"Hat Unruhe reingebracht": Schiele übt Torwartkritik nach 2:6-Klatsche
Beim 2:6 in Essen kassierten die Würzburger Kickers am Samstag die dritthöchste Niederlage ihrer Drittliga-Geschichte. Trainer Michael Schiele lobte zwar die Reaktion nach dem zwischenzeitlichen 0:3, zeigte sich aber insgesamt bedient vom Auftritt – und übte zudem Torhüterkritik.
"Das wollten wir nicht so haben"
Nein, alleinverantwortlich für die herbe Pleite war Torhüter Marko Rajkovacic nicht. Dennoch leistete sich der 26-Jährige vor allem in der Anfangsphase mehrere Patzer. "Er hat mit seinen Spieleröffnungen Unruhe reingebracht. Das wollten wir nicht so haben", fand Trainer Michael Schiele auf der Pressekonferenz deutliche Worte zur Leistung des 26-Jährigen. Warum er überhaupt einen Torhüterwechsel vorgenommen hatte, begründete er so: "Wenn so etwas passiert, dann heißt das, dass man nicht ganz zufrieden ist", spielte er auf Johann Hipper an, der in den bisherigen Ligaspielen zwischen den Pfosten stand. "Wir hatten zu Saisonbeginn zwei gleichwertige Torhüter. Hipper hatte sich seine Chance verdient mit dem Aufstieg."
Sieben Gegentore in vier Partien war Schiele aber zu viel, sodass er sich für einen Wechsel entschied. Letztlich verpuffte dieser jedoch, musste Rajkovacic nun doch fast genauso häufig hinter sich greifen wie Hipper in vier Spielen. Das wiederum lag aber nicht allein am gebürtigen Schweizer. Vielmehr sei Würzburg "ganz schlecht ins Spiel gekommen" und habe RWE eingeladen, wie Schiele bei "MagentaSport" festhielt. "Wir waren bei den Flanken nicht am Mann." So stand es bereits zur Pause 0:3.
Schiele sieht "gute Reaktion" nach der Pause
Was dem Coach wiederum gefiel, war die "gute Reaktion" seiner Mannschaft, die über Treffer durch Omore (60.) und Evina (64.) nochmal auf 2:3 herankam. Doch dann fielen die Kickers wieder in sich zusammen und kassierten binnen 19 Minuten erneut drei Gegentore. "Das 2:4 war ganz bitter, denn vielleicht wären wir sonst nochmal rangekommen. Am Ende waren wir davon dann wieder weit weg." Was Schiele neben der teilweise desolaten Defensivleistung und der Unsicherheiten seines Keepers ebenfalls ärgerte, war die fehlende Kaltschnäuzigkeit in der 20. Minute, als Kastanaras auf das Tor zulief, sich dann aber abdrängen ließ. "Da müssen wir zum Abschluss kommen. Das stört mich richtig. Das sind Themen, die wir klar ansprechen müssen."
Nach der dritten Niederlage in Folge sind die Kickers nach dem zunächst guten Saisonstart inzwischen auf den vorletzten Platz abgerutscht und könnten am Sonntag sogar noch die rote Laterne übernehmen. "Wir müssen endlich ankommen und hoffen, dass das am Dienstag der Fall ist", richtete Schiele die Blicke bereits auf das anstehende Heimspiel gegen Alemannia Aachen. Ob Daniel Hägele und David Abrangao dabei sein werden, die im Laufe der Partie angeschlagen vom Platz mussten, ließ Schiele ebenso offen, wie die Frage, ob Rajkovacic erneut zwischen den Pfosten stehen wird.