Alles, was ihr zum 8. Spieltag wissen müsst

Drei Wochen mussten wir uns gedulden, ehe die 3. Liga am morgigen Freitag endlich weitergeht. Nach der langen Magerkost bietet das Programm nun die volle Ladung. Etliche Highlight-Spiele am Wochenende und eine direkt anschließende Englische Woche. Zunächst gilt unser voller Fokus dem 8. Spieltag, dessen "Schmankerl" wir euch hier präsentieren.

Die Ausgangslage

Seit bald drei Wochen hat es keine Verschiebungen mehr in der Tabelle gegeben – Schuld ist die sich erstmals über drei Wochen erstreckende Länderspielpause. Ab Freitagabend wird es sich dann endlich wieder lohnen, auf das Tableau zu schauen: Dank der anstehenden Englischen Woche sind in den nächsten Tagen beinahe täglich Tabellenverschiebungen garantiert! Zum Wiederauftakt haben sich die Spieltagsplaner ein besonderes Highlight vorbehalten: Zweitliga-Absteiger Preußen Münster empfängt unter Flutlicht den aktuellen Tabellendritten Rot-Weiss Essen. Ein Duell, bei dem es in der Vergangenheit oft heiß her ging.

Am Samstag feiert mit André Breitenreiter ein neuer Mann auf der Rostocker Trainerbank sein Liga-Debüt – allerdings nicht an der Ostsee, sondern in Würzburg. Tabellenführer MSV Duisburg greift am späten Samstagnachmittag ins Geschehen ein. Die Zebras empfangen die TSG Hoffenheim II. Es folgt ein Sonntag voller reizvoller Duelle: Zunächst kreuzen mit Ingolstadt und Wiesbaden zwei Teams mit neuen Übungsleitern die Klingen, ehe Überraschungsteam Viktoria Köln am Aachener Tivoli auf die Probe gestellt wird. Den Abschluss bildet das Duell zwischen Schwergewicht Fortuna Düsseldorf und dem aufmüpfigen SC Verl.

Fünf Spiele im Fokus

Münster vs. Essen: Westschlager an der Hammerstraße

Macht das Flutlicht an! Das sich im Umbau befindliche Preußenstadion erlebt am Freitagabend eine neue Feuertaufe: Der heimische SC Preußen Münster empfängt den West-Rivalen Rot-Weiss Essen, das als Tabellendritter und mit der Empfehlung von sechs ungeschlagenen Partien anreist. Münster, das zwischenzeitlich von Patz drei grüßte, musste in der Englischen Woche vor der Länderspielpause etwas federn lassen und ist dadurch auf Platz acht abgerutscht. Für die Preußen spricht allerdings, dass Trainer Thomas Wörle gute Erfahrungen mit RWE gemacht hat.

Personell kommen beide Mannschaften derzeit etwas auf dem Zahnfleisch daher. Auf Münsteraner Seite fehlen unter anderem Simon Scherder, Luca Bolay, Niko Koulis und Marvin Schulz I. Essen muss weiterhin auf Max Geschwill, Nick Bätzner und Tony Menzel verzichten. Probespieler Florian Engelhardt sollte deswegen Abhilfe verschaffen, doch da der Ex-Kölner nun selbst an einer Verletzung laboriert, verzögert sich die Nachverpflichtung. Angesichts der angespannten Personallage und des straffen Programms mit sieben Pflichtspiele binnen 26 lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass der Oktober zum Härtetest für die Koschinat-Elf wird.

Würzburg vs. Rostock: Gelingt das Breitenreiter-Debüt?

Als "gelungenen Auftakt" bezeichnete André Breitenreiter sein Debüt als Chefcoach von Hansa Rostock. Im Landespokal gegen den zugegebenermaßen unterklassigen SV Gützkow fuhr die Kogge ein lockeres 11:0 ein. Deutlich schweißtreibender dürften da schon die ersten Trainingswochen unter dem ehemaligen Bundesligatrainer gewesen sein, schließlich will sich jeder Profi für einen der heiß begehrten Startelfplätze empfehlen. Darunter übrigens auch Torjäger Emil Holten, der seine Rückenverletzung überwunden hat, die ihn bislang zum Zuschauen zwang.

Die Feuertaufe in der Liga führt Breitenreiter nun an den Würzburger Dallenberg, wo die heimischen Kickers zwei ihrer bisherigen drei Spiele gewinnen konnten. Zuletzt gab es vor knapp einem Monat einen 1:0-Heimerfolg gegen Alemannia Aachen, ehe die Mannschaft von Michael Schiele vor der Länderspielpause mit 1:2 in Verl unterlag. Besonders heiß dürfte aufseiten der Gastgeber Liam Omore sein. Der Rechtsverteidiger durfte am Mittwoch im Nationaltrikot Benins die Messi-Verabschiedung über 90 Minuten hautnah miterleben. Statt gegen Messi & Co. geht es nun wieder gegen Andreas Voglsammer und Leon Dajaku.

Ingolstadt vs. Wiesbaden: Welcher neue Besen kehrt besser?

Nein, allzu oft kommt es nicht vor, dass sich im Laufe einer Saison in einem Spiel gleich zwei Trainerdebüts ereignen. So allerdings am kommenden Sonntag, wenn Achim Beierlorzer auf Seiten des FCI und Jochen Seitz auf Seiten des SVWW ihr Debüt feiern. Der höherklassig erfahrene Beierlorzer kehrt nach sechs Jahren Abstinenz auf die Trainerbank zurück und tritt in die Fußstapfen von Sabrina Wittmann. Sein Gegenüber Seitz ist dagegen als Trainer bisher nur in der Regionalliga aktiv gewesen – wurde dort aber zuletzt zweimal Meister mit Lok Leipzig.

Nun soll Seitz, dessen erstes Spiel als Trainer im Profifußball ausgerechnet auf seinen 50. Geburtstag fällt, dem so schwach in die Saison gekommenen SV Wehen neues Leben einhauchen. Statt des anvisierten Aufstiegs stecken die Hessen derzeit auf Platz 19 fest. Und auch die Schanzer sind mit Platz 14 in der Zwischenbilanz alles andere als zufrieden. Stellt sich die Frage, wer im Duell der beiden befreundeten Vereine nun den ersten Schritt in Richtung einer möglicher Aufholjagd gehen kann.

Aachen vs. Viktoria Köln: Geht der Viktoria-Höhenflug weiter?

Platz zwei nach sieben Spieltagen ist eine hervorragende Zwischenbilanz für die kleine Viktoria aus Köln. Nun dürfen wir gespannt sein, ob die Truppe von Marian Wilhelm ihre beachtliche Frühform über die XXL-Länderspielpause konservieren konnte. Am Sonntag steht jedenfalls ein echter Härtetest an: Die Domstädter reisen knapp 80 Kilometer westwärts in die Kaiserstadt. Dort gilt es, am stimmungsvollen Aachener Tivoli zu bestehen – einem Ort, an dem die Viktoria in der Vergangenheit durchaus gute Erfahrungen gemacht hat. So feierten die Kölner in der Vorsaison einen souveränen 3:0-Auswärtssieg.

Im Rückspiel revanchierte sich die Alemannia allerdings mit einem 3:0-Erfolg in Köln. Wie geht das Kräftemessen diesmal aus? Die Schwarz-Gelben hoffen, nach drei Trainingswochen einen weiteren Entwicklungsschritt gemacht zu haben, zumal sich der spät noch einmal kräftig verstärkte Kader nun besser gefunden haben dürfte. Außerdem hofft der TSV auf mehr Glück bei den Schiedsrichterentscheidungen. Schließlich führt die Alemannia aktuell eine wenig erstrebenswerte Statistik zusammen mit Mannheim an: die der meisten kassierten Fehlentscheidungen.

Düsseldorf vs. Verl: Stellt das kleine Verl der großen Fortuna ein Bein?

Rund 620.000 Einwohner treffen auf knapp 26.000 – oder anders ausgedrückt: Der ehemalige Deutsche Meister Fortuna Düsseldorf empfängt den SC Verl, der sich derzeit in der erfolgreichsten Phase seiner Vereinsgeschichte befindet. Platz sechs in der Vorsaison war das historisch beste Abschneiden des Sportclubs. Aktuell rangieren die Ostwestfalen auf Platz elf – und liegen damit nur aufgrund der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz hinter Düsseldorf. Die jüngste Verler Form ist sogar noch besser als es der Tabellenplatz vermuten lässt: Vor der Länderspielpause holte der SCV zehn Punkte aus vier Spielen.

Und die Fortuna? Die Mannschaft von Ex-SCV-Trainer Alexander Ende musste vor der Länderspielpause mit dem 0:1 in Aachen einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Damit endete eine zwischenzeitliche Erfolgsserie, in der die Rheinländer ebenfalls zehn Punkte aus vier Spielen gesammelt hatten. Besonders ungern dürfte F95 übrigens an den März 2001 zurückdenken, als die Fortuna in der damaligen Regionalliga Nord eine deftige 0:4-Heimniederlage gegen Verl einstecken musste – vor gerade einmal 3.500 Zuschauern. Diesmal dürften fast zehnmal so viele Fans in die Merkur-Spiel-Arena pilgern.

   

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