22. Mai 2014 um 14:39 Uhr

Für die Lizenz: VfL Osnabrück startet Crowdfunding

Von
OsnaFans24groß

Das gab es im deutschen Profifußball noch nie: Der VfL Osnabrück möchte mithilfe des sogenannten "Crowdfunding" (zu deutsch: Schwarmfinanzierung) möchten die Lila-Weißen die noch aufzubringenden 400.000 Euro für die Lizenz beim DFB hinterlegen. Der Verein bittet seine Fans und Sympathisanten um eine Art "Lizenz-Darlehen", welches über eine Laufzeit von 18 Monaten mit 3 Prozent verzinst wird. Im Aufstiegsfall würde sich die Verzinsung nochmals um 2 Prozentpunkte erhöhen. Dem VfL bleibt nur knapp eine Woche Zeit, um den nötigen Betrag aufzutreiben. Laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" könnte sich die Summe noch reduzieren, wenn die Vereinsführung weitere Geldgeber für sich gewinnen kann.

Um 15:30 Uhr fiel der Startschuss

Plattform für das Crowdfunding, durch welches in der jüngsten Vergangenheit bereits einige namhafte Projekte umgesetzt wurden, ist "Crowdrange.de". Bisher sind nach rund fünf Stunden die ersten 67.000 Euro eingegangen. Bleibt abzuwarten, ob die enorme Summe bis Montag um 12 Uhr aufgebracht werden und sich der VfL mal wieder in letzter Sekunde retten kann. Zur Crowdfunding-Seite geht es hier.

FOTO: Flohre Fotografie

 

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  • Michael

    Ich bin Osnabrücker und Fußballfan. Aber was der VFL sich leistet, wird langsam grotesk. Letztes Jahr musste die Stadt, selbst total überschuldet, ein Darlehen zur Lizenzsicherung beisteuern. Dieses Jahr werden Zins und Tilgung durch die Stadt gestundet. Zusätzlich werden hier noch 400.000 Euro "erbettelt".

    Mir stellen sich zwei Fragen: Wovon will der VFL die Zinsen für dieses "Darlehen" bezahlen und wie sollen die Lizenzbedingungen nächstes Jahr erfüllt werden? Wird dann ein Kreditgesuch bei Auxmoney eingestellt?

    Man sollte den Verein dahin schicken, wo er hingehört: In die Insolvenz.

  • klm

    Vor dem Investieren sollte man – bei aller Begeisterung – hier mal nachlesen: Was Fußballfans über das Crowdfunding wissen sollten: http://crowdstreet.de/2014/05/22/was-fusballfans-uber-das-crowdfunding-wissen-sollten/

    • Aachener

      Oh das kennen wir Aachener beim Stadionneubau gab es damals die Tivoli Anleihe und was hat sie gebracht ?Alle Anleger haben ihr Geld verloren als die Insolvenz kam, also wenn man dort einzahlt sollte man sich im klaren sein das zu 80% das Geld für immer verloren ist es sei denn man kann es sich leisten und sieht es als Spende

  • christopher

    Pure Verzweiflung

  • HKrostitz

    Ich frage mich, wie man mit dem am Montag erzielten Betrag, gleich welcher Höhe,
    vor dem kritischen Auge des DFB bestehen kann,
    vor dem Hintergrund des 14-tägigen Widerrufsrechts (§10 des Darlehnsvertrages)?
    Wie belastbar können Einlagen sein, welche noch über 10 Tage nach Stichtag,
    ohne Angabe von Gründen wieder "storniert" werden können?

    Hab ich was übersehen oder ist diese ganze Geschichte nur Hokuspokus, weil sie nur funktionieren
    könnte, wenn der Ablauf des Widerrufsrechts vor dem 28. Mai 2014 gelegen hätte?

  • Sprotte

    Langsam ist es wirklich gut, diese dauernden Klimmzüge sollten durch den DFB endlich ein Ende finden. Was da abgeht ist ein Schlag ins Gesicht jener Vereine die sich ernsthaft bemühen, möglichst wenig Schulden aufzubauen und eine seriöse Planung vorzulegen.
    Das Ganze nimmt groteske Formen an, man kann nur schaudern.

  • Tom-MS

    Das ist kein Investment; das ist eine Spende unter anderem Namen. Wenn man sich die Vertragsbedingungen anschaut, erkennt man sofort, dass der Gläubiger besser als Spender zu bezeichnen ist. Der Vfl hat tolle Fans, aber man sollte nicht ihre Gutgläubigkeit ausnutzen und besser direkt zu Spenden aufrufen.

  • surferheinrich

    Ist das eine seriöse Finanzplanung? Der Verein investiert offensichtlich, ohne die erforderliche Liquidität zu haben. Mir erschließt sich die stetige Schieflage nicht und ich verstehe auch nicht, dass der DFB ein solches Gebahren jedes Jahr aufs Neue absegnet.

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