Alle Teams unter der Lupe: Der letzte Check vor dem Saisonstart

Ab Freitag rollt endlich wieder der Ball. Kurz vor dem Start der neuen Saison unterzieht liga3-online.de alle 20 Klubs einem letzten Check.

Positiv: Trotz der enttäuschenden Vorsaison macht sich beim FCS eine Aufbruchsstimmung breit, was sich auch am Dauerkarten-Rekord zeigt. Der Kader wurde im Vergleich zur vergangenen Spielzeit im Schnitt um knapp zwei Jahre verjüngt und weist damit mehr Potenzial auf.

Negativ: Nach dem großen Umbruch wird sich die Mannschaft erstmal finden müssen, was Zeit braucht. Zwar erwartet – anders als in den letzten Jahren – niemand den Aufstieg, doch sollte der Start in die Saison misslingen, könnte es rund um den Ludwigspark schnell wieder unruhiger werden.

 

Positiv: Im Vergleich zum selben Zeitpunkt der Vorsaison sind die Schwarz-Gelben mit ihrer Personalplanung deutlich weiter und haben zudem kaum Verletzte zu beklagen. Auch die Vorbereitung verlief mit fünf Siegen in sechs Spielen bei nur einer Niederlage zufriedenstellend.

Negativ: Angesichts von erst 24 Spielern ist der Kader noch nicht vollständig, auf gleich mehreren Positionen – vor allem im Mittelfeld – herrscht noch Bedarf. Zudem droht der Abgang von Mika Schroers, der bei mehreren Klubs auf der Liste stehen soll.

 

Positiv: Die Kogge hat keinen Leistungsträger verloren und konnte Top-Torjäger Emil Holten sogar fest verpflichten. Insgesamt wirkt der Kader breiter aufgestellt, vor allem in der Offensive. Die Generalprobe ging beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach zwar verloren, doch zumindest im ersten Durchgang hielt der FCH gut mit.

Negativ: Noch ist offen, ob Holten bis zum Saisonstart rechtzeitig fit wird. Bei den letzten Testspielen war der Stürmer, der an Rückenproblemen laboriert, nicht dabei. Auch Leon Dajaku ist fraglich, nachdem er beim Testspiel gegen Mönchengladbach vorzeitig vom Platz musste.

 

Positiv: Der Umbruch fiel kleiner aus als erwartet, zudem gelang es, mit Vinko Sapina, Lars Lokotsch, Keanan Bennetts und Obed Chidindu Ugondu mehrere spannende Spieler zu verpflichten. Die letzten beiden Testspiele gegen Leipzig (0:1) und Heidenheim (1:4) gingen zwar verloren, dafür gelangen gegen LASK (2:0) und Palermo (1:0) Achtungserfolge.

Negativ: Mit Marcel Costly haben die Schanzer ihren Unterschiedsspieler der vergangenen Saison verloren. Den 30-Jährigen, der mit 18 Toren und neun Vorlagen der Topscorer beim FCI war, zu ersetzen, wird nicht einfach.

 

Positiv: Bis auf Marius Uhl, der zu Ligakonkurrent Großaspach gewechselt ist, konnten die Kickers sämtliche Stammspieler binden und den Kader mit Spielern wie David Kinsombi und Nathan de Medina durchaus hochkarätig verstärken. Zudem ist Ivan Franjic zurück am Dallenberg.

Negativ: Mit einem Durchschnittsalter von 25,6 Jahren stellen die Kickers den zweitältesten Kader der 3. Liga. Die große Erfahrung kann zwar ein Vorteil sein, gleichzeitig verfügt die Mannschaft damit aber über weniger Entwicklungspotenzial als viele Konkurrenten.

 

Positiv: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gelang es der Viktoria, nahezu alle Leistungsträger zu halten, sodass Trainer Marian Wilhelm auf ein eingespieltes Team setzen kann, das mit Spielern wie Pascal Fallmann, Kilian Jakob und Niklas Castelle zudem verstärkt wurde. Bei der Generalprobe gelang gegen den belgischen Erstligisten Standard Lüttich ein 3:0-Achtungserfolg.

Negativ: Mit Leonhard Münst musste Viktoria Köln ihren Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld ziehen lassen, auch der Abgang von Innenverteidiger Lars Dietz schmerzt.

 

Positiv: Trotz der Tatsache, dass durch den Abstieg nahezu alle Spieler ablösefrei gehen konnten, gelang es den Verantwortlichen, mit Akteuren wie Dominique Heintz, Jorrit Hendrix und Fabian Schleusener eine starke Mannschaft zusammenzustellen, die auf dem Papier durchaus die Qualität für den direkten Wiederaufstieg hat. Auf seine Fans kann sich F95 angesichts von 19.000 Dauerkarten – Rekord in der Drittliga-Geschichte – jedenfalls verlassen.

Negativ: Der Auftritt bei der Generalprobe gegen Hannover 96 warf Fragen auf, vor allem mit Blick auf die Defensive. Noch scheint das neu zusammengestellte Team nicht eingespielt zu sein, was angesichts des großen Umbruchs aber nicht überrascht.

 

Positiv: Alle Leistungsträger der Vorsaison konnten gehalten werden, gleichzeitig heben die Neuzugänge um Martin Ens, Frederik Christensen, Max Besuschkow und Ramien Safi das Niveau noch weiter an. Auch deshalb geht der MSV als einer der Mitfavoriten in die neue Saison. Ihre Ambitionen unterstrichen die Zebras zuletzt auch in den Testspielen.

Negativ: Die starke Vorsaison und die zusätzliche Qualität im Kader haben die Erwartungen rund um die Wedau deutlich steigen lassen. Entsprechend groß ist der Druck, von Beginn an oben mitzuspielen. Bleiben die Ergebnisse aus, könnte die Euphorie schnell einer gewissen Unruhe weichen.

 

Positiv: Der Enttäuschung nach der verlorenen Relegation wich schnell Zuversicht, dass es mit dem Aufstieg in der neuen Saison klappt. Dazu wurde der Kader im Sturm breiter aufgestellt, auch in der Defensive ergeben sich etwa durch die Verpflichtung von Max Geschwill neue Möglichkeiten.

Negativ: Mit Kaito Mizuta, Torben Müsel und Klaus Gjasula haben die Essener gleich mehrere Stammspieler und Persönlichkeiten verloren, die erstmal ersetzt werden müssen. Zudem fehlen noch ein Spielmacher sowie ein Sechser.

 

Positiv: Nach sieben Jahren sind die Südstädter zurück in der 3. Liga – und konnten sämtliche Leistungsträger der Aufstiegssaison halten. Dazu wurde der Kader mit einigen vielversprechenden Talenten verstärkt, Jasper Löffelsend bringt zudem Erstliga-Erfahrung aus den USA mit. Das Team von Matthias Mink ist eingespielt, was sich in der engen 3. Liga als großer Vorteil erweisen könnte. Zudem hat die Fortuna alle sieben Testspiele gewonnen.

Negativ: Auch wenn die 3. Liga für Fortuna Köln kein Neuland ist: Drittliga-Erfahrung kann der Kader nur bedingt aufweisen. Lediglich 257 Spiele stehen zu Buche. Nur Mitaufsteiger Sonnenhof Großaspach kann noch weniger Erfahrung aufweisen.

 

Positiv: Trotz des Abstiegs sind die Preußen nicht in ein Loch gefallen und sehen sich besser aufgestellt als in der letzten Drittliga-Saison, die mit dem Aufstieg endete. Auch, weil der ganz große Umbruch ausgeblieben ist. Die neue Fantribüne im Preußenstadion könnte für einen zusätzlichen Push sorgen.

Negativ: Nach zwei Jahren in der 2. Bundesliga müssen sich die Preußen wieder auf eine andere Spielweise der Gegner einstellen. Statt häufig aus einer Außenseiterrolle heraus agieren zu können, wird Münster in der 3. Liga deutlich öfter selbst das Spiel machen und Lösungen gegen tiefstehende Mannschaften finden müssen. Ob das auf Anhieb gelingt, muss sich erst noch zeigen.

 

Positiv: Ungeachtet der besten Drittliga-Saison herrscht beim SC Verl kein Druck, diese nochmals übertreffen zu müssen. Unruhe wird somit nicht aufkommen, zumal angesichts des XXL-Umbruchs die Erwartungen deutlich geringer sind als noch in der Vorsaison.

Negativ: Wieder einmal war der personelle Aderlass im Sommer gewaltig. Nicht nur Leistungsträger wie Berkan Taz, Fynn Otto und Oualid Mhamdi haben den Verein verlassen, sondern auch Trainer Tobias Strobl. Nachfolger Orest Shala steht nun vor der großen Aufgabe, den riesigen Umbruch zu moderieren. Insgesamt müssen über 100 Scorerpunkte aus der Vorsaison ersetzt werden.

 

Positiv: Nach dem direkten Durchmarsch von der Oberliga in die 3. Liga konnte der Dorfklub seine Mannschaft weitgehend zusammenhalten. Zudem gelang mit der Verpflichtung des zweitliga-erfahrenen Tim Rossmann ein kleiner Coup. Der Linksaußen ist mit einem Marktwert von einer Million Euro der wertvollste Spieler in der Vereinsgeschichte der Aspacher.

Negativ: Die Abgänge von Mert Tasdelen und Michael Kleinschrodt, die in der Regionalliga geblieben sind, schmerzen. Schließlich muss die SG satte 38 Scorerpunkte ersetzen. Zudem scheint die Defensive noch etwas anfällig zu sein, wie das 2:7 im Testspiel gegen Darmstadt Ende Juli gezeigt hat.

 

Positiv: Im Tor gibt es zwischen den beiden neu verpflichteten Max Schmitt und Hannes Hermann einen echten Konkurrenzkampf, auch die Offensive ist nach den Transfers von Patrick Hobsch, David Philipp, Nassim Boujellab und Marco Wörner breiter aufgestellt.

Negativ: Mit Eric Hottmann (Düsseldorf), Christian Kühlwetter (Saarbrücken) und Noel Eichinger (Karlsruhe) hat der Jahn einiges an Offensivpower verloren. In der Vorbereitung wurde zwar der österreichische Erstligist SV Ried geschlagen, gegen Viertligist Vilzing (2:3) und Oberligist Schwaig (2:2) sah der Jahn allerdings nicht so gut aus.

 

Positiv: In der Vorbereitung blieben die Emsländer in vier Spielen ungeschlagen und fuhren bei der Generalprobe einen 3:0-Achtungserfolg gegen Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück ein. Auch insgesamt wirkt die Mannschaft von Trainer Lucas Beniermann schon eingespielt.

Negativ: In Julian Ulbricht (Mannheim), Mika Stuhlmacher (Münster) und Jonathan Wensing (Osnabrück) verlor der SV Meppen gleich drei Leistungsträger, die zusammen auf 61 Scorerpunkte kamen. Sie zu ersetzen, wird eine große Aufgabe.

 

Positiv: Bei der Auswahl der Neuzugänge setzen die Kurpfälzer auf eine Mischung aus hoffnungsvollen Talenten wie Moritz Polte und erfahrenen Spielern wie Claudio Kammerknecht, der bislang der Königstransfer ist. In der Vorbereitung gelang durch einen 2:1-Erfolg gegen den Schweizer Meister FC Thun zudem ein Ausrufezeichen.

Negativ: Mit der Verpflichtung von Rui Mota sind die Buwe ein Risiko eingegangen, schließlich spricht der Portugiese noch kein Deutsch und ist bislang ohne Erfahrung in der 3. Liga. Darüber hinaus ist der Kader noch nicht vollständig. Gerade im Mittelfeld klafft noch eine Lücke.

 

Positiv: Die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning ist eingespielt, hat sie doch kaum Stammspieler verloren. In der Vorbereitung gelangen gegen den japanischen Erstligisten Fagiano Okayama sowie gegen Bayern München gleich zwei Überraschungen, wenngleich die Bayern ohne die WM-Fahrer angetreten sind.

Negativ: Lediglich drei Neuzugänge haben die Hessen bislang verpflichtet, entsprechend ist der Kader noch nicht komplett. Vor allem der Sturm ist nach dem Abgang von Fatih Kaya noch nicht vollständig und besteht derzeit lediglich aus Moritz Flotho und Nikolas Agrafiotis.

 

Positiv: Fernab der großen Öffentlichkeit können sich die Hoffenheimer Talente in Ruhe auf ihre Zukunft im Profifußball vorbereiten. Das Potenzial im Kader ist groß, der Druck von außen gering.

Negativ: Die Fluktuation im Kader war groß, allein aus der U19 rücken gleich zehn Spieler auf. Dass die neu zusammengestellte Mannschaft noch Zeit benötigen könnte, deuteten auch die letzten drei Testspiele gegen Großaspach, Freiburg II und Homburg an, die allesamt verloren gingen.

 

Positiv: Das Gefühl, trotz des sportlichen Abstiegs in der Liga zu bleiben, hat rund um den Verein für Aufbruchsstimmung gesorgt. Dass sich Trainer Samir Ferchichi trotz anderer Angebote für einen Verbleib entschieden hat, ist ebenfalls ein starkes Zeichen.

Negativ: Nach dem Klassenerhalt am Grünen Tisch ist der TSV deutlich später als alle anderen Drittligisten in die Planungen für die neue Saison und die Vorbereitung eingestiegen, was sich gerade zum Saisonstart auswirken könnte. Zudem fiel der personelle Umbruch angesichts von 12 Zu- und 20 Abgängen durchaus gewaltig aus. In der Vorbereitung gelang in sechs Spielen daher nur ein Sieg.

 

Positiv: Wieder einmal rücken mehrere vielversprechende Talente aus der U19 auf, zudem verstärkten sich die Schwaben mit Tim van der Leij aus Waalwijk, für den rund 1,2 Millionen Euro Ablöse flossen, durchaus hochkarätig.

Negativ: Die Generalprobe ging beim 0:1 gegen Viertligist Astoria Walldorf verloren, generell muss sich erst noch zeigen, wie schnell das neu zusammengestellte Team zu einer Einheit wird, nachdem zahlreiche Leistungsträger wie Florian Hellstern, Noah Darvich und Samuele Di Benedetto den VfB verlassen haben.

   

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