Rostock jubelt spät – Jahn und Waldhof feiern Kantersiege
Erfolgreicher Einstand für Breitenreiter als Rostock-Trainer: Bei den Würzburger Kickers siegte der F.C. Hansa durch zwei späte Treffer mit 2:0. Deutlich torreicher verliefen die Partien in Regensburg und Großaspach. Jahn Regensburg bezwang den TSV Havelse mit 5:0, der SV Waldhof Mannheim setzte sich bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 5:1 durch. Keine Tore fielen zwischen Fortuna Köln und dem 1. FC Saarbrücken. Der SV Meppen und der VfB Stuttgart II trennten sich 1:1.
Würzburg 0:2 Rostock: Kogge siegt bei Breitenreiter-Debüt
Doppelte Premiere in Würzburg: Breitenreiter feierte nicht nur sein Debüt als Hansa-Trainer, sondern auch in der 3. Liga. Zunächst präsentierten sich allerdings die Würzburger gefährlicher. Franjic flankte auf Bonga, der aus kurzer Distanz jedoch am Tor vorbeiköpfte (6.). Anschließend kam auch Rostock zu Gelegenheiten. Zunächst zog Fatkic aus 20 Metern auf das lange Eck ab, doch Rajkovacic lenkte den tückischen Aufsetzer zur Ecke (9.). Noch näher an der Führung war Voglsammer: Der Stürmer köpfte eine Flanke von der linken Seite jedoch nur an die Latte (17.). Nach einer kurzen Verschnaufpause versuchte es auf Würzburger Seite erneut Franjic. Sein Dropkick zischte haarscharf am Pfosten vorbei (34.). Die letzte Chance im ersten Durchgang gehörte Rostock. Dajaku zog einen Freistoß auf den rechten Winkel, doch Rajkovacic parierte mit einer starken Flugeinlage (45.+2).
Rostock machte im zweiten Durchgang dort weiter, wo die Gäste in der ersten Halbzeit aufgehört hatten. Dajaku bediente Voglsammer im Strafraum, dessen platzierten Kopfball Rajkovacic jedoch abwehrte (47.). Vor allem Voglsammer trieb die Rostocker Führung weiter voran. Zunächst verpassten er und Dajaku eine flache Hereingabe von Kölle (51.), dann traf Voglsammer nach einer erneuten Flanke des Außenbahnspielers den Ball nicht richtig (54.). Die Führung für Hansa war längst überfällig. Immer wieder ging es über Kölle, der den Ball diesmal in den Rückraum legte. Dort kam Schuster zum Abschluss, zielte aber zu zentral (58.). Das Tor schien für Rostock wie vernagelt. Auch Kopacz hatte kein Glück: Erst parierte Rajkovacic seinen Versuch (71.), dann köpfte er freistehend knapp am Tor vorbei (74.). Zwei Minuten später war der Bann schließlich gebrochen. Eine zu kurz abgewehrte Flanke landete bei Schuster, der von der Strafraumkante abzog. Rajkovacic war zwar noch am Ball, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern (76.). In den Schlussminuten wurde Holten im Sechzehner gefoult – den fälligen Strafstoß verwandelte Fatkic souverän (90.+2.). Rostock klettert auf Platz vier, Würzburg fällt auf den 17. Platz.
Fortuna Köln 0:0 Saarbrücken: Müder Kick im Südstadion
Große Chance für den 1. FC Saarbrücken: Nach dem Remis von Rot-Weiss Essen könnten die Saarländer auf den Relegationsrang springen. Seinen Favoritenstatus untermauerte der FCS zunächst mit der ersten Gelegenheit nach wenigen Minuten. Staff scheiterte mit seinem Schuss aus spitzem Winkel jedoch an Winkler (4.). Anschließend übernahm Köln die Initiative. Bröger zog von links nach innen und zwang Bignetti mit seinem Aufsetzer zur Parade (8.). Die anschließende Ecke klärte Saarbrücken zunächst, doch der folgende Fernschuss stellte den Schlussmann erneut auf die Probe (10.). Der FCS konnte den Schwung der Anfangsphase nicht aufrechterhalten, kam aber noch einmal zu einer Chance. Pick legte auf Höhe der Grundlinie für Staff ab, doch mehrere Kölner warfen sich in dessen Schuss (27.).
Die Kölner erwischten den besseren Start in die zweite Halbzeit. Thier versuchte es aus spitzem Winkel, doch Bignetti parierte. Stanilewicz' Nachschuss wurde anschließend abgefälscht und flog über das Tor (48.). Danach verflachte die Partie zunehmend, zahlreiche Fehler prägten das Spielgeschehen. Erst in der 71. Minute sorgte Stanilewicz wieder für Gefahr, sein Schuss wurde jedoch geblockt. Auf der Gegenseite versuchte es Owusu, dessen Abschluss für den Kölner Schlussmann allerdings kein Problem darstellte (85.). In den Schlussminuten nahm der FCS noch einmal Fahrt auf. Caliskaners Ablage jagte Gleiber aus rund 20 Metern jedoch deutlich über das Tor (88.). Dadurch verpasste Saarbrücken den Relegationsrang und fiel gar auf Platz fünf – Fortuna Köln ist nun Zehnter.
Großaspach 1:5 Mannheim: Kantersieg für die Buwe nach Rückstand
Für den SV Waldhof Mannheim soll der Blick wieder nach oben gehen. Zunächst richtete sich dieser allerdings auf den eigenen Sechzehner, denn Großaspach ging mit dem ersten Angriff in Führung. Pollex legte nach einer Schussfinte auf Kunde ab. Dessen Pass klärte Ogbemudia direkt vor die Füße von Molinari, der aus kurzer Distanz einschob (11.). Die Freude der Württemberger währte allerdings nur 60 Sekunden. Im direkten Gegenzug steckte Goncalo Gregorio auf Bierschenk durch, der Reule im Eins-gegen-eins keine Chance ließ (12.). Die SGS ließ sich davon nicht beirren: Aidonis rückte mit nach vorn und zog aus der Distanz ab. Sein Schuss ging nur knapp am Tor vorbei (16.). Wieder folgte die Antwort der Mannheimer prompt. Michel musste eine Flanke von Bierschenk eigentlich nur noch über die Linie drücken, köpfte den Ball aber an den Pfosten (17.). Erfolgreicher war Ogbemudia. Nach einer Flanke verlängerte Klünter den Ball per Kopf zu seinem Mitspieler, der zur Führung traf (27.). Kurz vor der Pause hätte der Waldhof sogar erhöhen können. Goncalo Gregorio umkurvte Reule, doch Nuraj kratzte den Ball von der Linie (31.). Auch bei der nächsten Gelegenheit war der Verteidiger zur Stelle: Nach einem Solo von Bierschenk zog Goncalo Gregorio ab, doch der Aspacher fälschte den Ball entscheidend ab, sodass dieser am Pfosten vorbeikullerte (43.).
Würde nur die erste Halbzeit zählen, wäre der SV Waldhof Zweiter. Entgegen der Statistik suchten die Kurpfälzer zu Beginn des zweiten Durchgangs direkt den Weg zum 3:1. Keumo flankte an den zweiten Pfosten, wo Rieckmann völlig frei stand. Statt direkt abzuziehen, wollte er den Ball jedoch zunächst kontrollieren. So konnte Reule den Winkel verkürzen und parieren (54.). Neun Minuten später war der Keeper nach Goncalo Gregorios Schuss bereits geschlagen, doch Aidonis eilte zurück und rettete spektakulär auf der Linie (63.). Den Chancenwucher hätte Großaspach beinahe bestraft: Rahn setzte eine Flanke per Kopf als Lupfer über Nijhuis hinweg, doch der Ball prallte an die Latte (68.). Der Warnschuss zeigte Wirkung. Muteba N’Tumba zog von links ins Halbfeld und schloss aufs kurze Eck ab. Der Ball wurde noch abgefälscht und abgeschwächt, fand aber dennoch den Weg ins Netz (76.). Der Joker sorgte wenig später auch für die endgültige Entscheidung: Rieckmanns Pass verwertete er zum 4:1 (79.). Großaspach fiel nun auseinander. Sarenren Bazee nahm über rechts Tempo auf und legte quer zu Ulbricht, der nur noch den Fuß hinhalten musste (87.). Die Mannheimer klettern auf den siebten Platz, die SGS fällt auf Platz 16.
Regensburg 5:0 Havelse: Jahn schießt sich Frust von der Seele
Seit dem ersten Spieltag hatte Jahn Regensburg kein Spiel mehr gewonnen. Gegen Havelse sollte sich das ändern. Zunächst entwickelte sich allerdings ein zähes Kellerduell. Die erste Chance hatte Boujellab nach 17 Minuten, sein Schuss wurde jedoch geblockt. Zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff wurde es dann richtig wild. Zunächst scheiterte Fein aus kurzer Distanz an Hanin (32.), dann traf Schönfelder den Pfosten (34.). Zwei Minuten später war erneut Boujellab am Zug: Erst scheiterte er am Havelse-Schlussmann, dann setzte er den Nachschuss aus kurzer Distanz an den Pfosten (36.). Das hätte sich beinahe gerächt, denn Mausehund rutschte eine Flanke ab, die dadurch zum Torschuss wurde. Hermann war jedoch zur Stelle (39.). Immer wieder rettete Hanin die Niedersachsen, so auch gegen Philipp (41.). Wenige Augenblicke vor der Pause war aber auch er geschlagen: Boujellab leitete den Ball zu Hermes weiter, der ihn mit dem ersten Kontakt in den Fünfmeterraum spielte. Dort schob Boujellab aus kurzer Distanz ein (44.). In der Nachspielzeit legte der Ex-Schalker nach: Wurm schickte Boujellab in die Tiefe, der Hanin mit einem wuchtigen Abschluss überwand (45.+1).
Die zweite Halbzeit begann für den TSV Havelse direkt mit einem Dämpfer. Der gerade eingewechselte Nduka brachte Wörner als letzter Mann im Strafraum zu Fall. Neben der Roten Karte gab es Strafstoß, den Fein souverän verwandelte (52.). In Unterzahl musste Havelse nun aufpassen, nicht völlig unter die Räder zu kommen. Boujellab fand Wörner mit einem Steckpass, doch der Angreifer scheiterte an Hanin (60.). Ausgerechnet der ehemalige Havelser Boujellab erwischte einen Sahnetag. Hermes legte den Ball auf Höhe der Grundlinie in die Mitte, wo der Angreifer nur noch ins leere Tor einschieben musste (75.). Die Oberpfälzer hatten noch nicht genug: Wörner schoss aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei (83.). Für das I-Tüpfelchen sorgte Hobsch, der einen Querpass mit der Hacke im Tor unterbrachte (88.). Den sechsten Gegentreffer verhinderte Hanin: Posselt versuchte es vom Elfmeterpunkt, doch der Schlussmann parierte (90.). Regensburg machte durch den ersten Sieg seit sieben Spielen einen Satz und springt aus der Abstiegszone (13.). Die Niedersachsen bleiben Schlusslicht.
Meppen 1:1 Stuttgart II: SVM verpasst den Siegtreffer
Kellerduell auch in Meppen: Die Gastgeber kamen gegen den VfB Stuttgart II zunächst besser in die Partie. Akono köpfte einen Eckball ans Außennetz (6.). Fünf Minuten später wurde es nach einer Ecke erneut gefährlich – diesmal für die Schwaben. Sessas Hereingabe wurde geklärt und mündete in einen Konter der Gastgeber. Nach einem Steilpass war von der Felsen gerade noch vor Schmitt zur Stelle (11.). Mehr oder weniger aus dem Nichts gingen anschließend die Schwaben in Führung. Malanga vollendete einen Steckpass mit dem ersten Kontakt (15.). Stuttgart hatte nun Oberwasser: Van der Leij setzte eine Flanke von Masanka Bungi jedoch knapp über das Tor (22.). Nach einer kurzen Verschnaufpause verfehlte der Stürmer der Schwaben das Gehäuse erneut nur knapp mit einem Schlenzer (40.). Im direkten Gegenzug lag der Ausgleich in der Luft: Akono scheiterte zunächst am VfB-Keeper, Zehirs Nachschuss wurde geblockt (41.). Meppen blieb jedoch dran und kam zum Ausgleich. Schmitt zog von links nach innen und vollendete sehenswert in den Winkel (42.).
Auch im zweiten Durchgang gab Meppen den Ton an. Schmitts Schuss wehrte von der Felsen mit dem Fuß ab (60.), fünf Minuten später rettete der Schlussmann auch gegen Prasse. Deters anschließenden Seitfallzieher klärte Masanka Bungi auf der Linie. Von Stuttgart war kaum noch etwas zu sehen, die Partie spielte sich überwiegend in der Hälfte der Gäste ab. Domröse legte in den Rückraum ab, wo Borsum über das Tor schoss (79.). Wenig später entschied sich ein Meppener Joker auf Höhe der Grundlinie für den Abschluss statt für den Querpass. Der Ball landete jedoch nur am Außennetz. Durch das Remis verharren beide Teams im Tabellenkeller: Meppen bleibt auf Rang 18, die Zweitvertretung des VfB Stuttgart steht auf Platz 14.