Unbehaun-Ersatz: Warum Klewin bei Hansa den Vorzug erhielt

Dass Hansa Rostock im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf wegen einer Rückenverletzung auf Stammkeeper Luca Unbehaun verzichten muss, hatte sich unter der Woche bereits angedeutet. Doch dass mit Philipp Klewin die etatmäßige Nummer 3 den Vorzug gegenüber Jaaso Jantunen erhalten würde, kam dann doch überraschend. Trainer André Breitenreiter erklärte die Hintergründe.

Die "schönste Sache"

Schon seit über drei Jahren spielt Philipp Klewin für die Kogge, bislang reichte es jedoch lediglich zu Einsätzen im Landespokal. Gegen Fortuna Düsseldorf durfte der 33-Jährige, der eigentlich die Nummer 3 im Kader ist, nun erstmals in der 3. Liga ran. "Ohne zu emotional zu werden, aber es war eine schwierige Zeit jetzt", blickte er im Vereins-TV zurück. Jetzt mitgeteilt bekommen zu haben, spielen zu dürfen, "war die schönste Sache gewesen, die ich in den letzten zweieinhalb Jahren gehört habe".

Seine Ambitionen seien nie weg gewesen, "aber wenn die eine oder andere Person denkt, dich in einem relativ frühen Alter beerdigen zu müssen, dann ist das so", übte Klewin versteckte Kritik. Gegen wen diese gerichtet war, ließ der Keeper aber offen. Vielmehr freute er sich, "dass ich jetzt wieder auf dem Platz stehen kann".

"Extrem stark" im Training

Sein Drittliga-Debüt für die Kogge kam dabei durchaus überraschend, schließlich galt Jaaso Jantunen, der Ende August als Ersatz für den verletzten Yannic Stein nachverpflichtet worden war, als Nummer zwei. Warum die Wahl dennoch auf Klewin fiel, erklärte Trainer André Breitenreiter bei der Pressekonferenz nach der Partie so:

"Seitdem ich hier bin, habe ich Philipp extrem stark im Training gesehen. Dazu hat er mit seiner Erfahrung auch die nötige Stabilität für die Defensive in der Situation nach zuvor zwei Niederlagen. Das hat den kleinen Ausschlag für ihn gegeben." Der Hansa-Coach attestierte Klewin einen "guten" und "fehlerfreien" Auftritt. Beim Gegentor kurz vor der Pause stand er zwar nicht optimal, was jedoch dem Patzer von Kapitän Franz Pfanne kurz zuvor geschuldet war.

Breitenreiter lässt Torwartfrage offen

Und wie geht es im Hansa-Tor nun weiter? Eine Frage, die Breitenreiter offen ließ. Zwar betonte er, dass Jantunen die Perspektive gehöre und sich weiter Druck entwickeln solle, damit er perspektivisch spielen könne. "Aber wir wissen, dass wir mehrere gute Torhüter haben. Wir werden dann entscheiden, wer der richtige ist." Gut möglich, dass Klewin vorerst im Tor bleibt, nachdem Unbehaun in den letzten Wochen mehrmals gepatzt hatte.

Auf eine Kampfansage verzichtete der 33-Jährige in der "Ostsee-Zeitung" aber: "Wenn du das einmal erlebt hast, dann willst du es mehr. Ich bin 33 Jahre alt. Ich bin wahrscheinlich die beste Version von mir, die es je gab. Deswegen wäre ich bereit, diese jede Woche zu zeigen." Klewin betonte, dass er bis an das Ende seiner Laufbahn vorhabe, im Tor zu stehen. "Gerne auch bei Hansa." Die Erfahrung von nun mehr 222 Drittliga-Spielen spricht in jedem Fall für ihn.

   

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