"Skandal", "lächerlich", "schwach": Großer Schiri-Ärger bei Koschinat
Durch den 2:0-Erfolg gegen Fortuna Köln blieb Rot-Weiss Essen auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen und festigte den dritten Tabellenplatz. Entsprechend war Trainer Uwe Koschinat mit dem Auftritt seiner Mannschaft hochzufrieden – ganz im Gegensatz zur Leistung des Schiedsrichter-Teams, zu der er deutliche Worte fand.
"Das ist einfachstes Handwerks-Zeug"
Es ging an diesem Dienstagabend in der ersten Halbzeit heiß her an der Seitenlinie der Hafenstraße. Gleich mehrmals echauffierte sich Trainer Uwe Koschinat über Entscheidungen des Unparteiischen, diskutierte in der 40. Minute aufgeregt mit dem Vierten Offiziellen, nachdem Sietan für eine Grätsche gegen Adrian Stanilewicz Gelb gesehen hatte, und bekam dafür selbst die gelbe Karte. Bei weiteren Beschwerden wäre der 55-Jährige wohl auf die Tribüne geschickt worden, doch anschließend beruhigte sich RWE-Coach. "Man muss sich runterfahren. Es macht ja keinen Sinn, irgendwann auf der Tribüne zu sitzen", sagte er anschließend bei "MagentaSport".
Doch was hatte ihn derart in Rage gebracht? "Es ging um schlechte Bewertungen von Situationen", klärte Koschinat auf. "Ich bin niemand, der eine harte Gangart kritisiert. Das ist legitim. Es war aber ein Skandal, in der Vorteil-Situation in der ersten Halbzeit kein Gelb zu geben. Sorry, aber das geht nicht. Das ist einfachstes Handwerks-Zeug eines Schiedsrichter-Gespanns. Ich glaube, dann darf man sich aufregen."
Ärger auch über Karten-Verteilung
Worauf Essens Trainer anspielte: Kölns Tom Geerkens hatte Semir Telalovic in der 35. Minute durchaus rüde abgeräumt, dafür jedoch nicht die gelbe Karte gesehen, weil Schiedsrichter Niclas Rose die Vorteilsregel angewendet hatte. "Das ist ein knallhartes, sehr, sehr hartes Foul. Und das kann ich nicht mit einer Vorteilsregel durchgehen lassen", meinte Koschinat und fand es zudem "ganz schwach von den Referees, nach so krassen Fehlentscheidungen permanent nach draußen zu kommen und dem Trainer die Gelbe Karte zu zeigen."
Was ihm ebenfalls ein Dorn im Auge war: "Die Karten-Verteilung hat überhaupt nicht zur Foulstatistik gepasst. tut mir leid. Dass, was wir uns an Fouls erlaubt haben, ist an einer Hand abzuzählen. Dennoch sind es nahezu die selben Anzahl von gelben Karten. Das ist lächerlich." Auf beiden Seiten wurden jeweils zwei Spieler verwarnt.
"Unfassbar stolz" auf Zweierschnitt
Ähnlich groß wie die Aufregung über das Schiedsrichter-Gespann war der Stolz des 55-Jährigen auf die Leistung seiner Mannschaft. So hatte er im Kreis nach der Partie mit den Fingern eine zwei angezeigt, "weil ich unfassbar stolz bin, dass wir wieder in einem Zweierschnitt liegen (18 Punkte nach 9 Spielen; d. Red.)." Das sei "nicht normal", sondern "außergewöhnlich". Zwar räumte Koschinat ein, dass man den Sieg gegen die Fortuna auch als Arbeitssieg einstufen könne, "aber es hat unheimlich positive Faktoren gegeben. Beide Mittelstürmer haben getroffen, zudem habe ich in der Innenverteidigung zwei absolute Giganten gegen den Ball gesehen", hob der RWE-Coach die Leistung von José Enrique Rios Alonso und Ben Hüning hervor.
"Was sie gegen den Ball gespielt haben, war allerhöchstes Niveau in dieser Liga. Was sie wegverteidigt haben, war eine Quote von 100 Prozent." Koschinat schwärmte vor allem von der "Dominanz und Klarheit", mit denen das Duo in die Zweikämpfe gegangen sei. "Das macht eine Spitzenmannschaft aus, zu der wir hoffentlich irgendwann werden." Die aktuelle Punkteausbeute sowie der dritte Tabellenplatz machen RWE auch jetzt schon zu einer Spitzenmannschaft. Diesen Anspruch weiter untermauern können die Essener am Samstag in Ingolstadt. Ob Koschinat im Nachgang dann besser auf die Unparteiischen zu sprechen ist?