastgeber verpassten anschließend sogar den Doppelschlag: Rossmann legte auf Pollex ab, der sich jedoch etwas zu lange Zeit ließ. So konnte Varelmann gerade noch klären (63.). Wenig später kam Großaspach zum Ausgleich. Pollex zirkelte einen Freistoß auf den Kopf von Eisele, der zunächst an Behrens scheiterte, den Abpraller aber über die Linie drückte (68.). Münster gelang offensiv kaum noch etwas. Kurz nach seiner Einwechslung verpasste Stoppel die erneute Führung. Sein Schuss klatschte an die Latte (80.). Doch nur drei Minuten später stellten die Gastgeber die Partie endgültig auf den Kopf: Behrens konnte einen Schuss von Pollex nicht festhalten, Eisele schaltete schnell und drückte den Ball über die Linie (83.). Münster versuchte zumindest noch den Punkt mitzunehmen: Schulz wuchtete aus sechs Metern auf das Tor, doch Rahn stand goldrichtig und verhinderte den späten Ausgleich (90.+1.). Großaspach klettert damit auf Platz 15 und ist punktgleich mit Münster, das nach der zweiten Pleite in Folge nun Zwölfter ist.