"Mehr als verwundert": Bayerns Reformvorstoß stößt auf Kritik

Drei Wochen, nachdem sich die Arbeitsgruppe des DFB auf zwei Modelle für eine Reform der Regionalliga geeinigt hatte, präsentierte der bayerische Fußball-Verband (BFV) nun eine eigene Idee – und stößt damit auf Kritik.

"Gezielte Nebelkerze"?

Fünf Staffeln, die nach einer Vorrunde geteilt werden – die jeweils besten Teams würden in vier neuen Staffeln um die Aufstiegsplätze spielen, während die übrigen Klubs in regionalen Ligen um den Klassenerhalt kämpfen: Das ist das "Zwei-Phasen-Modell", das der BFV zu Wochenbeginn vorgestellt hat. Kritik gibt es von Tommy Haeder, dem Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025". Dem "MDR" sagt er: "Wir sind über diesen Vorstoß mehr als verwundert. Besonders, weil dieses Modell bereits vor dem letzten Treffen im Buschfunk kursierte."

Umso unverständlicher sei es, dass es nicht in die DFB-Arbeitsgruppe eingebracht und dort offen diskutiert wurde. Haeder vermutet eine "gezielte Nebelkerze" und hat den Eindruck, "dass hier der Prozess der Lösungsfindung bewusst gestört werden soll". Daher warnt Haeder: "Genau das dürfen wir jetzt nicht zulassen. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was jetzt auf dem Tisch liegt – alles andere führt nur dazu, dass der Prozess einer Regionalliga-Reform zerfasert wird. Das ist nicht akzeptabel."

BFV will eigene Arbeitsgruppe bilden

Die DFB-Arbeitsgruppe hatte sich Ende März darauf verständigt, zwei Modelle als Grundlage für die weitere Entscheidungsfindung vorzulegen. Ein Ansatz ist das sogenannte Kompassmodell. Dabei würden die vier Staffeln – Nord, West, Süd, Ost – in jeder Saison neu zusammengestellt – maßgeblich anhand geografischer Entfernungen, sodass die Reisewege möglichst kurz bleiben. Alternativ steht das Regionenmodell zur Debatte: Hierbei würden die bisherigen Regionalligen Nord, Nordost und Bayern in zwei Staffeln aufgeteilt, während die Staffeln West und Südwest unverändert bestehen bleiben.

Beide Modelle sollen nun in die zuständigen Gremien eingebracht werden. Der BFV lehnt sowohl das Kompass- als auch das Regionenmodell jedoch ab und will stattdessen das "Zwei-Phasen-Modell" in einer eigenen Arbeitsgruppe diskutieren. Klar ist: Zu einer Reform der Regionalliga kann es nur kommen, wenn alle Regional- und Landesverbände zu Kompromissen bereit sind – etwa, was den Fortbestand "ihrer" eigenen Liga betrifft.

   

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