Nach Ausfällen von Menzel und Bätzner: Holt RWE noch zwei Neue?
Erst Max Geschwill und Tony Menzel, jetzt auch Nick Bätzner: Das Verletzungspech bei Rot-Weiss Essen reißt derzeit nicht ab, sondern wird immer größer. Problematisch ist das nicht zuletzt wegen des kleinen Kaders. Daher steht im Raum, dass gleich zwei vereinslose Spieler verpflichtet werden.
"Schwerwiegendere Geschichte" bei Bätzner
Nach seinem Last-Minute-Wechsel von Paderborn an die Hafenstraße war Bätzner zuletzt drauf und dran, sich zum Stammspieler zu entwickeln, nun sorgen schwere muskuläre Probleme in der Wade jedoch für einen Ausfall von wohl mehreren Wochen. Trainer Uwe Koschinat sprach in der "WAZ" von einer "schwerwiegenderen Geschichte". Weitere Untersuchungen sollen nun zeigen, wie schwerwiegend die Verletzung tatsächlich ist. "Wir müssen seriös und zu einhundert Prozent klinisch abklären, was dort ist, und dann logischerweise alles dafür tun, dass wir die Ausfallzeit möglichst verkürzen." Weil der 26-Jährige jedoch genau wie Tony Menzel (Syndesmosebandriss) vorerst fehlen wird, gehen RWE die Alternativen im Mittelfeld aus.
Die Verantwortlichen hatten im Sommer bewusst auf einen kleinen Kader gesetzt, was nun zum Problem wird. "Die Pause ist gut für uns, wir können nun in Ruhe denken und uns abstimmen", so Koschinat. "Aber nichts aus einer Panik heraus. Aber natürlich ist es sehr wichtig, dass wir die Situation jetzt analysieren. Ich muss mir mit dem Klub zusammen Gedanken machen, was auf welcher Position noch passieren kann." Seit Montag trainiert mit Florian Engelhardt ein vereinsloser Mittelfeldspieler mit, der sowohl auf der Zehn als auch der Acht und der Sechs eingesetzt werden kann. Laut der "WAZ" konnte der 23-Jährige, der zuletzt für Viktoria Köln spielte, sowohl im Training als auch im Testspiel gegen den SC Schermbeck am Mittwochabend überzeugen, sodass die Tendenz in Richtung Verpflichtung gehen soll.
Legt RWE auch auf den Flügeln nach?
Möglicherweise wird darüber noch ein weiterer vereinsloser Spieler kommen. Aber nicht für das Zentrum, sondern die Flügel. Der Hintergrund: Nach dem Menzel-Ausfall rückte Noah Pesch, der eigentlich für die Außenbahn eingeplant war, ins zentrale Mittelfeld, fehlt nun aber als Alternative auf den Flügeln. Koschinat macht daher klar: "Wir haben ehrgeizige Ziele und ein ehrgeiziges Zwischenziel formuliert. Das funktioniert nur, wenn du immer und zu jeder Zeit eine gleich starke Mannschaft auf dem Platz haben kannst. Wenn ich dann bedenke, dass wir nach Münster eine sehr hohe Zahl an Spielen in einer dichten Abfolge haben, dann sollten wir das vorher gut durchdenken, ob wir das mit der jetzigen Personaldecke auffangen können."
Die Antwort dürfte negativ ausfallen, sodass RWE gleich doppelt nachlegen könnte. Passende und derzeit verfügbare Spieler für die Außenbahn wären Kenny-Prince Redondo (zuletzt Kaiserslautern) sowie Christopher Antwi-Adjei, Amin Younes (beide zuletzt Schalke 04). Alle drei würden einiges an Erfahrung mitbringen, Antwi-Adjei zudem jede Menge Tempo.
Geschwill fehlt weiterhin
Derweil fällt neben Menzel und Bätzner auch Max Geschwill mit Knieproblemen weiterhin aus. Die Hoffnung, dass der Innenverteidiger schon nach der Länderspielpause wieder eine Option sein könnte, hat sich zerschlagen. "Wir folgen komplett dem ärztlichen Rat“, so Koschinat. "Es sieht aktuell schlimm aus, ist es in Wirklichkeit aber nicht. Aber das ist die klare Empfehlung, dass Max das Bein gar nicht belasten soll. Es sieht jeder im Stadion, dass er deshalb auf Krücken geht. Das Bein soll maximal entlastet werden."
Daher kann der 25-Jährige auch keine Übungen machen, mit denen er Beinmuskulatur auftrainiert. "Sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Das ist die erzwungene Situation. Daraus leitet sich ab, dass er in der Englischen Woche nach der Pause nicht zur Verfügung steht", erklärt der RWE-Coach. Somit dürften Ben Hüning und José Enrique Ríos Alonso im Abwehrzentrum weiterhin gesetzt sein.