Aufsichtsratsspitze tritt nicht erneut an: F95 vor Umbruch
Bei Fortuna Düsseldorf stehen personelle Veränderungen auf der Führungsebene bevor. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, werden der Aufsichtsratsvorsitzende Björn Borgerding, sein Stellvertreter Sebastian Fuchs sowie Aufsichtsratsmitglied Dirk Böcker bei der Mitgliederversammlung am 15. November nicht erneut kandidieren.
Rückzug nach langjähriger Amtszeit
Die drei Ehrenamtler hätten den Vorstand darüber informiert, ihre Ämter nach Ablauf der aktuellen Wahlperiode zur Verfügung zu stellen, heißt es. Der Verein dankt Borgerding, Fuchs und Böcker für ihr "langjähriges Engagement und den besonderen Einsatz" für die Fortuna. Während Böcker und Fuchs dem Aufsichtsrat jeweils seit neun Jahren angehörten, war Borgerding sogar zwölf Jahre Teil des Gremiums und stand seit Anfang 2020 an dessen Spitze. In einer gemeinsamen Erklärung an die Mitglieder begründeten die drei ihren Schritt mit dem Wunsch nach einem personellen Neuanfang, heißt es laut der "Rheinischen Post" in dem Schreiben.
In ihre Amtszeit fielen unter anderem die Entlassung von Trainer Friedhelm Funkel sowie die sportlich schwierigen Jahre, die schließlich im Abstieg in die 3. Liga mündeten. Die Verantwortlichen räumten dabei auch eigene Fehler ein. Man habe "gute Entscheidungen getroffen – und auch Entscheidungen, die wir im Rückblick anders treffen würden". Besonders der Abstieg beschäftige die Verantwortlichen nach wie vor. "Er macht uns traurig und beschäftigt uns sehr", heißt es weiter.
Unmittelbar nach dem Gang in die 3. Liga zurückzutreten, sei für sie jedoch keine Option gewesen. Stattdessen habe man den Verein zunächst durch die schwierige Phase begleiten und seiner Verantwortung gerecht werden wollen. Vor allem Borgerding und Fuchs waren nach dem Abstieg verstärkt in die Kritik geraten. Entsprechend war in den vergangenen Wochen immer wieder über ihre Zukunft im Aufsichtsrat spekuliert worden.
Fünf Posten neu zu besetzen
Mit dem angekündigten Rückzug steht dem Klub nun ein größerer personeller Umbruch bevor. Insgesamt müssen bei der Mitgliederversammlung am 15. November fünf Positionen neu besetzt werden. Neben den drei nun angekündigten Abgängen wird auch für die bereits ausgeschiedene Martina Voss-Tecklenburg ein Nachfolger gesucht.
Bereits fest steht dagegen, dass Peter Frymuth dem Gremium erhalten bleibt. Der Wahlausschuss hatte zuletzt einstimmig beschlossen, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden und heutigen DFB-Vizepräsidenten für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat zu berufen. Der 69-Jährige gehört dem Kontrollgremium seit 2019 an.
Nach Informationen der "Rheinischen Post" haben bereits mehr als zehn Interessenten ihre Unterlagen für die Wahl eingereicht. Zu den bekannten Bewerbern zählen unter anderem Ex-Metro-Chef Steffen Greubel, Messe-Geschäftsführer Marius Berlemann und der frühere Thalia-Chef Michael Busch. Insgesamt könnten sich rund 25 Kandidaten um die freien Plätze bewerben.