"Neue Qualität": Meppen gelingt der ersehnte Befreiungsschlag
Nach fünf sieglosen Spielen hat der SV Meppen ausgerechnet bei Hansa Rostock den Befreiungsschlag geschafft. Beim überraschenden 2:0-Auswärtssieg überzeugte der Aufsteiger mit einer konsequenten Defensivleistung und schlug gleich zweimal nach Eckbällen zu. Trainer Lucas Beniermann sprach von einer "neuen Qualität" und freute sich besonders über die Fortschritte bei Standardsituationen.
Zwei Ecken belohnen Meppens Abwehrkampf
"Absoluter Hexenkessel", beschrieb Beniermann die Atmosphäre im Ostseestadion bei "MagentaSport". Vor dieser Kulisse belohnten sich die Emsländer für einen leidenschaftlichen Auftritt. "Wie wir heute verteidigt haben über 90 Minuten, hat einen Wert", lobte der Coach. Zwar hätte er sich phasenweise mehr Ballbesitz gewünscht, doch mit viel Kampf und Leidenschaft hielt seine Mannschaft dem Rostocker Druck stand und ließ nur wenige Großchancen zu.
Besonders bemerkenswert war die Entwicklung bei Standardsituationen. Was zu Saisonbeginn noch eine Schwäche gewesen war, brachte diesmal die Entscheidung. Stefan Rankić (73.) staubte nach einem zunächst abgewehrten Kopfball zur Führung ab, Nikell Touglo (89.) legte ebenfalls nach einer Ecke nach. Beniermann verwies auf die intensive Arbeit seines Trainerteams und freute sich über den Ertrag.
Auch Rankić zeigte sich bei "MagentaSport" erleichtert. "Wir hatten die letzten Wochen schwere Phasen. Die Leistung hat nicht immer gestimmt, das Ergebnis auch nicht", räumte der Verteidiger ein. Beim Führungstreffer hatte er schneller reagiert als seine Gegenspieler. "Wenn man nicht der Schnellste, nicht der Größte ist, dann muss man irgendwie anders reagieren, einen anderen Weg finden", erklärte der Torschütze. Für ihn war der Erfolg auch ein Beleg für den Zusammenhalt: "Aber man sieht’s: Wenn man uns braucht, wenn wir liefern müssen, dann sind wir da."
"Wahnsinnig stolz": Beniermann erklärt den Erfolgsplan
Auf der anschließenden Pressekonferenz unterstrich Beniermann seine Zufriedenheit: "Erst einmal bin ich wahnsinnig stolz auf meine Mannschaft." Nach fünf sieglosen Partien hatte der Trainer bewusst eine defensivere Herangehensweise gewählt. Schließlich sei es darum gegangen, wieder Punkte einzufahren.
Allerdings agierten die Emsländer in der ersten Halbzeit mitunter zu naiv, provozierten durch unnötige Fouls zahlreiche Freistöße und handelten sich vermeidbare Gelbe Karten ein. Nach der Pause verhielten sie sich cleverer und sorgten auch im eigenen Ballbesitz häufiger für Entlastung. Verbesserungsbedarf sah Beniermann weiterhin im Spiel mit dem Ball.
Am Sonntag empfängt Meppen den TSV Havelse. Anders als in Rostock sieht Beniermann seine Mannschaft diesmal selbst in der Favoritenrolle. Der Erfolg im Ostseestadion, durch den der Aufsteiger die Abstiegsränge verlassen hat, soll deshalb keine Momentaufnahme bleiben. "Jetzt müssen wir nachlegen nach so einem guten Spiel", gab der Trainer die Richtung vor.