"Also bei allem Respekt …": Elfmeter-Ärger bei Wehen Wiesbaden

Trotz einer über weite Strecken guten Leistung musste der SV Wehen Wiesbaden zum Auftakt im Duell mit dem SC Preußen Münster eine 1:3-Niederlage hinnehmen – auch aufgrund eines strittigen Elfmeters, der für großen Ärger bei den Hessen sorgte.

"Das ist niemals ein Elfmeter"

Es lief die 76. Minute, als Münsters Ndikom von links in den Strafraum eindrang und dabei nach einem leichten Trikothalter von Wiesbadens Brandt zu Fall ging. Schiedsrichter Assad Nouhoum entschied sofort auf Elfmeter, den die Preußen zum 2:1 nutzten. Als Trainer Daniel Scherning die Szene nach Abpfiff bei "MagentaSport" nochmal in der Wiederholung sah, verstand er die Welt nicht mehr: "Also bei allem Respekt, das ist niemals ein Elfmeter. Da ist weder ein Kontakt noch irgendwas. Das ist Gelb und Schwalbe. Wir reden hier über eine spielentscheidende Szene."

Bitter war der Elfmeter in der 77. Minute auch deshalb, weil die Hessen zu diesem Zeitpunkt die "klar bessere Mannschaft waren", wie Scherning befand. "Ich bin mal gespannt, ob sich der Schiedsrichter gleich noch äußert, oder ob das nur am Freitagabend bei Mannheim gegen Düsseldorf der Fall war, weil bei 20.000 Zuschauern mehr Druck auf dem Kessel ist." Eine öffentliche Stellungnahme des Schiedsrichters gab es anschließend nicht.

"Ich muss mich beherrschen"

Dafür kamen weitere Spieler zu Wort. Während Ndikom beteuerte, einen Kontakt gespürt zu haben, verwies Tarik Gözüsirin darauf, dass Fußball nun mal ein Kontaktsport sei und nicht jede kleine Berührung gleich mit einem Elfmeter geahndet werde. "Ich muss mich beherrschen, aber bei allem Respekt." Als Berührung wollte der Neuzugang aus Ulm das Halten daher auch erst gar nicht bezeichnen, stattdessen sprach er von einem "kleinen Zupfer".

Ndikom sei daraufhin abgesprungen. "Dass es dann dafür einen Elfmeter gibt, der das Spiel mitentscheidet, ist sehr schwer zu verkraften, weil wir eine gute Leistung gebracht haben." Preußen-Coach Thomas Wörle wollte sich indes nicht festlegen, ob der Elfmeter korrekt war, betonte aber, dass Ndikom "definitiv" am Rücken getroffen worden sei und der Kontakt "auf jeden Fall" vorhanden gewesen sei.

Strafstoß für Wiesbaden ebenfalls strittig

Bei allem Ärger der Wiesbadener über den Elfmeter gehört zur Wahrheit aber auch dazu, dass der Strafstoß für den SVWW nach 37 Minuten, der zum 1:1 geführt hatte, ebenso strittig war. Wörle sah in der Szene, als Janitzek bei einem Luftzweikampf gegen Koulis zu Fall ging, einen "handelsüblichen Zweikampf" und meinte: "Den kannst du nicht pfeifen. Wenn das ein Foul sein soll, müssen wir in jedem Spiel fünf Elfmeter pfeifen." Scherning hingegen sah einen "klaren Stoß" gegen Janitzek. Hinzukommt allerdings auch, dass sich die Wiesbadener das 0:1 durch einen Stritzel-Patzer praktisch selbst ins Tor gelegt und nach 17 Minuten Glück hatten, dass es nach einem Handspiel von Hercher keinen Elfmeter gab. Darüber hinaus hätte Brandt den Ball unmittelbar vor dem Elfmeter zum 1:2 bereits klären können.

Insgesamt sah Scherning aber "ein gutes Spiel" seiner Mannschaft, schließlich habe sie die Preußen im zweiten Abschnitt "komplett kontrolliert" und einige gute Chancen auf das 2:1 gehabt. Gözüsirin war ebenfalls der Auffassung, "dass wir das Spiel grundsätzlich ziehen müssen" und sich die Hessen selbst geschlagen hätten. Auf die Leistung soll trotz aller Enttäuschung nun aufgebaut werden. "Wir haben sehr, sehr viele gute Szenen gezeigt und auch eine gute Leistungsbereitschaft gehabt." Diese in drei Punkte ummünzen können die Wiesbadener dann am kommenden Freitag in Würzburg.

   

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