Polizeikosten-Regelung: Kall warnt vor Wettbewerbsnachteilen

Die geplante Beteiligung von Profiklubs an den Kosten für Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen sorgt weiterhin für Diskussionen. Alemannia Aachens Geschäftsführer Dirk Kall warnt insbesondere vor den Folgen unterschiedlicher Regelungen in den Bundesländern und sieht dadurch die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Vereine gefährdet.

Sorge vor einem Flickenteppich

Hintergrund ist eine Entscheidung des DFB, mögliche Gebührenbescheide für Polizeieinsätze künftig zumindest teilweise an die jeweiligen Heimvereine weiterzureichen. Anlass dafür sind Bestrebungen einzelner Bundesländer, Vereine beziehungsweise Verbände an den Kosten für zusätzliche Polizeieinsätze bei Risikospielen zu beteiligen. Grundlage ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das Anfang des Jahres das sogenannte "Bremer Modell" für rechtmäßig erklärt hatte.

Kall sieht vor allem die Gefahr, dass bundesweit unterschiedliche Regelungen entstehen könnten. "Es ist sicher sinnvoll und anzustreben, eine länderübergreifend einheitliche Lösung zu finden“, sagt der Geschäftsführer der Alemannia in der "Aachener Zeitung". Andernfalls könne es zu einer Ungleichbehandlung von Klubs in verschiedenen Bundesländern kommen.

Hätte erhebliche Auswirkungen

"Die vollständige Übertragung der Polizeikosten bei Hochrisikospielen hätte erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Stabilität aller Clubs in der 3. Liga. Die Kosten für Sicherheit bilden heute schon einen sehr großen Anteil der Gesamtkosten. Dies würde sich in einem ganz erheblichen Maß verstärken und die Vereine der 3. Liga vor noch größere wirtschaftliche Herausforderungen stellen", warnt Kall. Ähnlich deutlich hatte zuletzt auch der 1. FC Saarbrücken gewarnt und die Polizeikosten-Regelung als "existenzbedrohend" bezeichnet.

Für Alemannia Aachen erwartet Kall aktuell keine kurzfristigen Auswirkungen, zumal in NRW derzeit nicht geplant ist, die Kosten an die Vereine weiterzureichen. Grundsätzlich zieht der Alemannia-Geschäftsführer zudem ein positives Fazit der bisherigen Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden rund um die Heimspiele auf dem Tivoli. Gleichzeitig sieht er in einzelnen Bereichen noch Verbesserungsmöglichkeiten, etwa bei der Polizeibegleitung von Fan- und Shuttlebussen. Die entsprechenden Gespräche würden bereits geführt. Die Zusammenarbeit zwischen Alemannia, Stadt und Polizei bezeichnet Kall als "wirklich sehr gut und vor allem partnerschaftlich". Alle Beteiligten seien sich der Verantwortung für ein sicheres Stadionerlebnis bewusst und gingen die Aufgabe gemeinsam an.

   

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