Hirsch: "Wenn man auf die Fresse kriegt, darf man nicht umfallen"

Hinter dem MSV Duisburg liegt eine wahnsinnig emotionale Aufholjagd gegen Hoffenheim II. Zufrieden war Dietmar Hirsch zwar mit dem Ergebnis, doch insgesamt brachte die Partie den Cheftrainer – positiv wie negativ – in Erklärungsnot. Aber einer Sache war sich der 54-Jährige trotzdem sicher: Auch am Dienstagabend (19 Uhr) in Saarbrücken wird sich Hirsch jederzeit auf seine Zebras verlassen können.

"Ich kann das nicht erklären"

Der schnellste Drittliga-Hattrick der Geschichte geht ab sofort auf das Konto von Peter Remmert. Innerhalb von sechs Minuten brachte der Mittelstürmer den MSV Duisburg zurück auf die Siegesstraße, nachdem die Zebras zuvor kaum am Spiel teilgenommen hatten. "Das war natürlich sehr emotional und besonders, wie das Spiel gedreht wurde. Da waren die Dinge nicht zu erklären", fand MSV-Coach Dietmar Hirsch auch mit etwas Abstand noch keine Antworten auf Fragen, die sich der 54-Jährige sicherlich gestellt haben wird – im positiven wie im negativen Sinne. Am Ende legte sich Hirsch sowohl bei der schlechten ersten Hälfte als auch bei der Aufholjagd gleichermaßen fest: "Ich kann das nicht erklären."

Fest steht, dass die Duisburger am Dienstagabend beim 1. FC Saarbrücken wieder bei Null starten. Dann soll der MSV wieder von Anfang an auf Betriebstemperatur sein, was gegen Hoffenheim II über weite Strecken nicht der Fall war. "Das war von allen viel zu wenig in der Intensität und der Laufbereitschaft. Das hat auch nichts mit der taktischen Ausrichtung zu tun, sondern mit dem Engagement. Und das hat gefehlt", so Hirsch. Gerade das sei es jedoch, was die Spieler in jeder Partie brauchen werden. Auch in Saarbrücken. "Die direkten Duelle zu gewinnen ist immer das alles entscheidende. Das war früher bei mir auch schon so", erinnerte Hirsch an die Tugenden im Fußball.

"Hinten heraus muss man sich durchsetzen"

Zweifel, dass seine Spieler jederzeit dazu in der Lage sind, hatte Hirsch nicht. Gerade in dieser Hinsicht war das Spiel gegen Hoffenheim II bezeichnend. "Ich sage es jetzt mal kritisch: Wenn man auf die Fresse kriegt, dann darf man nicht umfallen", bezog sich der MSV-Coach auf die typische Mentalität im Ruhrgebiet, die den Revierklub aus Duisburg jetzt auch schon seit Monaten auszeichnet. "Ich kann mich auf jeden Spieler im Kader verlassen. Auch, wenn einer mal eine katastrophale Halbzeit gespielt hat. Aber wenn wir Probleme haben, dann lösen wir sie gemeinsam." Ein Credo, das auch in Saarbrücken wieder gelten soll, wo der Kader im Vergleich zum letzten Auftritt der Zebras unverändert bleibt.

Fakt ist, dass der MSV in dieser Saison schon zwölf Punkte nach Rückstand geholt hat – ein absoluter Spitzenwert. Gleichzeitig bedeutet das jedoch, dass Duisburg häufiger hinterherlaufen muss. Ein Umstand, der nicht immer gut gehen wird, wie auch Hirsch wusste. Und doch brachte der 54-Jährige seine persönliche Note in die Analyse hinein. "Es ist sehr selten geworden, dass man frühe Tore schießt. Man tastet sich ab, man checkt, ob der Matchplan passt. Fußball ist wie Schach mit Action, da bleibe ich dabei", erklärte Hirsch. "Die erste Halbzeit wird zu 80 bis 90 Prozent selten ein Spektakel sein. Beide Mannschaften müssen in so ein Spiel reinfinden, aber hinten heraus muss man sich durchsetzen." Und das war dem MSV bislang bravourös gelungen.

Rund 1.000 MSV-Fans dabei

Auch in Saarbrücken? Rund 1.000 Fans werden den MSV am Dienstagabend ins Saarland begleiten. Hirsch war sich sicher, dass seine Spieler dann wieder volles Engagement zeigen werden. Auch, wenn die Partie wieder herausfordernd wird. "Der FCS ist eine Mannschaft, die auch wieder im oberen Tabellendrittel steht. Der Verein weiß genau, was in der 3. Liga zu tun ist", bekräftigte der MSV-Coach. "Im Ludwigspark kommt viel Wucht dazu, daran kann ich mich aus dem letzten Jahr noch erinnern. Das war für mich eines der besten Drittliga-Spiele von der Intensität her, obwohl es 0:0 ausgegangen war. Das war damals Erster gegen Zweiter, jetzt wird es auch wieder ein Spitzenspiel." Mit dem passenden Stichwort, denn Intensität und Engagement waren es, die Hirsch beim Wiedersehen mit dem FCS von seiner Mannschaft fordern wird.

   

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