Verlängert Preetz? MSV führt Gespräche mit dem Geschäftsführer
Im Januar 2024 übernahm Michael Preetz den MSV Duisburg als Geschäftsführer. Den Absturz in die Regionalliga konnte der 59-Jährige nicht verhindern, doch der Neuaufbau ist dem ehemaligen Fußballprofi bis heute sensationell gelungen. Zum Saisonende läuft Preetz' Vertrag jedoch aus, weshalb jetzt die Gespräche zur Verlängerung laufen. Bis Anfang des Jahres soll eine Entscheidung fallen.
"Ja, das wollen wir"
Im vergangenen Juli wurde Dirk Broska zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Zebras gewählt. Eines seiner Wahlversprechen? Die weitere Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Michael Preetz, dessen Vertrag im Juni 2027 ausläuft. Die Frage, ob der MSV Duisburg weiter mit dem 59-Jährigen arbeiten möchte, stellt sich nicht. "Ja, das wollen wir", antwortete Broska in der "WAZ" dennoch deutlich. Zeitnah wolle sich der Vorstand mit Preetz zusammensetzen und über die Weiterbeschäftigung sprechen. Mit Broska habe es einen ersten Austausch gegeben, was dem Vorstandsvorsitzenden ein gutes Gefühl gegeben hat. Preetz habe weiter Spaß an der Arbeit beim MSV.
Im November sollen Zahlen folgen, die Konditionen zwischen Verein und Geschäftsführer müssen ausgehandelt werden. "Mein Wunsch wäre es, wenn wir Anfang nächsten Jahres Vollzug an dieser Stelle melden können", gab Broska dazu an. Und das aus gutem Grund, denn dann steht der Wirtschaftsplan für die neue Saison und die Vorbereitung der Lizenzierung auf dem Programm. Aufgaben, die der MSV logischerweise gerne in Preetz' Hände geben möchte. "Ich möchte keine Situation haben, in der man eine Wirtschaftsplanung abgibt, die man später nicht verantworten muss", so Broska. Sollte mit Preetz keine Einigung gefunden werden, dann müsste nämlich ein neuer Mann rechtzeitig übernehmen.
Mehr "operative Beinfreiheit"
Einen Nachfolger von Preetz möchte Broska allerdings gar nicht suchen müssen. "Diese Arbeit möchte ich mir sparen. Es gibt schönere Themen", gab der Vorstandsvorsitzende offen zu. Das Vertrauen in den aktuellen Geschäftsführer ist groß, was selbstverständlich auch auf den sportlichen Aufschwung der Duisburger in den letzten Jahren zurückzuführen ist. Bekommt Preetz jetzt sogar noch mehr Freiheiten? Beim MSV Duisburg gibt es einen Zustimmungskatalog, der Themen enthält, bei denen der Geschäftsführer vor Vollzug die Zustimmung des Vorstands einholen muss. Broska räumte ein: "Der Katalog ist relativ eng gefasst. Ich würde ihn gern etwas weiter fassen, sodass wir uns nicht mit jedem Spieler beschäftigen müssen."
Gerade im Profifußball müssen Entscheidungen manchmal schnell gehen, gerade bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga könnte das Thema an Bedeutung gewinnen. Und Broska müsste sich mit zahlreichen Spielerverträgen auseinandersetzen. "Ich möchte das gar nicht. Wir sind Ehrenamtler und manchmal muss es dann extrem schnell gehen", so der Vorstandsvorsitzende, der sich entsprechend "operative Beinfreiheit" für die hauptamtlichen Entscheider wünscht. Das Rollenverständnis zwischen dem, was die Profibetriebsgesellschaft und was der Vorstand macht, soll geschärft werden, um künftig weiter schnelle und klare Entscheidungen treffen zu können. Das Vertrauen in Preetz ist groß – und die Zuversicht über eine Vertragsverlängerung ebenfalls. "Ich spüre mit jedem Tag, wie wohl er sich in Duisburg fühlt", erklärte Broska abschließend.