"Tut weh": Schiele hadert nach fünfter Pleite in sechs Spielen
Die Würzburger Kickers kommen nicht aus ihrer Negativserie heraus. Beim 0:2 gegen den F.C. Hansa Rostock kassierte der Aufsteiger die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Ligaspielen und rutschte auf Tabellenplatz 17 ab. Trainer Michael Schiele fand auf der Pressekonferenz dennoch lobende Worte für seine Mannschaft.
"Wir hätten in Führung gehen können"
"Ich fand, die erste Halbzeit war top anzuschauen von außen", erklärte Schiele und sprach von einer ausgeglichenen Begegnung, die den Zuschauern einiges geboten habe. "Wir hätten in Führung gehen können", verwies der Kickers-Coach auf die eigenen Möglichkeiten. Gegen die von ihm als Top-Mannschaft bezeichneten Rostocker hatte der Aufsteiger zunächst gut mitgehalten und sich mehrfach gefährlich vor das gegnerische Tor gespielt.
Allerdings musste auch Schiele einräumen, dass sich die Kräfteverhältnisse zunehmend verschoben. Bereits gegen Ende des ersten Durchgangs hätten die Gäste mehr Druck entwickelt. Nach der Pause gelang es den Würzburgern nicht mehr, an die Leistung der ersten Halbzeit anzuknüpfen. Rostock kam zu zahlreichen Flanken und Abschlüssen, die Torhüter Marko Rajkovacic mehrfach entschärfte.
Dass seine Mannschaft diese Druckphase zunächst überstand und anschließend selbst wieder gefährlich wurde, machte die Niederlage für Schiele besonders bitter. Der Trainer verwies auf weitere Möglichkeiten zur Führung, bei denen seinen Spielern auch das nötige Glück gefehlt habe. Stattdessen bestrafte Rostock eine unzureichende Klärungsaktion. Besonders ärgerlich aus Sicht des Kickers-Coaches: Der Abschluss beim 0:1 (76.) sei nicht einmal sauber getroffen gewesen, zudem entstand die Szene aus einem Einwurf.
"Sehr viele Körner gelassen"
"Tut weh heute", machte Schiele aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Einen Vorwurf hinsichtlich der Einsatzbereitschaft wollte er seiner Mannschaft jedoch nicht machen. Die Spieler hätten "sehr viele Körner gelassen" und "viel Energie auf dem Platz gehabt". Trotz des erneuten Rückschlags sah er damit genügend positive Ansätze, um zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben zu blicken.
Die sportliche Realität bleibt allerdings ernüchternd. Nur drei Punkte aus den vergangenen sechs Ligaspielen haben die Kickers auf einen Abstiegsplatz abrutschen lassen. "Das ist keine gute Tendenz, die wir gerade haben, aber ich bin sehr optimistisch." Während Schiele gegen Rostock vor allem den hohen Einsatz hervorhob, blieb die erhoffte Belohnung erneut aus. Hinzu kommt, dass Würzburg seine gute Anfangsphase nicht über die gesamte Begegnung aufrechterhalten konnte. Von seiner Zuversicht wollte Schiele dennoch nicht abrücken. "Das hoffe ich nicht nur, sondern das werden wir auch die nächsten Spiele dann auch wieder auf den Platz bringen und dann auch die Punkte dann auch holen", bekräftigte er mit Blick auf die kommenden Aufgaben.
Schon am kommenden Dienstag beim TSV Havelse erhält seine Mannschaft die nächste Gelegenheit, diesen Worten Taten folgen zu lassen. "Wenn wir wieder so ein Spiel machen wie in der ersten Halbzeit, werden wir auch gewinnen", zeigte sich Schiele optimistisch. Nicht mit dabei sein wird allerdings wohl David Abrangao, der bereits nach 28 Minuten verletzt vom Platz musste. Auch hinter David Kinsombi (konnte mit Wadenproblemen nicht mehr weitermachen) steht ein Fragezeichen.