"Das sind schon Notfallpläne": Aachens Abwehr gebeutelt
Wie eine Winterpause fühlte sich die XXL-Länderspielpause für Alemannia-Cheftrainer Mersad Selimbegovic an, nun kehren die Aachener in den Ligabetrieb zurück – jedoch mit personellen Sorgen. Besonders in der Abwehrzentrale wird der 44-Jährige auf Notfallpläne zurückgreifen müssen.
Schroers zurück im Training
Justin von der Hitz, Mika Pobric und Mika Schroers kehrten am Donnerstag nach Erkrankungen ins Training zurück. Blessuren und Erkältungen beutelten Alemannia Aachen in der langen Länderspielpause, hinzu kommen noch eindeutigere Fragezeichen – wie bei Nathan Bitumazala, der einen Schlag im Landespokalspiel abbekommen hatte. Mika Hanraths (Aufbautraining), Marius Wegmann (Handverletzung) und Jonas Oehmichen (Knieprobleme) stehen ebenso auf der Kippe. Da half auch die dreiwöchige Pause nicht. "Vom Gefühl her war das fast länger als die Winterpause", schmunzelte Alemannia-Coach Mersad Selimbegovic bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag. "Der Winter hat nur zehn freie Tage. Jetzt war es fast ein bisschen länger."
Aachen habe das Beste aus der Zeit gemacht, die Spieler auch mit der nötigen Freizeit geschont. Trotzdem sorgt die personelle Lage für Kopfzerbrechen, weil besonders die Innenverteidigung gebeutelt ist. Wie die Abwehrreihe aussehen könnte? "Ich hoffe, dass sie nach dem Spiel gut ausgehen hat", kommentierte Selimbegovic ironisch. "Aber ob Dreier- oder Viererkette? Ich glaube, dass wir drei Innenverteidiger haben, die gesund sind. Dann werden wir alle drei auf das Feld schicken." In der Mitte wird wohl Dylan Leonard stehen, der zuletzt mit der Nationalmannschaft von Australien unterwegs war. Der 19-Jährige genießt das Vertrauen des Trainers. "Wenn wir diesen Weg mit jungen Spielern gehen wollen, dann müssen wir es denen auch zutrauen", so Selimbegovic.
"Die, die da sind, haben auch Qualität"
Zufriedenstellend ist die Situation trotzdem nicht. "Wir müssen überlegen, weil wir dann keinen Innenverteidiger mehr auf der Bank haben", gab der Cheftrainer zu Bedenken. Für Notfälle gibt es keinen Spielraum: "Das sind schon die Notfallpläne, die ich am liebsten gar nicht nutzen würde, wenn es anders ginge." Völlig umwerfen wird der 44-Jährige seine bisherigen Pläne aber aufgrund der Personalentwicklung nicht. Denn insgesamt ist Selimbegovic zufrieden mit dem, was Aachen in den vergangenen Wochen aufgebaut hat: "Wir probieren immer wieder ein bisschen etwas Neues, um unser Spiel flexibler zu machen. Aber wir werden keine neuen großen Sachen einbringen, weil das ist aus meiner Sicht kontraproduktiv, wenn man den Jungs, die gerade erst eine neue Spielidee bekommen haben, noch mehr gibt. Die müssen erstmal das eine richtig beherrschen und festigen."
Das Personalpuzzle wird Selimbegovic lösen. "Fakt ist, dass wir durch die Ausfälle nicht so viel Auswahl haben, aber wir haben genug. Und die, die da sind, haben auch Qualität", legte sich der 44-Jährige fest. Dass Aachen nun gegen den Tabellenzweiten ranmuss, machte dem Cheftrainer derweil weniger Sorgen. "Wir respektieren den Gegner, aber wir haben auch ein paar Stärken. Beide Mannschaften können vieles anbieten, wodurch beide wirklich auch mit ein paar Besonderheiten unterwegs sind." Ob die Kraft im Tank dann in Kombination mit der langen Unterbrechung und dem gebeutelten Personal ausreichen wird, wird sich am Sonntag auf dem Tivoli zeigen.