Geschwindigkeit im Fußball – Heute wichtiger als jemals zuvor!

Der Fußball hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Platz massiv weiterentwickelt. Würden sich Teenager heute das WM-Finale von 1954 ansehen oder den Aktionsradius von Diego Maradona per Heatmap verfolgen, könnte man gar zu dem Entschluss kommen, dass damals eine andere Sportart gespielt wurde. Doch ist die Athletisierung im Fußball nur eine Sache der Kehrseite.

Auch neben dem Platz hat sich die Berichterstattung rund um den Fußball massiv geändert. Früher griff man noch zur Zeitung und blätterte durch Spielberichte oder wartete gespannt auf die Transferspekulationen gut vernetzter lokaler Journalisten. Heute muss man dazu nur X oder ein anderes soziales Medium öffnen und den richtigen Accounts folgen. Wir sind davon abhängig, was Fabrizio Romano oder Florian Plettenberg berichten. Es geht nicht mehr darum, die qualitativ hochwertigsten Artikel zu veröffentlichen, sondern den schnellsten Tweet auf X zu versenden.

 Als Fußballfan ist man es gewohnt, dass man seine News als Breaking-News erhält. Zu jedem Zeitpunkt muss man über die Situation des eigenen Vereins informiert sein. Gerade während der Sommerpause nimmt dies enorme Formen an. Jedes Gerücht wird veröffentlicht, jede noch so kleine Information wird als Clickbait-Artikel verarbeitet und höchst spekulativ an die Leser weitergegeben. Doch wird dies von den Fußballfans gefordert.

Highlight-Clips oder Konferenz zum Alltag geworden

Ein Grund, warum Fußballfans das Gefühl haben, von einer News und einem Ereignis zum nächsten zu springen, ist der straffe Terminkalender. Inzwischen ist es keine Seltenheit, dass der FC Bayern München in der heißen Phase der Saison drei Spiele binnen sieben oder acht Tagen austrägt. Wie soll man als Fußballfan da noch trapp halten? Gerade dann, wenn die Spiele nicht nur einem, sondern teils auf drei verschiedenen Sendern oder Streamingdiensten ausgetragen werden.

Wie oft muss man als Fan heutzutage nachschlagen, bei welchem Sender oder Streamingdienst das anstehende Spiel des Vereins übertragen wird? Der neutrale Fan sieht da kaum mehr durch und hat sich inzwischen für die Konferenz entschieden. So kann man über alle Tore und Entscheidungen binnen 90 Minuten unterrichtet werden und verpasst keine Aktion. Wenn keine Konferenz angeboten wird, schaltet man auch gerne schnell zwischen den Live-Spielen hin und her.

Doch nur wenige – vor allem junge Fußballfans – haben die Zeit oder die finanziellen Mittel, sich alle Spiele live anzusehen. Highlight-Clips kommen daher immer mehr zum Einsatz und verzerren leider den Sachverstand. Statt einen Spieler über 90 Minuten zu beobachten, vertrauen wir 90-sekündigen Highlight-Clips, um die Leistung des Spielers bewerten zu können.

Daten-Revolution: Daten und Statistiken diktieren die Konversation

Neben der Schnelllebigkeit innerhalb der Fußballbranche hat auch die Daten-Revolution einiges dazu beigetragen, dass sich der Fokus der Fußballfans vom Platz abgewendet hat. Diskussionen werden immer strittiger geführt, ohne dass dabei das eigene Auge entscheidend ist. Stattdessen beruft man sich auf die zugänglichen Daten und Statistiken. So werden nicht nur Leistungen der Spieler bewertet, sondern im Vorfeld ganze Transferstrategien der Vereine schlecht geredet.

Gleichzeitig müssen wir aber auch eingestehen, dass die große Menge an Daten viele Vorteile hat – wie zum Beispiel im Bereich der Sportwetten. Wenn man eben mal die eigene Expertise besitzt, kann man durchaus mit Hilfe von Daten und Statistiken ein eigenes Bild erstellen. Möglich ist eine schnelle Analyse eines Spiels oder der aktuellen Ausgangslage zweier Mannschaften. Das hilft, wenn man zu den Live-Übertragungen oder den Konferenzen gerne mal eine Livewette platziert – und im Erfolgsfall die Gewinne durch schnelle Sportwetten Auszahlungen auszahlen zu lassen.

Wir sind daher der Ansicht, dass die aktuelle Entwicklung des Fußballs eine positive sowie eine negative Kehrseite hat. Noch nie war es so einfach, mehrere Spieler, Ligen oder Wettbewerbe auf einmal zu verfolgen. Gleichzeitig ist jedoch deutlich, dass der Fußball seinen Glanz verloren hat. Das Überangebot sorgt dafür, dass es vor allem für den neutralen Fan sehr schwer wird, für die wichtigen Duelle einen entsprechenden Spannungsbogen aufzubauen.

 

   

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