Tesche und Co: SC Verl richtet Scouting-Abteilung neu aus
Nach dem Wechsel von André Fikus zum 1. FC Bocholt hat der SC Verl seine Scouting-Abteilung neu aufgestellt. Künftig sollen klare Zuständigkeiten und eine stärkere Verzahnung von Kaderplanung, Datenanalyse und Spielerbeobachtung dafür sorgen, dass passende Spielerprofile noch gezielter identifiziert werden.
Tesche stößt neu hinzu
Die übergeordnete Verantwortung für den Bereich übernehmen fortan Technischer Direktor Matt Beadle und Sportlicher Leiter Julian Stöckner. Gemeinsam sollen sie die strategische Ausrichtung des Scoutings festlegen, Spielerprofile definieren und die Erkenntnisse aus Datenanalyse, Livebeobachtung und dem vereinseigenen Netzwerk in die Kaderplanung einfließen lassen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Dabei will der Sportclub bewusst nicht möglichst viele Spieler beobachten, sondern die Suche stärker fokussieren. "Wir wollen unser Scouting noch strategischer ausrichten", erklärt Stöckner. Entscheidend sei nicht die Anzahl der beobachteten Spieler, sondern die Frage, welche Profile zur Spielidee und zur Ausrichtung des Vereins passen. Der SC Verl habe ein klares Bild davon, nach welchen Kriterien potenzielle Neuzugänge ausgewählt werden sollen.
Innerhalb der neuen Struktur übernimmt Tim Evertz als Koordinator für Scouting- und Datenprozesse die Verantwortung für die organisatorischen Abläufe sowie die datenbasierte Analyse. Ziel sei es, Spieler anhand festgelegter Kriterien frühzeitig einzuordnen und ihre Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu verfolgen. Für die operative Spielerbeobachtung und den Ausbau des Netzwerks ist künftig Robert Tesche zuständig. Als Leiter Scouting – Livescouting & Netzwerk soll der Ex-Bundesliga-Profi, der zuletzt für den VfL Osnabrück tätig war und seine Karriere dort im vergangenen Sommer beendete, seine Erfahrungen und Kontakte in die tägliche Arbeit einbringen. Sein Schwerpunkt liegt auf der persönlichen Beobachtung von Spielern und der Einschätzung ihres Entwicklungspotenzials.
SCV will Spieler ganzheitlich beobachten
Eine zentrale Rolle spielt dabei nach Angaben des Vereins die eigene Philosophie. Spieler würden nicht nur nach ihren aktuellen Fähigkeiten bewertet, sondern auch danach, ob sie zum eingeschlagenen Weg des Sportclubs passen und entsprechendes Entwicklungspotenzial mitbringen, erklärt Beadle. Deshalb will der Verein seine Ressourcen gezielt auf Kandidaten konzentrieren, von denen man überzeugt sei, dass sie sportlich und charakterlich zum SC Verl passen.
Mit der Neuorganisation reagiert der Sportclub auf den Abgang von Fikus und will die Voraussetzungen für eine langfristige und vorausschauende Kaderplanung weiter verbessern. Der Anspruch sei es, passende Spielerprofile kontinuierlich zu identifizieren und nicht erst dann aktiv zu werden, wenn kurzfristig Bedarf auf einer Position entsteht.