Sechs Tore, irre Schlussphase: Preußen und RWE spielen 3:3

Zum Auftakt des 8. Spieltags trennten sich Preußen Münster und Rot-Weiss Essen in einer wilden Partie mit 3:3. Münster erspielte sich vor der Pause eine Zwei-Tore-Führung, doch RWE kämpfte sich zurück und drehte die Partie. Kurz vor Schluss schlugen die Preußen erneut zu und sicherten sich einen Punkt, wodurch Essen den Sprung auf Platz 2 verpasste.

Ndikom erst einst wie Pander – Higl dann mit Köpfchen

Nach der langen Länderspielpause meldete sich die 3. Liga mit einem Traditionsduell zurück: Zum Auftakt des 8. Spieltags empfing Preußen Münster am Freitagabend Rot-Weiss Essen zum Westschlager. Während Münster vor der Unterbrechung in Mannheim einen Dämpfer erlitten hatte (0:2), trennten sich RWE und Hansa Rostock mit 1:1. Für die Essener ist bis dato es der beste Saisonstart seit 15 Jahren.

Preußen-Trainer Wörle nahm im Vergleich zum Spiel beim Waldhof drei Wechsel vor: Kolbe, Preißinger und Johansson machten Platz für Rösch, Althaus und Makridis. RWE-Coach Koschinat veränderte seine Startelf dagegen nur auf einer Position: Celebi begann für Pesch. Bemerkenswert dabei: Der gelernte Außenverteidiger rückte in die Innenverteidigung. Zu dieser Entscheidung habe ihn unter anderem Horst Steffen mit seiner Arbeit bei der SV Elversberg inspiriert, verriet Koschinat bei "MagentaSport".

Essen startete stark in die Partie und hatte bereits nach rund 120 Sekunden die große Chance auf das 1:0. Brumme legte von links in den Rückraum des Strafraums ab, doch Obuz traf den Ball völlig freistehend nicht richtig. Da war deutlich mehr drin (2.). Technisch anspruchsvoller machte es wenig später Janssen, der einen langen Ball in Richtung Tor lupfte. Behrens, der etwas weit vor seinem Kasten stand, parierte jedoch (7.). In der 16. Minute wurde es dann richtig sehenswert. Münster, das zunehmend besser in die Partie fand, eroberte im Mittelfeld den Ball und schaltete schnell wie schnörkellos um. Am Ende der Kombination kam Ndikom halbrechts im Strafraum zum Abschluss und setzte den Ball sehenswert ins linke obere Eck – die Führung für die Adlerträger.

Essen verlor zunehmend den Faden. Nur sechs Minuten nach dem 1:0 lag der zweite Treffer bereits in der Luft: Nach einem langen Ball hinter die Abwehr umkurvte Makridis Torhüter Golz, doch Hüning rettete im letzten Moment. Kurz vor der Pause konnte der Verteidiger den nächsten Gegentreffer allerdings nicht mehr noch verhindern. Nach einer Ecke flankte Makridis den Ball ins Zentrum, wo Higl hochstieg und per Kopf traf. Rios Alonso war wohl zuletzt mit der Schulter am Ball (38.).

Essens Comeback – doch Münster lacht zuletzt

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang. RWE begann bemüht, konnte sich zunächst aber keine größere Chance erarbeiten. Noch vor dem Doppelwechsel gelang den Essenern dennoch der Anschlusstreffer: Celebi eroberte auf Höhe des linken Strafraumecks den Ball und flankte ins Zentrum, wo Janssen aus kurzer Distanz einköpfte (60.). RWE hatte nun deutlich Oberwasser, während Münster zunehmend damit beschäftigt war, zu verteidigen und für Entlastung zu sorgen.

Laut und emotional wurde es eine Viertelstunde vor Schluss: Mees feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback. Ein Wechsel mit Wirkung, denn plötzlich war Münster wieder am Drücker. Zunächst scheiterte Higl am stark parierenden Golz, wobei ein Treffer wegen Abseits ohnehin nicht gezählt hätte (75.). Nur 60 Sekunden später stand der Essener Keeper erneut im Mittelpunkt. Dieses Mal behielt er im Eins-gegen-eins mit Varelmann die Oberhand. Wie wichtig diese Parade war, sollte sich in den folgenden Minuten zeigen. Münsters Druckphase war schlagartig vorbei – Essen gelang zunächst der Ausgleich. Nach einer Ecke brachte Sietan den Ball erneut in den Strafraum. Am zweiten Pfosten köpfte Rios Alonso unbedrängt ins lange Eck (79.).

Nur zwei Minuten später bot sich RWE sogar die bestmögliche Chance zur Führung – vom Elfmeterpunkt. Behrens kam gegen Janssen zu spät und traf ihn mit der Faust im Gesicht. Den fälligen Strafstoß setzte Telalovic ins linke obere Eck. Behrens war zwar noch mit den Händen am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (82.). Der Ball war schlicht zu stramm geschossen. Entschieden war die Partie damit längst nicht. Schließlich sind beide Teams für ihre Comeback-Qualitäten bekannt. Paetows langen Einwurf verlängerte Essens Hüsing an den zweiten Pfosten, wo Mees völlig ungedeckt lauerte und per Kopf gegen die Laufrichtung des Torhüters zum Ausgleich traf (87.).

Trotz des Comebacks bleibt Münster zum dritten Mal in Folge ohne Sieg. Die Adlerträger klettern dennoch vorerst auf Rang sieben. Essen ist derweil auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und behauptet zunächst den dritten Tabellenplatz, verpasste aber den Sprung auf Platz 2. Für die Münsteraner steht am Mittwoch bereits das nächste Heimspiel an – gegen Fortuna Düsseldorf mit Ex-Trainer Alexander Ende. RWE gastiert einen Tag davor beim FC Ingolstadt.

   

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