"Richtig Bock gehabt, zu zocken": MSV stellt nächsten Ligarekord auf
Beim 4:2 in Saarbrücken fuhr der MSV Duisburg den achten Sieg im neunten Spiel der Saison ein, baute die Tabellenführung damit weiter aus und stellte nur drei Tage nach dem schnellsten Hattrick der Drittliga-Historie direkt den nächsten Liga-Rekord auf.
Bulic reagiert auf Kritiker
Ganz im Stile einer Spitzenmannschaft rang der MSV die Saarländer am Dienstagabend in deren Stadion dank einer guten Chancenverwertung und drei Toren binnen 13 Minuten schon zur Halbzeitpause nieder und steht nach neun Spieltagen bereits bei 24 Punkten. Das ist in der Historie der 3. Liga noch keinem Team gelungen. Auch die 26 geschossenen Tore sind Bestwert zu diesem Zeitpunkt der Saison – sogar in der kompletten Vereinsgeschichte der Zebras.
"Wir hatten richtig Spaß", sagte Rasim Bulic bei "MagentaSport", nachdem die Zebras eine Reaktion auf die schwache erste Halbzeit gegen Hoffenheim II am vergangenen Samstag gezeigt hatten. "Wir sind ruhig geblieben und haben hinten raus gespielt", verwies Bulic auf einen Spielaufbau, den der eine oder andere Fan zuletzt vermisst hatte. "Uns wird immer gesagt, dass wir nicht gerne rausspielen. Das nervt mich auch manchmal", räumte der MSV-Kapitän ein.
In Saarbrücken habe der MSV nun aber "richtig Bock" gehabt, zu zocken, meinte der 25-Jährige in Bezug auf die ersten beiden Treffer durch Lobinger (29.) und Fleckstein (34.), die jeweils gut herausgespielt waren. "Zudem haben wir auch gute Standards gehabt, wo ich das Tor gemacht habe." Es war das 3:0, als Bulic im Anschluss an eine Ecke völlig frei am ersten Pfosten stand. Bei seinem Torjubel lief er anschließend direkt auf Trainer Dietmar Hirsch zu: "Ich mag ihn. Das ist mein Coach, er steht immer hinter mir. Das Tor war für ihn und für meine Freunde hier in Saarbrücken."
Mannschaftliche Geschlossenheit
Hirsch gab die lobenden Worte umgehend zurück und sprach ebenfalls davon, dass seine Mannschaft "wesentlich besser Fußball gespielt" habe als zuletzt. "Wir sind auf einem guten Weg." Kritisch merkte er dagegen an, dass es direkt nach Beginn der zweiten Halbzeit den Anschlusstreffer gab und der FCS auch nach dem erneuten Treffer der Zebras durch Krüger (81.) nochmal rankam (90.). "Da hätten wir den Ball in Ruhe laufen lassen und noch ein bisschen erwachsener spielen müssen. Aber wenn man vier Tore schießt, ist das Jammern auf hohem Niveau. Ich bin sehr zufrieden", betonte Hirsch, der zudem die mannschaftliche Geschlossenheit hervorhob – und das nicht nur, weil sich das Team erneut gegen Rückschläge gestemmt habe.
Denn weil Martin Ens (Achillessehnenbeschwerden) und Christian Viet (Problem am Sprunggelenk) kurzfristig ausgefallen waren, nominierte Hirsch mit Reda Haddou einen U19-Spieler nach, bekam den Kader aber nicht voll. Daher sei es umso wichtiger gewesen, "dass sich jeder in den Dienst der Mannschaft gestellt habe". Als Beispiele nannte er Connor Noß und Dominik Kother. Dass die Zebras angesichts des kleinen Kaders erst am Sonntag wieder spielen müssen, "hilft uns schon", blickte Hirsch voraus.
Zum Abschluss der Englischen Woche kommt es zum Spitzenspiel gegen den FC Viktoria Köln, der momentan den zweiten Tabellenplatz belegt. Mit einem erneuten Sieg könnten die Meidericher ein dickes Ausrufezeichen setzen. Ob Ens und Viet bis dahin wieder fit sind, ist noch offen.