"Das war magisch": Münster feiert "gefühlten Sieg" gegen FCS
Preußen Münster lag gegen Saarbrücken bereits mit 0:2 und 1:3 zurück, kam dank einer starken zweiten Halbzeit aber noch zum 3:3. Cheftrainer Thomas Wörle lobte die Comeback-Mentalität und sprach von einem gefühlten Sieg. Dass dieser gelang, hatte er mit einem Wechsel allerdings auch selbst in der Hand.
"Ein sehr unterhaltsames, rassiges Fußballspiel"
Es war ein Spiel der zwei Gesichter für Preußen Münster. Im ersten Durchgang deutete alles auf eine Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken hin. Die Saarländer führten bereits nach 29 Minuten mit 3:1. In den zweiten 45 Minuten steigerte sich Münster jedoch und glich innerhalb von fünf Minuten durch Lucas Zeller (57.) und Montell Ndikom (62.) aus. Im Nachgang war daher wenig verwunderlich, dass Preußens Cheftrainer Thomas Wörle "lieber die zweite Halbzeit" analysieren wollte. Auf beide Hälften bezogen, "war es natürlich ein sehr unterhaltsames, rassiges Fußballspiel zweier Mannschaften mit offenem Visier", kommentierte er bei "MagentaSport".
Dass es sich derart entwickeln würde, "haben wir uns so nicht vorgestellt. Wir sind die erste Viertelstunde nicht so angegangen, wie wir es uns vorgenommen haben. Wir haben gebraucht, um ins Spiel zu kommen, und da war das Spiel fast durch". Das sei zwar "echt bitter für uns" gewesen, doch "die Art und Weise, wie wir im zweiten Durchgang zurückgekommen sind, diese Comeback-Mentalität und diese Energie – gemeinsam mit unseren Fans – das war magisch". Insofern sei es "ein gefühlter Sieg, wenn man so ein Comeback feiert".
"Gut getroffen, würde ich sagen"
Dafür hatte der Trainer ein goldenes Händchen. In der 61. Minute eingewechselt, schoss Ndikom nur 60 Sekunden später per Traumtor aus der Distanz den 3:3-Ausgleich für Münster. "Er hat die Qualität dazu – ein junger Kerl, der sehr talentiert ist, der total hungrig ist und es in dieser Situation überragend macht", sagte Wörle über seinen Schützling, der die Szene mit einem Schmunzeln etwas pragmatischer einordnete: "Den Ball habe ich gut getroffen, würde ich sagen." Dennoch erklärte er: "Ich habe mir die Innenbahn aufgemacht, und wenn ich ihn auf meinen starken Fuß bekomme, dann ist die Chance hoch, dass er reingeht."
In der Liga war es bereits sein dritter Treffer als Joker. Eine Bewerbung für die Startelf? "Ich habe ja schon ein, zwei Spiele von Beginn an gemacht. Ich war zuletzt krank, deshalb ist es vernünftig, dass ich erstmal langsam wieder aufgebaut werde." Seinem Trainer habe er zudem gesagt, "dass ich mit den Zeiten, die ich bekomme, zufrieden bin". Speziell in der Englischen Woche tue laut Wörle "das Zurückkommen besonders gut", wenngleich "diese Qualität in uns steckt und wir es schon öfters bewiesen hatten. Aber wir dürfen es nicht immer darauf ankommen lassen." Ob Münster das vor der längeren Länderspielpause umsetzen kann? Am Sonntag gastiert der Zweitliga-Absteiger beim SV Waldhof Mannheim (16:30 Uhr).