5:2 nach 0:2! Saarbrücken dreht wilde Partie gegen Essen

Es bleibt dabei: Noch nie konnte Rot-Weiss Essen am 1. Spieltag einer Drittliga-Saison gewinnen. Dabei sah es gegen den 1. FC Saarbrücken zunächst so aus, als würde der Fluch enden. RWE führte nach einer halben Stunde mit 2:0, doch der FCS gab sich nicht geschlagen und glich noch vor der Pause aus. Im zweiten Durchgang hatte Brünker zunächst Pech, ehe er den richtigen Riecher bewies und mit seinem Treffer das Comeback der Saarländer perfekt machte. Voet und Owusu sorgten gar noch für den Kantersieg.

RWE erst eiskalt, dann überrumpelt

Es war eines der spektakulärsten Spiele der vergangenen Saison. Am 16. Spieltag egalisierte Rot-Weiss Essen im Ludwigspark nicht nur zweimal eine Führung des 1. FC Saarbrücken, sondern drehte die Partie durch Bouebari in der Nachspielzeit gänzlich zu seinen Gunsten. Damals wie heute galt RWE als Favorit. Beim FCS hat sich allerdings nach der verkorksten vergangenen Spielzeit einiges im Kader getan. Gleich sieben Neuzugänge schickte Trainer Giannikis von Beginn an auf den Platz: Bignetti, Cvjetinovic, Voet, Gleiber, Nankishi, Kühlwetter und Staff. Koschinat setzte auf vier Neuankömmlinge: Geschwill, Sietan, Menzel und Telalovic.

Saarbrücken ergriff nach dem Anpfiff die Initiative, Essen wiederum schlug nach elf Minuten eiskalt zu – per Ecke. In der Mitte stieg Hüning am höchsten und köpfte aufs Tor. Bignetti kam noch an den Ball, konnte ihn jedoch nur an den Innenpfosten lenken. Von dort sprang die Kugel hinter die Linie (10.). Der FCS ließ sich davon nicht beeindrucken und suchte umgehend die Antwort. Straff kam im Strafraum trotz Gegnerdruck zum Abschluss, verfehlte das Gehäuse aber knapp (12.). Saarbrücken blieb am Drücker, vor allem über die linke Seite sorgte der Gastgeber immer wieder für Gefahr. So auch in der 19. Minute: Straff ließ einen Pass auf Nankishi durch, der halblinks im Strafraum freie Schussbahn hatte. Golz war beim Flachschuss jedoch zur Stelle und parierte sicher.

Wenn Essen gefährlich wurde, dann vor allem über Standards. Brumme zog einen Freistoß aus 18 Metern halblinker Position direkt aufs Torwarteck. Bignetti war aufmerksam und lenkte die Kugel um den Pfosten (22.). Beide Mannschaften näherten sich regelmäßig den gegnerischen Strafräumen – einzig RWE blieb eiskalt. Nach knapp einer halben Stunde nahm Telalovic im Strafraum eine Klärungsaktion von Voet auf, setzte sich durch und zog ab. Sein Schuss wurde vom Saarbrücker Neuzugang auch noch entscheidend abgefälscht und überwand Bignetti zum 2:0 (29.).

Die Zwei-Tore-Führung hielt allerdings nur drei Minuten. Pick schlug eine weite Flanke in den Strafraum, wo Staff den Ball ins Zentrum verlängerte. Dort setzte sich Cvjetinovic im Luft-Zweikampf durch und köpfte zum Anschluss ein (32.). Zunächst versuchte Saarbrücken das Momentum zu nutzen, doch anschließend übernahm Essen für einige Minuten die Kontrolle. Bis kurz vor der Pause. Pick brachte einen Freistoß gefährlich in den Strafraum, wo Kühlwetter aus rund sechs Metern mit links zur Stelle war und zum 2:2 einschob (45.). Der Schlusspunkt einer ereignisreichen ersten Halbzeit.

FCS nach der Pause furios

Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine – Saarbrücken selbstredend mit Rückenwind. Die Gastgeber blieben am Drücker, während Essen zunächst große Schwierigkeiten hatte, in die zweite Halbzeit zu finden. Immerhin gelang es RWE, echte Gefahr vom eigenen Tor fernzuhalten. Offensiv blieb von den Gästen dagegen nur wenig zu sehen. Erstmals seit der Pause wurde es in der 73. Minute wieder gefährlich. Saarbrückens Nankishi nahm den Ball mit einem starken ersten Kontakt mit und legte ihn sich zum Abschluss zurecht. Seinen Schuss aus 16 Metern zentraler Position fälschte mit Brünker ausgerechnet ein eigener Mitspieler ins Toraus ab.

Wenige Augenblicke später hatte der Stürmer dann den deutlich besseren Riecher. Pick zog im Strafraum von links aus spitzem Winkel ab und traf den Innenpfosten. Der Abpraller landete bei Brünker, der am schnellsten schaltete und aus kurzer Distanz zum 3:2 einschob (74.). Nur vier Minuten später bot sich Pick die große Chance zur Entscheidung. Nankishi brachte den Ball scharf in die Mitte, doch der zweifache Vorbereiter kam am Fünfmeterraum unter Bedrängnis nicht richtig zum Abschluss und setzte die Kugel über das Tor. Als Torschütze sollte es für den ehemaligen Lautrer zwar nicht reichen, dafür glänzte er als dreifacher Vorbereiter. In der 89. Minute servierte Pick einen Freistoß in den Strafraum, wo Voet völlig unbedrängt zum 4:2 einköpfte.

Zwar versuchte RWE noch einmal für Spannung zu sorgen, doch Telalovics Kopfball aus kurzer Distanz wehrte Bignetti ab (90.+1). Stattdessen sorgte der Ex-Essener Owusu mit der letzten Aktion der Partie für den Kantersieg: Der kurz zuvor eingewechselte Angreifer war auf und davon, umkurvte Golz und schob zum Endstand ein (90.+5). Damit bleibt für RWE die Horrorserie bestehen: Noch nie konnten die Essener ihr Auftaktspiel in der 3. Liga gewinnen. Am kommenden Spieltag kommt des zum Aufeinandertreffen der aktuell geteilten Tabellenführer: Der FCS gastiert am Sonntag um 16:30 Uhr in Regensburg. Essen empfängt bereits am Samstag um 14 Uhr den TSV Havelse.

   

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