Seitz gelingt Sieg bei Debüt: "Trainer hat uns komplett verändert"

Jochen Seitz verpasste mit Lok Leipzig zwei Mal den Aufstieg in die 3. Liga. Jetzt durfte der Fußballlehrer jedoch seinen ersten Sieg in der Spielklasse feiern, denn das Debüt des neuen Cheftrainers des SV Wehen Wiesbaden glückte. Beim 4:2 in Ingolstadt erhielt der 50-Jährige zudem noch ein Ständchen seiner Mannschaft, war es doch gleichzeitig auch ein Geburtstagsgeschenk für den Coach.

"Defensiv nahezu ein perfektes Spiel"

Im Mannschaftskreis stimmte das Team nach Abpfiff ein Ständchen an, doch das obligatorische Kaltgetränk wird ausbleiben – genauso wie ein freier Tag nach dem erfolgreichen Debüt von Cheftrainer Jochen Seitz. Am Tag seines 50. Geburtstags musste der neue Coach alle Feierlichkeiten beiseite schieben: "Die Mannschaft hätte sich das auf jeden Fall verdient, aber wir können das nicht machen, weil wir ja am Mittwoch schon weiterspielen." Trotz erfolgreichem Einstand und rundem Geburtstag muss sich in erster Linie der Ball weiterdrehen. Zurecht, wie Seitz anmerkte: "Unser Spiel ist natürlich sehr intensiv. Da hat man auch schon gemerkt, dass die Jungs zum Schluss richtig beißen mussten."

Den Fokus hochhalten, die Regeneration angehen. Das war es, was nach dem 4:2-Sieg beim FC Ingolstadt für den SV Wehen Wiesbaden auf der Tagesordnung stand. Im Duell der neuen Coaches – beim FCI debütierte Achim Beierlorzer an der Seitenlinie – feierte am Ende nur Seitz. "Die ersten 70 Minuten waren defensiv nahezu ein perfektes Spiel", fand der Cheftrainer nach Spielschluss bei "MagentaSport". Anders sah es in der Offensive aus, denn trotz Elfmeter und 100-prozentiger Chance stand es zur Pause noch 0:0. Trotzdem war Seitz einverstanden: "Man muss positiv bleiben. Die Jungs haben es ja gut gemacht, und in der zweiten Halbzeit haben sie die Chancen auch genutzt."

"Ich bin mir ganz, ganz sicher"

Ein kurioser Treffer durch Kapitän Florian Hübner brachte die Hessen in Front – ein Abpraller von der Latte landete vor den Füßen des Verteidigers, aber knapp hinter der Linie rettete FCI-Keeper Klein noch vermeintlich. "Ich würde natürlich immer sagen, dass der hinter der Linie war, aber ich habe es auch tatsächlich so gesehen", beteuerte Hübner später am Mikrofon. "Das ist gar keine Frage, weil ich bin mir ganz, ganz sicher." Völlig einwandfrei war die Szene auf den TV-Bildern nicht aufzulösen, aber auch Coach Seitz bekräftigte eine richtige Entscheidung. "Wir sind glücklich, dass der Linienrichter das korrekt sieht. Das gab es auch schonmal anders."

Es folgte das 2:0 durch Raul Paula (71.), woraufhin der SVWW das Spiel in Ruhe herunterspielen konnte. Doch im Krisenduell mit Ingolstadt wurde deutlich, dass das nicht so einfach werden würde – durch ein Eigentor (73.) und einen weiteren Treffer (83.) stand es plötzlich 2:2. "Wir hatten zehn Minuten, in denen wir echt ein bisschen gestruggelt sind, aber trotzdem haben wir es hinten heraus noch gezogen", atmete Seitz tief durch, denn Wiesbaden erzielte noch zwei Tore in der Schlussphase. "Aufgrund der Tabellensituation ist das natürlich nicht ganz so einfach und trotzdem ist es wichtig, diese drei Punkte einzufahren."

"Müssen das 2:0 souveräner herunterspielen"

Ein Umstand, den letztendlich auch Kapitän Hübner unterstrich. Ohne Geburtstagsparty oder freien Tag geht es am Mittwoch (19 Uhr) gegen Alemannia Aachen weiter – aber mit einem neuen Coach, der offenbar die richtigen Impulse setzte. "Er ist ein Trainer, der uns komplett verändert hat. Er möchte einen ganz anderen Fußball spielen lassen, und das hat heute ganz gut geklappt", fand der Verteidiger. "Wir müssen das 2:0 aber souveräner herunterspielen." Denn für den SVWW kann der Debütsieg unter Seitz nur der Anfang gewesen sein, um sich aus dem Tabellenkeller zu befreien.

   

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