Hingerl im Interview: "Stehen zu Unrecht so weit unten"
In der innovativen Kleinfeldliga “Kings League” spielte Sascha Hingerl zusammen mit Ex-Bundesligaprofis wie Sokratis und Moritz Leitner. Er selbst wurde aber erst mit dem Wechsel zum SSV Jahn Regensburg im Januar 2026 zum Profi. Vergleichsweise spät, mit zu dem Zeitpunkt 26 Jahren. Mit liga3-online.de spricht Hingerl über den schwierigen Saisonstart mit dem SSV Jahn, das 1:2 gegen Düsseldorf am Dienstag, seine Erfahrungen in der Kings League und Saisonziele mit Regensburg.
"Die Punkteausbeute ist natürlich zu wenig"
liga3-online.de: Am Dienstagabend gab es für Jahn Regensburg ein 1:2 gegen Fortuna Düsseldorf. Wie haben Sie das Spiel erlebt, Herr Hingerl?
Sascha Hingerl: Es war eine sehr ärgerliche und vermeidbare Niederlage. Wir haben gut in die Partie gefunden, es aber wieder nicht geschafft, uns zu belohnen. Am Ende war es ein 50:50-Spiel, in dem wir den einen – und eben entscheidenden – Fehler zu viel gemacht haben. Das hat die Fortuna eiskalt bestraft.
Durch die Niederlage steht Regensburg weiterhin bei vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Wie bewerten Sie den Saisonstart?
Die Punkteausbeute ist natürlich zu wenig. Wenn ich unsere bisherigen Leistungen bewerte, muss ich aber sagen, dass wir zu Unrecht so weit unten stehen. Hier klammere ich nur das Spiel gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim aus, das wir absolut verdient verloren haben (1:5; d. Red.). Ich bin guter Dinge, dass wir schon bald besser punkten werden – und nicht bloß die Leistungen stimmen.
Während der SSV Jahn bereits zehnmal getroffen hat, gab es auch schon 14 Gegentreffer. Ist das der Knackpunkt?
Dass 14 Gegentore nach sechs Partien zu viele sind, ist klar. Wir müssen hinten definitiv mehr Stabilität reinbekommen. Daran arbeiten wir.
"Fühle mich auf dem großen Feld wohler"
Für Sie war der Wechsel nach Regensburg im Januar 2026 der späte Schritt in den Profifußball. Zuvor waren Sie nicht nur Spieler des TSV Buchbach in der Regionalliga Bayern, sondern standen auch in der von Barca-Legende Gerard Piqué gegründeten "Kings League" auf dem Kleinfeld auf dem Platz!
Das stimmt. Die Kings League war für mich ein kleines Abenteuer und eine coole Abwechslung, die Spaß gemacht hat. Die Saison ging aber bloß ein paar Wochen. Der Fokus lag für mich immer auf meiner Karriere im klassischen Fußball.
Die Kings League verbindet schnellen Kleinfeldfußball mit Spezial-Regeln, die für mehr Unterhaltung und Spannung sorgen. Wie gefällt dir das Format?
Grundsätzlich geht es auch in der Kings League vor allem um eines: Du willst gewinnen. Aber es fühlt sich dann doch mehr wie ein Kick in der Soccerhalle mit deinen Jungs an. Durch die große individuelle Qualität der Spieler ist dieser aber technisch sehr versiert. Und durch die vielen Zusatzregeln auch einzigartig. Zum Beispiel beginnst du im 1vs1 und endest im 7vs7. Der Unterhaltungsfaktor ist groß, und als Spieler stehst du ständig unter Strom. Trotzdem fühle ich mich weiterhin auf dem großen Feld in den Arenen wohler als auf dem Kleinfeld in der Halle.
Auch einige ehemalige Bundesligaprofis – wie die ehemaligen BVB-Spieler Sokratis und Moritz Leitner – waren in der Kings League am Start. Wie war es für Sie, gemeinsam mit ihnen auf dem Platz zu stehen?
Über Moritz Leitner kam der Kontakt zustande. Wir hatten ein Team mit vielen Ex-Profis, zu denen auch der frühere Hoffenheim-Spieler Marco Terrazzino gehörte. Das sind alles bodenständige Typen, mit denen ich gerne zusammengespielt habe. Es war insgesamt eine tolle Erfahrung für mich.
Jetzt also erstmals Profifußball, seit Januar kicken Sie für Regensburg in der 3. Liga. Welche Ziele setzen Sie sich mit dem SSV Jahn – und auch persönlich?
Mit dem Team wollen wir besser abschneiden als in der letzten Saison, die wir auf Platz zwölf abgeschlossen haben. Wir sind alle optimistisch, dass wir das schaffen können. Ich selbst möchte gern mehr zum Einsatz kommen als in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit und freue mich, dass ich aktuell so häufig die Chance bekomme, von Anfang an zu spielen.
Am Samstag geht es nach Stuttgart zur U21 des VfB. Was können wir dort vom SSV Jahn erwarten?
Wir wollen zum Ende der Englischen Woche endlich wieder drei Punkte holen und uns damit für den Aufwand der letzten Wochen belohnen, nachdem wir zuletzt viel einstecken mussten.