"Existenzbedrohend": FCS warnt vor Polizeikosten-Regelung

Der 1. FC Saarbrücken sieht sich durch die geplante Beteiligung von Profiklubs an den Kosten zusätzlicher Polizeieinsätze bei Risikospielen mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen konfrontiert. In einer Stellungnahme warnt der Drittligist sogar vor "existenzbedrohenden Auswirkungen" und appelliert an die Landespolitik, von der geplanten Gebührenregelung abzusehen.

Verein warnt vor massiven Belastungen

Nach den Plänen der saarländischen Landesregierung sollen die Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Risikospielen im Saarland künftig nicht mehr ausschließlich vom Staat getragen werden. Für den FCS hätte das nach eigener Einschätzung weitreichende Konsequenzen. Die zu erwartenden Kosten im sechsstelligen Bereich würden die finanziellen Handlungsspielräume des Vereins "massiv einschränken".

Geld, das derzeit in die Mannschaft, den Nachwuchs, die Infrastruktur, Präventionsmaßnahmen oder zusätzliches Personal investiert werde, müsste künftig für die neuen Gebühren aufgewendet werden. Eine Weitergabe der Kosten an die Fans lehnt der Verein jedoch ab. "Fußball muss auch künftig für breite Teile der Gesellschaft zugänglich und finanziell leistbar bleiben", heißt es in der Stellungnahme des Vorstands.

Wettbewerbsnachteil befürchtet

Kritisch sieht der FCS zudem, dass die geplante Regelung bundesweit nicht einheitlich gelten würde: "Während Vereine in Bundesländern ohne vergleichbare Kostenbeteiligung ihre finanziellen Mittel weiterhin in die sportliche und strukturelle Entwicklung investieren können, würden dem 1. FC Saarbrücken e.V. zusätzliche Mittel entzogen", heißt es in der Mitteilung.

Zugleich stellt der Verein den praktischen Nutzen der geplanten Gebührenregelung infrage. Diese greife erst dann, wenn ein Spiel bereits als Risikopartie eingestuft worden sei und zusätzliche Polizeikräfte angefordert würden. Zudem habe der Klub keinen Einfluss auf die Einstufung oder die Zahl der eingesetzten Beamten. "Die Regelung trägt damit zunächst nicht dazu bei, Gewalt zu reduzieren oder Polizeieinsatzstunden zu vermeiden, sondern verteilt lediglich die daraus entstehenden Kosten neu", argumentiert der FCS.

Stattdessen setzt der Verein auf Prävention und Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. "Aus unserer Sicht sind Prävention, Kommunikation und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten der sachgerechtere Weg", betonen die Saarländer. Der Klub verweist dabei auf die bestehenden Stadionallianzen und die langjährige Zusammenarbeit mit Polizei, Innenministerium und Kommunen. Ziel müsse es sein, "gemeinsam konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die die Sicherheitslage, vor allem aber den Spieltagesablauf verbessern und gleichzeitig dazu beitragen, Polizeieinsätze auf das notwendige Maß zu reduzieren".

Gutachten in Auftrag gegeben

Im Zusammenhang mit der Debatte verweist der FCS außerdem auf seine wirtschaftliche Bedeutung für die Region. Deshalb habe der Verein ein Gutachten zu den regionalökonomischen Auswirkungen auf das Saarland und die Landeshauptstadt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen Ende Oktober vorgestellt werden. Nach Angaben des Klubs werde das Gutachten aufzeigen, "dass mit dem FCS jährlich Millionen an zusätzlicher regionaler Wertschöpfung und Einnahmen verbunden sind".

Vor diesem Hintergrund appelliert der Verein an die Landespolitik, die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der geplanten Regelung zu berücksichtigen und "von einer zusätzlichen finanziellen Belastung der Vereine abzusehen". Gleichzeitig signalisiert der FCS weiterhin Gesprächsbereitschaft. Man sei "selbstverständlich bereit, weiterhin Verantwortung für Sicherheit und Prävention zu übernehmen und gemeinsam mit der Landesregierung, der Polizei und den Kommunen an tragfähigen Lösungen zu arbeiten".

   

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